St. Johannes der Täufer

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Weihnachtsgeschichte -Die Heilige Nacht-

Die mit Kerzenschein beleuchtete Pfarrkirche St. Johannes bot am vierten Adventsonntag den stimmungsvollen Rahmen für „Die Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma. Pfarradministrator Viktor-Roland Spielauer sagte bei seiner Begrüßung „Weihnachten ist eine Sternstunde der Menschheitsgeschichte“, nicht, weil ein Stern den Weg wies, ein Engel in herrlicher Pracht sich den Hirten offenbarte oder weil das Gedenken an diese Nacht zum größten und innigsten, zugleich sehnsüchtigsten Fest der Menschheit geworden sei, sondern weil eine junge Frau ihrem Herzen vertraute und Gott glaubte, sei die Nacht der Geburt Jesu eine Heilige Nacht geworden. Markus Mayer vom Mauerner Pfarrgemeinderat las die wohl bekannteste Geschichte des bayerischen Epikers Ludwig Thoma. Die „Heilige Nacht“ zählt zu den schönsten Weihnachtsgeschichten in bayerischer Mundart und ist eine Nacherzählung des Weihnachtsgeschehens nach Lukas. Die Handlung seiner in Versform geschriebenen Geschichte hat Thoma in seine eigene Heimat verlegt. „Jetzt, Leuteln, jetzt loost´s amal zua! Mei Gsangl is wohl a wenig alt. Es is aba dennascht schö gnua. I moan, daß´s enk allesamm gfallt.“, so begann Mayer, die Weihnachtsgeschichte zu erzählen, in der Nazareth ein kleines Dorf in Oberbayern ist. Joseph, ein armer Schreiner, zieht  mit seiner hochschwangeren Frau Maria nach Bethlehem, wo der Heiland geboren werden soll. Doch überall treffen sie auf die Hartherzigkeit der Reichen. Dank der klaren, warmherzigen Sprache hat dieser Klassiker bis heute nichts von seiner feierlichen Andacht verloren. Markus Mayer verstand es ausgezeichnet, mit seiner bayerischen Erzählweise und der angenehm ruhigen Stimme die Weihnachtsgeschichte von der ersten Minute an spannend zu erzählen, so als könnte durch das lebhafte Vortragen die Geschichte einen ganz anderen Ausgang finden. Maria und Josef sah man dabei fast bildlich auf dem so schweren Weg nach Betlehem gehen. Mit den Augen des Handwerksburschen sieht und beschreibt der Erzähler den Glanz und das Leuchten in der Geburtsstunde des Heilands. Direkt ins Herz trafen zum Ende der Erzählung die Worte „Das Christkindl ham blos die armen Leut gsegn“. Musikalisch einfühlsam gestaltet wurde die besinnliche Einstimmung auf die Geburt Christi vom Mauerner Kirchenchor unter der Leitung von Mariella Obermeir und von Katharina Seipp an der Harfe. Der Chor besang Verse von der Heiligen Nacht, sie schmiegten sich harmonisch in die vorher gelesenen Textpassagen ein. Die Harfenistin brillierte mit gefühlvollen Zwischenklängen und am Ende war den Besuchern gewiss, alle Aktiven hatten das Weihnachtsgeschehen von Betlehem zu einem wahren Hörvergnügen gemacht. Die Ruhe und Andacht hatten sich überaus viele Besucher gegönnt, die Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz besetzt.
Die_Heilige_Nacht
Die_Heilige_Nacht
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