Pfarrverband Nandlstadt

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Filialkirche St. Michael Tölzkirchen

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Filialkirche St. Michael
Filialkirche St. Michael Tölzkirchen
Ursprünge
Die älteste Filiale von Baumgarten ist Tölzkirchen. Im Jahre 837 kommt der Name vor als Tenilschirihun, 1022 als Tenineschirichen, 1315 als Tenneiskirchen, 1560 als Delskirchen und schließlich 1739 als Tenzelskirchen. Die Form Tölzkirchen ist neueren Datums. Der Name bedeutet so viel wie "Kirche im Tannenwäldchen". Mit diesem Namen muss die Kirche schon 837 bestanden haben. Sie war früher dem Heiligen Johannes geweiht (1524 und 1739 so bezeichnet), jetzt ist Patron der Hl. Michael.
Früher war der Hochaltar unter dem Turm. Dieser ist massiv, ohne jede Gliederung ausgeführt, ist also der romanischen Zeit um 1100 - 1200 zuzuordnen. 1781 schlug der Blitz in den Turm und zerstörte die ursprüngliche Bekrönung.
Bauliche Erweiterungen
Die Kirche war im Laufe der Zeit viel zu klein geworden und wurde deshalb 1844 verlängert. Doch damit war nur vorübergehend geholfen. 1916 riet das Ordinariat zur Gründung eines Kirchenbauvereins. Der Architekt Theodor Mayr fertigte 1923 die Pläne für einen Neubau sowohl für Tölzkirchen als auch für Baumgarten, 1924 begann auch gleichzeitig der Bau. Man musste auf Anweisung des Landesamtes für Denkmalpflege den alten Turm stehen lassen und deshalb der ursprünglich nach Osten ausgerichteten Kirche eine neue Richtung nach Süden geben. Es wurde ein großes Langhaus gebaut und daran eine Apsis für den Hochaltar. Zwischen der Apsis und dem alten Turm fand die Sakristei ihren Platz.
Die Innenansicht nach vorne
Im Innern wirkt die Kirche ähnlich wie ihre Schwester in Baumgarten, nur kommt hier der neue Chorraum viel besser zur Geltung, ganz bühnenmäßig. Die Kirche hatte schon immer drei Altäre: 1739 war der Hochaltar den beiden Hl. Johannes, die Seitenaltäre den Hl. Michael und Dionys geweiht. 1817 hatte der Hochaltar ein Bild der Muttergottes als Zuflucht der Sünder und die Seitenaltäre galten den Heilige Florian und Michael. 1844 hatte man die alten Rokokoaltäre neu gefasst, sie später aber durch neugotische Gebilde ersetzt. Seit 1930 ist der Hochaltar geschickt aus alten Rokokostücken zusammengesetzt.
Der alte Hochaltar
Unter dem Turm hat sich noch der alte Hochaltarraum mit seinem Kreuzgewölbe auf Konsolen erhalten und ist als Seitenkapelle der Kirche angefügt. Darin steht noch der frühere neugotische Hochaltar. Neben dieser Kapelle ist jetzt die Kanzel der alten Kirche aufgestellt, sie wurde um 1850 mit einigen Barockstücken gebildet. Der Kreuzweg ist 1884 vom Münchner Künstler Simon für 1400 Mark erworben worden.
Die Innenansicht nach rückwärts
Der Neubau von Tölzkirchen mußte dieselbe Leidensschule durchmachen wie der von Baumgarten, auch er drohte 1932 einzustürzen. 1933 mußte ein neuer Dachstuhl aufgesetzt werden. Die Wölbung ist wie in Baumgarten Rabitz in Form einer breitgedrückten Tonne. 1933 wurde im Norden auch noch eine Vorhalle angebaut. Die Empore hat hier eine Holzbrüstung und ist gegen die Mitte der Kirche zu ausgebuchtet. Die Träger der Empore sind für die schwere Last zu leicht gestaltet.