Pfarrverband Kraiburg

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Kopfgraphik Tk.

Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere

Taufkirchen Jakobus der Ältere
Die Pfarrei Taufkirchen gehört heute zum Pfarrverband Kraiburg, Dekanat Waldkraiburg, Erzbistum München Freising.

Taufkirchen "vor dem Wald" erscheint 1068 urkundlich als Pfarrei. Die Entstehung dieser Mutterkirche aber, deren Name "Tauf - Kirche" uns über ihren ersten eigentlichen Zweck belehrt, reicht sicher in die ersten Zeiten der Einführung des Christentums in unserer Gegend zurück, in die Zeit des hl. Rupert, der um 600 am Inn und in unserem Gebiet lehrte und bekehrte. (Von der Mutterkirche aus wurden alle umliegenden später erbauten Kirchen getauft.)
Über den Ursprung des Pfarrsitzes Lafering gibt uns eine Urkunde vom Jahre 1068 Aufschluss: Diese Urkunde ist aufgenommen von Hartwinus, Probst von Au am Inn. Der Edeling Waltherus (von Waltersberg bei Pettenham) stiftet zur Kirche des hl. Valentin in Pettenham ein ganzes Gehöft mit Äckern, Wiesen, Weiden, vier Leibeigenen und sämtlichen Einkünften mit der Bedingung, dass alles "in usum Taukirchensis parochiani penitus cedant". Dieser Edle Waltherus ist also der Gründer des Pfarrgutes Lafering, das ursprünglich Eigentum der Kirche Pettenham war und dem Pfarrer zur Nutznießung überlassen war gegen Übernahme der in der Urkunde ausgesprochenen Pflichten. Daraus erklärt sich auch die abgelegene Lage des Pfarrhofes Lafering, der näher bei Pettenham als bei der Pfarrkirche liegt. Aus der Anwesenheit des Grafen Engelbert von Kraiburg (ca.1124-1171) kann man schließen, dass schon damals Schloss und Hofmarkt Kraiburg zu dem Sprengel Lafering bzw. Taufkirchen gehörte. Der 1610 in Lafering tätige Pfarrer Vitus Spreitzer baute den Pfarrhof samt Stadel neu; das Wohnhaus steht heute noch unverändert.
Vom 10. bis 14. Jahrhundert war der Pfarrort Taufkirchen die Heimat der Ritter "Taufkirchen" und Pettenham mit der St. Valentins-Kirche, Sonham mit der St. Georgskirche und Pietenberg mit der Muttergotteskirche waren Sitze irgendeines der zahlreichen Adelsgeschlechter. Ortsnamen wie Schergenham, Reitmeister deuten auf die Dienerschaft solcher Adeligen hin, wie auch Lafering als Ort des Läufers erklärt wird, der von der Herrschaft gehalten wurde und von Vogtei = Abgabefrei war. Die Einöde Lafering, abgesondert stehend, war also der stattliche Pfarrsitz für Taufkirchen und den Markt Kraiburg. Hier war nur ein Expositus (= Priester auf einer Nebenstelle) angestellt, der dem Pfarrer von Lafering unterstand. An gewissen Feiertagen und bei verschiedenen Anlässen, wie Trauerfeierlichkeiten, nahm der Pfarrer selbst die kirchlichen Funktionen vor. (Die Bestrebungen der Marktgemeinde, die Erhebung der Expositur zu einer selbstständigen Pfarrei zu bewerkstelligen, reichen nach vorliegenden Akten bis zum Jahr 1819 zurück. Am 16. Mai 1876 erhob das Ordinariat die Expositur Kraiburg zur Pfarrei.)
Pfarrer Georg Schweinkreist (1633 - 1668) hat in Lafering den heute noch bestehenden tiefen Brunnen graben lassen. Bei der großen Teuerung 1772 ließ Pfarrer Joh. Hiller alles Getreide mahlen und unter den Armen austeilen. Pfarrer Georg Schmid (1796 - 1819) hat in den Hungerjahren 1816 - 1817 alles Getreide den Hungernden gespendet. In seinem Testament teilte er sein Vermögen in drei Teile. Ein Drittel für die Armen, ein Drittel für die Schule und das letzte Drittel für die Verwandten. Dadurch erhielt die Gemeinde Taufkirchen einen Armenfond und einen Schulfond. Der Franziskanerpater Ignaz Wimmer erblindete mit 52 Jahren und starb 64 Jahre alt am 17.02.1830. Er vermachte dem Armenfond und dem Schulfond je 300.-fl. Im Jahre 1894 kam der Pfarrsitz durch Tausch der Grundstücke und der Höfe nach Taufkirchen selbst. Pfarrhof und Ökonomiegebäude wurden 1897 mit einem Aufwand von fast 50.000 Mark neu erbaut. Unter dem Pfarrer Matthias Seeaner, der seit dem Jahre 1894 im Amt war, erhielt die Pfarrei wegen der Verlegung des Pfarrhofes den offiziellen Titel "Lafering - Taufkirchen".
Im Mittelalter war bisweilen abwechselnd Gottesdienst in Taufkirchen und Kraiburg.

