St. Petrus Ap.

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Martinsumzug in Sixthaselbach


Der Umzug zum Gedenken an den Hl. Martin fand wieder riesigen Anklang bei Groß und Klein. Bei milder Witterung zogen die Teilnehmer durch Sixthaselbach, um zuzusehen, wie an verschiedenen Stationen Lebensabschnitte des St. Martin nachgespielt und erzählt wurden. Als Darsteller konnten heuer einige Firmlinge gewonnen werden, die mit viel Engagement bereits bei den Vorbereitungen mitgeholfen haben. Sogar ein echtes Pferd begleitete die Schauplätze, und viele Kerzen sorgten für eine romantische Stimmung.
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Erste Station: Martin ritt mit einer kleinen Gruppe von Offizieren nach Amiens, einer Stadt in Frankreich. Die Männer trieben ihre Pferde an. Sie freuten sich auf ein gutes Essen und ein warmes Nachtlager. Da trat aus dem Stadttor ein Mann auf sie zu, nur mit Lumpen bekleidet. Bittend und vor Kälte zitternd streckte er seine Hand den Reitern entgegen. Doch diese beachteten ihn nicht und drängten lärmend an ihm vorbei. Martin aber war in Gedanken versunken ein Stück zurückgeblieben. Er wollte gerade durch das Stadttor reiten, als sein Pferd plötzlich stehen blieb. Verwundert stieg Martin ab. Er bemerkte den frierenden Bettler und suchte in seinen Taschen nach ein paar Münzen. Diese aber hatte er bereits verschenkt. Ohne viel nachzudenken, ergriff er sein Schwert und trennte seinen schweren warmen Mantel mitten entzwei. Die eine Hälfte nahm Martin selbst, die andere legte er dem frierenden Bettler um die Schulter. Ohne einen Dank abzuwarten stieg er wieder auf sein Pferd und ritt nur mit dem halben Mantel bekleidet in die Stadt.
Nun zogen alle Beteiligten singend weiter zur nächsten Station.
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Zweite Station: Als eine große Schlacht bevorstand und der Kaiser jeden Soldaten einzeln zu sich rief, um ihm eine Goldmünze als Lohn zu geben, fasste Martin Mut und bat den Kaiser um seinen Abschied. Er sagte: „Von nun an möchte ich mit anderen Waffen nur noch für Jesus Christus kämpfen.“ Der Kaiser verstand Martin nicht und rief: „Wie kannst du den Kaiser verlassen! Du hast doch nur Angst vor dem Kampf!“ Doch Martin antwortete ihm: „Ich hab keine Angst! Morgen will ich zum letzten Mal für dich in der vordersten Reihe stehen, ganz ohne Schild und Helm. Ich weiß, Jesus allein wird für mich kämpfen!“ Damit Martin nicht fliehen konnte, ließ ihn der Kaiser über Nacht einsperren. Am nächsten Morgen brachten Boten die Nachricht, dass sich das feindliche Heer aus freien Stücken  ergeben hatte. So war die Schlacht ohne Kampf gewonnen. Der Kaiser ließ Martin schweren Herzens ziehen.
Die letzte Station wurde dann in der Kirche dargestellt.
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Dritte Station: Bald darauf wurde Martin zum Priester geweiht und gründete ein Kloster. Als der alte Bischof starb und ein neuer gewählt werden musste, beschlossen die Menschen Martin zu ihrem Bischof zu ernennen. Doch Martin wollte lieber sein bescheidenes Leben weiterführen. Deshalb versteckte er sich während der Wahl im Gänsestall, aber das aufgeregte Geschnatter der Gänse verriet sein Versteck. Als ihn nun die Menschen eindringlich baten, ihr Bischof zu werden, willigte Martin schließlich ein. Bischof Martin starb im Jahre 397, am 11. November wurde er begraben.
Die musikalische Gestaltung übernahm wie bereits im letzten Jahr der Kinderchor Sixthaselbach und sorgte mit allen Beteiligten für einen gelungenen Abend, der seinen Ausklang mit Kinderpunsch, Glühwein und selbstgebackenen Martinsgänsen fand.