Pfarrverband Isen

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Grabplatte, hinter der die Gebeine Bischof Josephs bestattet sind. Das Foto stellte uns freundlicherweise Franz Wenhardt zur Verfügung.
Gedenkgottesdienst zum 1250. Todestag von Bischof Joseph

Am Samstag 22.2.2014 um 16 Uhr und Sonntag, 23.2.2014 um 8.45 Uhr feierte die Pfarrgemeinde in der Kirche St. Zeno einen Gedenkgottesdienst zum 1250. Todestag von Bischof Joseph.

Reinold Härtel schreibt über Bischof Joseph:

"Am 17. Januar 764, also genau vor 1250 Jahren, ist der zweite Bischof von Freising, Joseph, verstorben, bestattet wurde er in der St. Zeno-Kirche in Isen. Bischof Joseph war wohl Angehöriger einer der urbayerischen Adelsfamilien - in Frage kommen hierbei die Fagana oder die Huosi. Er trat wahrscheinlich in jungen Jahren in das Benediktinerkloster Weihenstephan ein, ehe er im Jahre 748 Bischof von Freising wurde. Dies ist auch der Zeitpunkt, als Isen erstmalig urkundlich erwähnt wird. Aus einer Sammelurkunde, die 17 Schenkungsverträge zusammenfasst, erfahren wir, dass unter anderen der Bayernherzog Odilo (gestorben am 18. Januar 748) eine Reihe von Anwesen an den Bischof von Freising übergab. (......)"über die Erwerbungen des Herrn Bischof Joseph und die Schenkungen des Herzogs Odilo und anderer frommer Männer im Bezug auf das Haus des heiligen Zeno, das Isen heißt". Diese Urkunde bringt Datierungsprobleme mit sich: da Joseph erst 748 sein Amt antrat, Odilo aber bereits am 18. Januar 748 verstarb, lässt sich kaum ein Zeitfenster für den Schenkungsvertrag finden. Man nimmt heute an, dass Isen bereits unter Bischof Ermbert (739-748) gegründet wurde, und Joseph die Zeno-Kirche in Isen als Eigenkirche seiner Sippe betrachtete, denn als Bischof trat Joseph erst in den letzten Jahren seiner Herrschaft als Kirchengründer auf, so in Tegernsee, Schäftlarn, Ilmmünster und Moosburg.

Teilgenommen hat Joseph als Bischof an der Synode von Aschheim (755-760), einem kirchenpolitischen Großereignis am Herzogshof der damals führenden Agilolfinger. Über die weiteren Aktivitäten Josephs ist wenig bekannt, er hat sich aber einen Ruf als wundertätiger Seelsorger erworben. Verstorben ist Joseph am 17. Januar 764 julianischer Rechnung, was nach unserem gregorianischen Kalender dem 21. Januar entspricht. Bestattet wurde er in "seiner" Isener Kirche, der Grabstein wurde 1473 geschaffen: er zeigt die lebensgroße Gestalt des Bischofs und befand sich als Oberseite eines Sarkophags in der Mitte des Kirchenschiffes - jetzt ist er an der nördlichen Seitenwand angebracht. Bischof Joseph war - wie es auf seinem Grabstein heißt - der "fundator" Isens; er hat Isen wohl nicht gegründet, aber stark gefördert, er hat das Fundament gelegt, sowohl für die Pfarrei Isen als auch für die Gemeinde. Aus diesem Grund wird am Samstag 22. Februar (16.00 Uhr) und Sonntag 23. Februar (8.45 Uhr) in den Gottesdiensten dieses großen "Iseners" gedacht, gemäß dem augustinischem Motto "Der Anfang geht immer mit!"