St. Johannes der Täufer

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Exkursion in Landshut

Exkursion
Eine Exkursion in die niederbayerische Landeshauptstadt Landshut unternahm kürzlich der Mauerner Pfarrgemeinderat im Rahmen der Erwachsenenbildung. Mit der Stadtführerin Marianne Siegemund erkundeten die Pfarrgemeinderäte die gotische Stadt, die mit der Hochzeit von Herzog Georg und der polnischen Königin Hedwig zur Blüte kam. Heute zählt die Schul- und Behördenstadt 65 000 Einwohner. Neben der Fachhochschule sei auch eine der größten Keramikfachschulen Deutschlands in Landshut angesiedelt. Zudem gebe es in Landshut und im großen Umland viele namhafte Betriebe, wie beispielsweise BMW, Schott-Glas, Ebm-Papst, Brandt und Meyermühle. Erste Station der umfangreichen und interessanten Führung war das Rathaus mit dem beeindruckenden Rathausprunksaal, an dessen Wänden die Landshuter Hochzeit in Form eines Umlaufgemäldes dargestellt ist. Seit 1903 zähle die Landshuter Hochzeit zu einem der größten Dokumentarspektakel Europas. Damals habe man für eine Gewerbeschau etwas besonders einführen wollen – es habe sich der Verein der Förderer gegründet und die Landshuter Fürstenhochzeit sei ins Leben gerufen worden. Viele prachtvolle Bürgerhäuser entlang der Altstadt zeugen von der Blüte der Stadt. Gleich gegenüber des Rathauses machte die Gästeführerin auf das Pappenberger Haus aufmerksam. Vorbei am Salzstadel führte der Weg in die Neustadt, die früher liebevoll von den Bürgern „Bierstraße“ genannt worden sei, denn unzählige Gasthäuser mit eigenen Brauereien seien dort angesiedelt gewesen. Die Martinskirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt (130,6 Meter) war schließlich markante Station der Führung. Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche, gleiche der französischen Kathedralform und sei in drei Bauphasen entstanden. Begonnen habe man mit dem Kirchenbau im Jahr 1389, endgültig fertiggestellt wurde sie um 1500. Die Kirche gilt als Hauptwerk des Meisters Hans von Burghausen, dessen Grabmal an der Südseite der Kirche angebracht ist. Im Inneren befinden sich ein Sandstein-Hochaltar von 1424 und eine steinerne Kanzel von 1429. Das geschnitzte Kreuzbogen-Kruzifix, mit einer Gesamtlänge von rund acht Metern und einem Christuskorpus von gut sechs Metern, stamme aus dem Jahr 1475 und sei eines der größten Kruzifixe der Spätgotik. Bemerkenswert sei auch die um 1520 von Hans Leinberger geschaffene Rosenkranzmadonna, eines der bedeutendsten Kunstwerke des Meisters. Model gestanden habe ihm eine junge Mutter aus dem bayerischen Wald. Dazu heiße es in einer Überlieferung: „Die Madonna habe das Gesicht der Frauen dieses Landes, ernst und bodenständig“, erzählte die Stadtführerin. Verweilen konnten die Mauerner dann vor einem bestens bekannten Werk des Meisters, vor „Christus in der Rast“. Eine ähnliche Figur aus der Werkstatt Leinbergers, der Mauerner „Heiland in der Rast“ (um 1530)  steht auch in der Pfarrkirche in Mauern. Am 21. April 2002 habe Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter die Stiftskirche St. Martin zur päpstlichen Basilika – zur "Basilika Minor" erhoben, erzählte Marianne Siegemund, die in ihren lebendigen Ausführungen, mit viel geschichtlichen Hintergrundwissen die Liebe zu ihrer Heimatstadt deutlich spüren lies. Die Mauerner Pfarrgemeinderäte zeigten sich beeindruckt von der Fülle an Sehenswürdigkeiten, die man an einem halben Nachmittag bei einem aufmerksamen Gang durch Landshut erspüren und erleben könne. Oft sei man in der Hektik des Alltags an so manchem Kunstwerk achtlos vorbei geeilt – dabei tue es wohl, nur für einige Minuten dort zu verweilen.
Exkursion
Die Mauerner Pfarrgemeinderäte bei der Exkursion
Exkursion
„Christus in der Rast“ von Hans Leinberger
Exkursion
In der Martinskirche