St. Laurentius

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Von Schlag ans "Ende der Welt"

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Fast drei Jahre ist es nun her, dass sich Georg Anneser von seinem Heimatort Schlag bei Schweinersdorf allein auf den Weg machte -  ausgerüstet mit einem Paar Wanderschuhen, einem 14 kg schweren Rucksack und einer Bayernfahne. Immer den Wegweisern mit der Muschel, dem internationalen Wegsymbol für den Jakobsweg, folgend, pilgerte er durchschnittlich 30 Kilometer am Tag und erreichte schließlich nach drei Monaten und über 2.700 Kilometern die Kathedrale von Santiago de Compostela mit dem Grab des Apostels Jakobus. Damit nicht genug wanderte er noch weiter nach Westen zum Kap Finisterre am Atlantik, was übersetzt „Ende der Welt“ bedeutet.
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Gebannt folgten über sechzig Besucher im Gasthaus Schnaitl am Donnerstagabend, 13. März 2014, den Ausführungen Annesers. Seine Lichtbilder zeigten natürlich die großen Sehenswürdigkeiten wie die Wieskirche, die Tassilo-Linde in Wessobrunn oder die Wasserfontäne von Genf. Aber auch die kleinen alltäglichen Dinge wurden präsentiert: alte Bauernhäuser, moderne Wohnsiedlungen aus der Retorte, Römerstraßen, Hängebrücken, breite Kirchtürme mit Storchennestern auf den vier Ecken, schmucke und weniger ansehnliche Kirchen und Kapellen. Er nahm seine Zuschauer mit auf seine Pilgerreise von einem noch nicht ergrünten Bayern über die erblühende Schweiz und das frühlingshafte Frankreich bis hin ins sommerliche Nordspanien. Sah man anfangs noch heimische Pflanzen, so waren es alsbald Weinstöcke, Mandel-, Feigen- und Olivenbäume, ein Eukalyptuswald sowie ein Hopfenfeld - wohlgemerkt in Spanien.
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Anneser fesselte seine Besucher über zwei Stunden lang auch dadurch, dass er mit bissigem bayerischem Humor kleine Geschichten einstreute: dass Franzosen nur dann mit ihm deutsch redeten, wenn er sie mit ein paar geradebrechten Brocken Französisch ansprach; oder dass seine am Rucksack mitgeführte Bayernfahne viele deutschsprachige Kontakte ermöglichte – und wie er dann zu gegebener Zeit seine Wegbegleiter und vor allem Wegbegleiterinnen auch wieder geschickt loswurde.

Der von der Pfarrgemeinde Volkmannsdorf organisierte Abend hat bei den Besuchern viele bleibende Eindrücke hinterlassen. Statt eines Eintritts gaben sie freiwillig eine Spende für die Frühförderstelle Moosburg der Lebenshilfe Freising.