St. Johannes der Täufer

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Festgottesdienst zu Ehren des Heiligen Sebastian

Sebastipfeile, Weinverköstigung und das Sebastianslied sind seit altersher Zeugen der Sebastianibruderschaft. Dieses Bruderschaftfest wurde am Sonntag in der Pfarrei zu Ehren des heiligen Sebastian begangen. Dekan Hans-Georg Platschek, Diakon Josef Kafko und Priesteramtskandidat Anton Unden feierten mit vielen Gläubigen einen Festgottesdienst, der mit der Messe von Charles Gounod musikalisch eindrucksvoll vom Mauerner Kirchenchor gestaltet wurde. In der Predigt erinnerte Diakon Kafko an das Leben und Wirken des Heiligen. Der Legende nach sollte Sebastian, ein Hauptmann der römischen Garde, wegen seines Christlichen Glaubens im Jahr 288 auf Anordnung des römischen Kaiser Diokletian von Bogenschützen mit Pfeilen getötet werden. Der Totgeglaubte war aber nur schwer verletzt und wurde von Irene, der Witwe oder Schwägerin des Heiligen Kastulus, wieder gesund gepflegt. Erneut stellte sich Sebastian dem Kaiser, um auch ihn zu bekehren. Der Imperator ließ ihn daraufhin in der Arena auf dem Palatin in Rom zu Tode peitschen. Seinen Leichnam setzte man in einer Katakombe an der Via Appia bei. Um 340 nach Christus wurde dort die Basilika San Sebastiano ad Catacumbas erbaut.
Die Sebastianibruderschaft in Mauern hat seinen Ursprung im Dreißigjährigen Krieg, ist im Heimatbuch von Franz Hagl nachzuschlagen. Als durch die Schweden, die im Jahr 1632 in Bayern eingefallen waren großes Unheil und Not über die Dörfer herein gebrochen war, hatte man in der ausweglosen Not die Bruderschaft gegründet. Heute ist die Sebastiani-Bruderschaft eine „offene Bruderschaft“. In den sechziger Jahren wurde mit dem „Einschreiben“ aufgehört. „Jeder der sich zur Bruderschaft bekennt, gehört ihr an“, weis man im Pfarrgemeinderat. Die gesegneten Sebastiani Pfeile werden wie seit jeher an die Gläubigen verteilt, sie sollen an die Marter erinnern und die Gläubigen zum verantwortungsvollen Umgang mit den Mitmenschen und der Umwelt ermahnen. In Mauern werden die Pfeile im Geldbeutel mitgetragen, auch in der Hoffnung, dass dann nie das Geld ausgehe. Obwohl der Wein nicht mehr im Reliquienbecher gereicht wird, hat sich der Brauch der Verköstigung mit Sebastianiwein bis heute gehalten. Pfarrer Platschek reichte am Ende des Gottesdienstes den Pfarrangehörigen den gesegneten Wein mit den Worten „Trink die Standhaftigkeit des Heiligen Sebastian“. Bei der Andacht am Nachmittag spendete Pfarrer Platschek mit der Reliquienauflegung (dem silbernen Ostensorium) den Einzelsegen des Heiligen Sebastian.
Sebastianibruderschaft
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