St. Laurentius

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Vortrag Vorsorgevollmacht

"Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung" lautete das Thema des Vortrags am 18. November, zu dem der Pfarrgemeinderat Volkmannsdorf in das Schützenheim Auer Elch eingeladen hatte. Die über hundert Besucher kamen in den Genuss eines Vortrags von Bruno Geßele, der es als Notar im Ruhestand hervorragend verstand, die verschiedenen juristischen Begriffe und Sachverhalte seinen Zuhörern verständlich zu machen.
Vortrag Vorsorgevollmacht

Ausgangspunkt Geßeles Ausführungen war, dass eine ärztliche Behandlung immer die Zustimmung des Patienten bedürfe, damit sich der Arzt nicht der Körperverletzung schuldig mache. Falls nun der Patient aus körperlichen oder geistigen Gründen nicht mehr in der Lage ist, einer Behandlung zuzustimmen, muss ein gesetzlicher Vertreter diese Aufgabe übernehmen. Dieser wird im Fall des Falles vom Amtsgericht bestellt. Dabei wird der Richter die Wünsche des Patienten berücksichtigen, falls diese beim Gericht in Form einer Betreuungsverfügung  hinterlegt sind.
Einfacher sei es jedoch, den Weg über das Gericht zu vermeiden. Dazu müsse man vorsorglich einer oder mehreren Personen seines Vertrauens eine Vorsorgevollmacht ausstellen. Darin ist festzulegen, für welche Belange diese Vollmacht gelten solle. Diese Vorgehensweise ist auch für Ehegatten einzuhalten. Denn sie vertreten sich entgegen landläufiger Meinung nicht automatisch gegenseitig.

Die Patientenverfügung schließlich ergänzt eine Vorsorgevollmacht insofern, dass dort schriftlich hinterlegt wird, mit welchen medizinischen Behandlungen in welchen Situationen der Patient einverstanden ist und welche er ablehnt. Diese schriftlich fixierte Willensäußerung erleichtert dem Bevollmächtigten erheblich, den Willen des Patienten zu vertreten und durchzusetzen.
 
Wichtig ist, dass man in gesunden Tagen für später vorsorgt. Weiterführende  Informationen und Formulare dazu bietet die im Buchhandel erhältliche Broschüre „Vorsorge für Unfall, Krankheit, Alter“ des Beck-Verlags. Oder auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (www.bmjv.de) kann man sich unter dem Stichwort „Vorsorgevollmacht“ informieren und Formulare herunterladen. 
Geßele führte verschiedene Fallbeispiele an, die deutlich machten, dass es durchaus eine große Bürde bedeuten kann, die gesetzliche Vertretung für einen Kranken zu übernehmen. Schließlich gehe es darum, im Sinne des Patienten abzuwägen, ob alles medizinisch Machbare gemacht werden soll; oder zu entscheiden, dass die Zeit gekommen sei, das Sterben zuzulassen.
 
Hilfe und Unterstützung auf diesem letzten Weg bietet z. B. die Hospizgruppe Freising e. V., deren 1. Vorsitzender Bruno Geßele ist. Der Hospizdienst hat nichts mit Sterbehilfe zu tun. Vielmehr steht im Vordergrund, einem Sterbenden bestmögliche Lebensqualität und ein würdevolles Hinausbegleiten aus dem Leben zu ermöglichen.

Anstelle eines Vortragshonorars bat Geßele, das Spendenkörbchen zu befüllen. Dankenswerterweise befolgten die Besucher dies, und so konnte der Pfarrgemeinderat Volkmannsdorf 396,00 EUR an die Hospizgruppe Freising weiterleiten.