Kath. Pfarrei St. Konrad - München-Neuaubing
(Pfarrverband Neuaubing-Westkreuz)

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Ein Wintermärchen

oder die Erfolgsgeschichte des Weihnachtsmarkts von Sankt Konrad, der 2009 sein 10-jähriges Jubiläum feierte.

Wer hätte an diesen dauerhaften Erfolg gedacht, als sich vor gut zehn Jahren – durch göttliche Fügung (?) – Claudia Rötzer, Susanne Petersen und Yvonne Roth trafen und feststellten, dass sie alle seit geraumer Zeit denselben Traum träumten: ein Weihnachtsmarkt im stimmungsvollen Innenhof unserer Pfarrei St. Konrad. Geschmackvoll in jeder Hinsicht, ein echter Hingucker sollte er sein, ein ansprechendes Programm durfte nicht fehlen, möglichst viele Gruppen der Gemeinde sollten eingebunden sein und natürlich wäre auch ein finanzieller Erfolg sehr wünschenswert. Schnell fand sich eine Hand voll Leute, die begeistert mitarbeiteten. Aus diesem Häufchen ist im Laufe der Jahre ein Heer von über hundert Helfern geworden ohne die unser Weihnachtsmarkt nicht funktionieren würde, denn: es gab und gibt jedes Jahr viel zu tun...

Es mussten Buden organisiert und aufgestellt werden. In den ersten Jahren liehen wir uns drei Buden aus, die wir später den privaten Verleihern abkaufen konnten. Zwei Buden wurden durch finanzielle Unterstützung des Pfarrhilfswerks unter dem damaligen Vorsitzenden Hans Zierer neu gekauft, eine Bude baute der gelernte Schreiner Helmut Wankerl. Die Gruppe „Junge Erwachsene“ stellte ihre Maroni-Bude eigenhändig her. Seit vielen Jahren werden die Buden auf- und abgebaut von einer ca. 20-köpfigen Männermannschaft unter der Leitung von Peter Rötzer und Stefan Seitz, die im Laufe der Zeit viel Routine entwickelt hat, bei jedem Wetter zur Stelle ist und den erfolgreichen Aufbauvormittag mit Leberkässemmeln abschließt. Ein nicht unerhebliches Problem war seit jeher die Lagerung der Buden während des Jahres. Momentan werden die Budenteile in der Pfarrhaus-Garage „übersommert“.

Budenbeleuchtung, Wasserkocher, Christbaumbeleuchtung, Mikrofone ... alles benötigt Strom. In den ersten Jahren half uns Ernst Weiß, der immer zur Stelle ist, aus der Patsche. Seit vielen Jahren kümmert sich Stefan Seitz um die Verkabelung, Wartung und Verbesserung der Stromversorgung und -verteilung gewissenhaft, professionell und ganz im Stillen.

Nachdem er recht klein im Innenhof begonnen hatte, breitete sich der Weihnachtsmarkt nach und nach über das gesamte Pfarrheim aus. Die Nischen im Foyer eignen sich wunderbar als Verkaufsstände! Es wurden Vorhangstoffe gekauft und von Fanny Wegerer genäht, um die Nischen räumlich voneinander abtrennen zu können. Große Aufregung gab es damals um die Entflammbarkeit der Stoffe. In buchstäblich letzter Minute mussten wir sie von einer Spezialwäscherei „schwer entflammbar“ machen lassen.

Viele Verkaufsstände sind in der Hand pfarrinterner Gruppen: die Frauen des Sozialkreises handarbeiten und kochen während des Jahres für ihren Stand, der jedes Jahr mehrere hundert Euro Gewinn abwirft. Die Gruppe der „Jungen Erwachsenen“ betreibt den Maroni-Stand. Die älteren Jugendlichen backen Flammkuchen. „Maja Maurer & Friends“ schenken Caipi und Kinderpunsch aus. Viele Jahre lang leitete Manfred Gruber mit einigen fleißigen Ehemännern die Grillbude. Seit zwei Jahren kümmern sich die Ministranten um die „3 in am Weckla“. Seit Jahren leiten Margot Rembeck und Heinz Schützinger das Küchenteam, das aus treuen Freunden aus dem Gospelchor besteht. Sie brutzeln Schupfnudeln, kochen Sauerkraut, geben Suppe aus, nehmen Geschirr zurück und spülen alles mit der Hand.

Von Beginn an war unsere „Schnapserlbude“ ein Magnet für einen gewissen Teil der Weihnachtsmarkt-Besucher. Ganz reizend und engagiert wird diese Institution von Edeltraud Schindler, Annemarie Trux, Gabi Hammer und Anne Bazille betreut. Obwohl die vier Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und meist viel um die Ohren haben, lassen sie es sich nicht nehmen jedes Jahr wieder für „ihre“ Gäste den Budenladen der Schnapserlbude zu öffnen und so für kräftige Gewinne des Weihnachtmarktes zu sorgen.