Im Bereich des Pfarrsprengels Lafering - Taufkirchen sind gegenwärtig zu verzeichnen:
1. Die Pfarrkirchen in Taufkirchen selbst
2. Die Filialkirche zu Pietenberg als Marienkirche
3. Die Filialkirche Sonham, die dem hl. Georg geweiht ist
4. Die Filialkirche Pettenham als St. Valentins-Kirche
5. Die Filialkirche Geisberg als Marienkirche

Die Pfarrkirche Innen

Pfarrer Pritscher erzählt von den baulichen Veränderungen der alten im Jahre 1856 abgebrochenen Kirche, von der nur die zwei Seitenmauern des Schiffes und die unteren Turmgeschosse bis zum Achteck noch stehen. Aus seiner Beschreibung kann nur klug werden, wer die alte Kirche gekannt hat. Einige Daten seien angeführt. Die 1856 größtenteils abgebrochene Kirche stammte aus gotischer Zeit. Auch die Einrichtung aus dieser Zeit blieb bis 1670 erhalten. In diesem Jahr wurde ein neuer Hochaltar, wohl barock aufgestellt; 1681 zwei neue Seitenaltäre beschafft. In dieser Zeit ist wohl auch das Innere dem Zeitgeschmack entsprechend gestaltet worden, sodass aus gotischer Zeit nicht ein Stück erhalten ist. 1750 wurden gelegentlich der Restaurierung der Kirche auch die gotischen Gewölbegurte abgeschlagen. 1747 schlug der Blitz in den Turm, sodass er zum Teil abgetragen werden musste. Beim Wiederaufbau wurde die bisher gotische Spitze durch die bis 1856 stehende Kuppe ersetzt. 1751 erhielt die Kirche eine Orgel, die von der Kirche Pietenberg hierher gebracht wurde. Aber erst 1772 kam ein Organist hierher, es war Bartholomäus Winter, Fischerssohn von Vohburg. Bis 1848 gehörte die Pfarrkirche und die Gemeinde Taufkirchen zum Patrimonialgericht Guttenburg und der Besitzer von dort selbst hatte bis 1919 abwechselnd mit dem Ordinariat das Präsentationsrecht auf die Pfarrei- und Schulstelle. Von 1856 - 1859 wurde die Kirche wieder im gotischen Stil umgebaut. Von der alten Kirche bleiben nur zwei Seitenmauern stehen. Auch die ganze Barockeinrichtung wurde beseitigt und ist verschollen; nur ein barockes Vortragskreuz ist erhalten. Gelegentlich einer Erneuerung hat man ein wertvolles altes Holzkreuz dem Bauer Schmidinger für seine Kapelle verkauft.
Pfarrkirche

Die Filialkirche in Pietenberg

Von der Entstehung der Kirche ist nichts bekannt. Die ganze Anlage ist gotisch, 1692 barockisiert, 1874 wieder im gotischen Stil hergestellt. Aus gotischer Zeit ist noch die Muttergottesstatue auf dem Hochaltar, ein sehr gutes Werk um 1500.
Pietenberg

Die Filialkirche Pettenham

Der jetzige Kirchenbau stammt aus dem 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts; die Turmkuppel wohl aus dem 18. Jahrhundert. Die Inneneinrichtung war bis 1885 barock; vorhanden ist noch das Altarbild (hl. Valentin inmitten von Kranken) etwa um 1650 bis 1680. In der Zeit von 1885 bis 1889 ist die Kirche wieder gotisch hergestellt worden und zwar mit vollständig neuer reicher Inneneinrichtung. Einige unbedeutende Barockfiguren sind noch an den Kirchenwänden zu sehen.
Pettenham

Die Filialkirche Sonham

Sonham stammt wohl wie die übrigen Kirchen aus gotischer Zeit. Die Seitenmauern dürften noch älter sein. Früher hatte die Kirche wohl, wie die für ein Gewölbe zu schwachen Mauern verraten, eine Holzdecke; auch das Fehlen von Strebepfeilern deutet darauf hin. Jetzt hat die Kirche ein Tonnengewölbe aus Holz mit Kalkmörtel-verputz, wohl aus dem 18. oder anfang des 19. Jahrhunderts. Der Altar ist eine stillose Schreinerarbeit und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Einige bessere Ba-rockfiguren auf dem Altar und an den Wänden dürften von einem früheren Altar stammen. 1897 wurde das alte Altarbild des hl. Georg durch ein neues von Kunstmaler Lessig und Rauzinger in München ersetzt.
St. Georgskirche Sonham

Die Filialkirche Geisberg

Die Kirche heißt "Maria, Mutter von der immerwährenden Hilfe" und wurde von den sechs unverheirateten Geschwistern Hörl erbaut von 1870 bis 1873, deren Vater angeblich einen Schatz im Wald gefunden hatte. Baumeister war Carl Rainer aus Trostberg. Der Altarraum der Kirche ist von eindrucksvoller Klarheit.
Mesner: Familie Losbichler
Geisberg

Schmidinger Kapelle

Schmidinger Kapelle
Die Kapelle wird von Monika und Markus Schmidinger liebevoll gepflegt.

Kapelle in der Schermansöd

Mitten in der Schermansöd steht eine Kapelle, bei der man nach einem kleinen Spaziergan kurz verweilen kann und in der schönen Natur zur inneren Ruhe findet.
Schermansöd