St. Johannes der Täufer

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Priesterjubiläum und Vortrag über das Zweite Vatikanische Konzil von Pfarrer Dr. Manfred Schwarzhuber

Referat Schwarzhuber
Mauern. Pfarrer Dr. Manfred Schwarzhuber, er war bis September 2011 Pfarrer im Pfarrverband Mauern, konnte am Sonntag sein 50-jähriges Priesterjubiläum feiern. Am Mittwochabend gratulierten Vertreter der drei Pfarreien Mauern, Schweinersdorf und Volkmannsdorf ihrem früheren Pfarrherrn.
Schwarzhuber stellte auch bei seinem zweiten Vortrag zum II. Vatikanischen Konzil im Pfarrheim in Mauern wieder interessante Ergebnisse in den Vordergrund und berichtet als Zeitzeuge von den Auswirkungen des Konzils. Unzweifelhaft habe das II. Vatikanische Konzil neue Akzente gesetzt und könne daher als das wichtigste römisch-katholische kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Im Laufe der Kirchengeschichte habe es eine Reihe von Konzilien gegeben, so Schwarzhuber. Das Glaubensbekenntnis stamme beispielsweise aus dem ersten Konzil in Nizäa (325), es werde daher auch Nizäanisches Bekenntnis genannt. Im Konzil von Trient (1563) sei festgelegt worden, wie die Eucharistie gefeiert werde. Schon kurz nach seiner Wahl zum Papst habe Johannes XXIII das Konzil einberufen, welches in der Kirchenwelt „wie eine Bombe eingeschlagen“ habe. Der Vatikan wollte mit der Einberufung eine Gegenposition zum ersten Vatikanischen Konzil einnehmen. In der für das Konzil umgebauten Peterskirche in Rom waren alle der rund 2600 katholischen Bischöfe versammelt, desweiteren waren Beobachter aus allen anderen christlichen Kirchen sowie auch nichtchristliche Kirchenvertreter geladen. Nach dem Tod Papst Johannes XXIII hatte Papst Paul VI das Konzil weitergeführt. Er selbst habe auch Akzente gesetzt, so war er der erste Papst, der bei der Krönung auf die Tiara verzichtete. Diese sei verkauft worden und der Erlös sei an die Armen verteilt worden, so Schwarzhuber. Sechzehn weitgreifende Ergebnisse, vier Konstitutionen (zur Liturgie, Kirche als Volk Gottes, Kirche in der Welt von heute, göttliche Offenbarung), zehn Dekrete (Soziale Kommunikationsmittel, Ökumene, die katholischen Ostkirchen, Bischöfliches Hirtenamt der Kirche, Ausbildung der Priester, Missionstätigkeit der Kirche, Apostolat der Laien, Dienst und Leben der Priester, zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens und christliche Erziehung) und zwei Erklärungen zum Verhältnis zu nicht-christlichen Religionen und zur Religionsfreiheit habe das Zweite vatikanische Konzil herausgebracht und die Nachwirkungen sowie die Auswirkungen seien heute Selbstverständlichkeiten. Als Beispiele nannte Schwarzhuber die Volkssprache bei den Eucharistiefeiern, die Mischehen oder die Erklärung zur Religionsfreiheit. Das Konzil hatte am 21. November 1964 mit 2137 Ja Stimmen und 11 Nein Stimmen für die Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen gestimmt. Pfarrer Schwarzhuber bezeichnete es als Wunder, das dieses Thema angegangen wurde. Ausführlich ging er anschließend auf die Unterschiede zwischen den katholischen und evangelischen Christen ein. Das Abendmahl sei der Grund der Trennung beider Kirchen. Das Opus Operatum – die vollzogene sakramentale Handlung, werde unterschiedlich gedeutet. Während bei den katholischen Bischöfen die Handauflegung durch ununterbrochene Weitergabe zurückverfolgbar sei, (apostolische Sukzession) lehne die Evangelische Kirche diese "sakrale" Sicht des geistlichen Amtes ab. Sie sehe im Amt des Hirten keine Weihe, sondern eine von Gott gewollte Funktion, die Übernahme werde wie die Einführung in ein Amt gefeiert. Die Apostolische Sukzession besage die ununterbrochene rechtmäßige Nachfolge der Apostel durch die Bischöfe. Diese Nachfolge bestehe aufgrund der gültig gespendeten Bischofsweihe und der rechtmäßig übertragenen Befehlsgewalt. In diesem Sinne sei sie nur in der römisch-katholischen Kirche vorhanden. Die Vereinigung der katholischen und evangelischen Kirche könne nur mit „aufeinander zugehen“ auf gleicher Augenhöhe passieren, resümierte Schwarzhuber. Das Zweite vatikanische Konzil habe manches nicht festgelegt, sondern oft auch nur einen Anstoß zum Handeln gegeben.
Referat Schwarzhuber