Seit Jahren öffnet auch das Team „Fairer Handel“, früher unter der Leitung von Frau Mamic, ihren Verkaufsstand während des Weihnachtsmarktes. Seit einigen Jahren wird dieser Stand von den Ehepaaren Leybrand und Wankerl betreut.

Birgit Beham und ihre Familie betreiben seit jeher ebenfalls einen eigenen Verkaufsstand, bestückt mit künstlerisch hergestellten Dekorationsartikeln und vor allem auch selbstgegossenen Kerzen. In diesem Fall bedeutet „eigener Stand“ jedoch, dass die Familie Beham zwar alleine nahezu das gesamte Jahr über die hübschen Dinge herstellt, Kerzen gießt und den Stand während des Marktes selbst betreut. Der Gewinn jedoch (allein in diesem Jahr ca. 1.500,- €!!!) komplett dem Weihnachtsmarkt zugutekommen lässt. Diesen fleißigen Mädels können wir nicht genug danken.
Einige Hobbykünstler aus unserer Pfarrei wie Uschi Fischer, Beate Salomon, Regina Langolf oder Claudia Heymann verkaufen ihre Kunstobjekte (Bilder, Ketten, Dosen, Bären...) an Ständen, für die sie Standgebühr bezahlen. Ebenfalls von Anfang an dabei war die Bäckerei Reicherzer mit ihrem Glühwein- und Plätzchenstand. Da uns sowohl Tradition als auch Innovation wichtig ist, bemühen wir uns immer wieder um auswärtige Künstler, die bereit sind einen Stand bei uns zu mieten. Im Laufe der Jahre waren das diverse Töpfer und Silberschmiede, Maler und andere Kunsthandwerker. Seit drei Jahren steht uns eine professionelle Fotografin zur Verfügung, die in einem Kellerraum vor winterlich-weihnachtlicher Dekoration willige Gäste ablichtet. Die tollen Aufnahmen erhält man für wenig Geld auf einer CD!

Claudia Rötzer hatte vor mehreren Jahren die Idee während des Weihnachtsmarktes einen „Bücherflohmarkt“ anzubieten, da dieses Konzept andernorts recht erfolgreich war. Kurzerhand konfiszierten wir den Mutter-Kind-Raum. Die zahlreichen Bücherspenden werden übersichtlich aufgebaut und liebevoll sortiert von Gabi Hammer und Erika Weiß. Den Verkauf übernehmen im Stundentakt die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung.
Der Pfarrsaal wird jedes Jahr zu einem großen Café umfunktioniert, das immer hervorragend geführt wird von Bärbel Wackerhage, Elisabeth Kagerer, Annemarie Trux, Leni Bauer, Fanny Wegerer, Frau Petersen und vielen fleißigen Händen.

Ein besonderes Anliegen ist uns seit jeher, den Pfarrsaal festlich unter einem immer neuen Motto zu dekorieren, wobei die Herstellung der Dekoration in manchem Jahr schon sehr zeitintensiv war (z.B. weihnachtliche Scherenschnitte im Großformat, großformatige Winterbilder nach Originalen von Hans-Georg Hasenstab, Märchenbücher im Großformat). Seit vielen Jahren zaubert Birgit Beham mit ihrer Mutter und ihren drei Töchtern zudem eine passende (und kostengünstige) Tischdekoration.

Auch den Konferenzraum entdeckten wir schnell als geeigneten Ort für Ausstellungen. Seit vielen Jahren werden diese perfekt organisiert, liebevoll gestaltet und fachkundig betreut von Christine Weiss. Die Themen der stets gut besuchten Ausstellungen waren unter anderem: Kripperlausstellung, Engel, Herzensdinge, Krippe von St. Konrad.

Das Theater für Kinder, das traditionell am Sonntag beinahe die Kapazität des Pfarrsaales sprengt, stellt einen besonderen Höhepunkt während des Weihnachtsmarkt-Wochenendes dar. Babsi Rodiek, Monika Wehrl-Herr, Angelika Bäuml, Tanja Will, Kira Fritsch, Birgit Zulegg, Monika Ach und ihre Kinder verzaubern seit vielen Jahren unser Publikum mit wunderbaren, fesselnden und lustigen selbstgeschriebenen Stücken rund um das Thema Weihnachten. Was damals als Spaß begann, hat sich fast zur routinierten Profession entwickelt. Mittlerweile führt die Gruppe das aktuelle Stück in der Folgezeit noch an einigen Schulen auf. Über eine Veröffentlichung der geschriebenen Stücke wird ebenfalls nachgedacht. Es freut uns besonders, dass die Theaterspielerinnen, trotz Zeit- und Raumnot ihr Bühnenbild und ihre Proben so wunderbar eigenständig managen und dass seit vielen Jahren die Premieren ihrer legendären Stücke bei uns stattfinden.

Vor allem für Kinder soll unser Markt genug Unterhaltung und Beschäftigung bieten, so dass die Eltern mehr Ruhe finden, den Markt zu genießen. Beate Salomon bietet zu festen Zeiten Kinderschminken an. Zur Kinderunterhaltung gehört natürlich ein Vorlesezimmer, das lange Zeit von Christa und Vroni Zierer im „Ministrantenzimmer“ eingerichtet und betreut wurde. Außerhalb der Vorlesezeiten liegen Malsachen bereit, so dass Kinder in diesem Trubel zur Ruhe kommen können. Zum vergangenen 10jährigen Jubiläum leisteten wir uns als besondere Attraktion für unsere Kleinen ein nostalgisches Kinderkarussell. Verliehen und geliefert wurde uns dieses vom Verein „Wunschpunkt“ in Erlangen, der kranke Kinder unterstützt. So kommen sogar unsere Ausgaben einem guten Zweck zugute.

Jedes Jahr bemühen wir uns, das musikalische Programm abwechslungsreich zu gestalten. Neben den pfarreiinternen Musikgruppen Jugendchor, Konrad Spirits, Kirchenchor, Kammerchor, Die Band und Terznett, die sich – fast ausschließlich unter der Leitung von Herrn Jacob - immer hervorragend auf ihre Auftritte vorbereiten und für richtig gute (sehr unterschiedliche) Stimmung sorgen, hatten wir auch schon verschiedene Bläsergruppen, südamerikanische Gesangseinlagen, Akkordeongruppen, Geigengruppen, Alphornbläser, tanzende Nikoläuse, „Die Munich Swing Junction“ und viele Jahre den „Männerxangsverein Germania“ zu Gast auf unserer Bühne.

Vor einigen Jahren erklärte sich unser Organist und Chorleiter Raphael-Gerd Jacob bereit inmitten des weihnachtlichen Trubels, der zuweilen recht groß wird, einen „Raum der Stille“ in der Unterkirche zu gestalten. Seitdem ist diese Oase der Ruhe ein fester Bestandteil unseres Marktes.

Traditionell verbleibt die Hälfte des Gewinnes des Weihnachtsmarktes (heuer betrug der Gewinn rund 6.000 €) in unserer Pfarrei und wird ganz unbürokratisch dort verwendet, wo finanzielle Hilfe nötig ist, z.B. für den Behindertenaufzug, ein Zelt für die Jugend, Unterstützung für die Ministranten u.a. Die andere Hälfte wird für soziale Zwecke außerhalb unserer Pfarrei gespendet z.B. eine Delfintherapie für einen behinderten Jungen, Hilfsprojekte in Afrika und Südamerika, Unterstützung für das Sonderpädagogische Förderzentrum München-West u.ä. Außerdem finanzieren wir seit Jahren Ferienpässe für die Kinder der Besucher der Münchner Tafel.

Der Höhepunkt für alle Helfer ist die letzte Woche vor Eröffnung: etwa 20 Frauen binden und gestalten Adventskränze, Gestecke und Türkränze, stellen Christbäume auf und dekorieren sie, schmücken den Pfarrsaal, verschönern die Buden außen mit frischem Grün und schlagen sie innen mit weihnachtlichen Stoffen aus. Es müssen Gläser gespült, Listen geschrieben, Programme und Handzettel ausgeteilt, das Foyer dekoriert werden, kurz: die gesamte Pfarrei in eine weihnachtliche Hochburg verwandelt werden. Vor allem Claudia Rötzer, Beate Salomon, Birgit Beham, Uschi Fischer, Karin Horch, Evi Sperl, Christine Thalhofer, Annelie Dill , Gerlinde Bösing und Sibille Pierling verbringen in dieser Zeit buchstäblich jede freie Minute in der Pfarrei und wissen routiniert, wo eine helfende Hand oder ein guter Rat fehlt.

Vielen Dank an alle die diesen Markt möglich machen – besonders an die vielen Kuchenbäckerinnen, die jedes Jahr von Claudia Rötzer angeheuert werden, Kuchen zu spenden, damit er im Café verkauft werden kann – und an alle Gäste, die durch ihren Besuch und die tolle Mundpropaganda den Weihnachtsmarkt Sankt Konrad zu dem gemacht haben was er heute ist: ein Wintermärchen und der Beweis für hervorragende gruppenübergreifende Zusammenarbeit innerhalb unserer Pfarrei.

Ein herzliches „Vergelt´s Gott“ und auf ein Wiedersehen
spätestens am ersten Adventswochenende
Eure Yvonne Roth