Pfarrverband Oberes Priental

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Wer die Möglichkeit hat, mal die Kinderdörfer St. Boniface Anbaham in Indien zu besuchen, der ist angetan von den vielen fröhlichen Jungen und Mädchen, die jedoch durch ihre Herkunft an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden oder sogar als Hunde betitelt werden. Unsere Kinder sind die Dalits, die Unberührbaren, die Unreinen. Aber nur in der indischen Gesellschaft, in der es auch im Jahre 2015 möglich ist, Menschen ihre Würde zu nehmen und sie zu diskriminieren. Indien hat ca.150 Millionen Unberührbare – Kastenlose oder Dalits. Für diese Menschen hat Herr Pfarrer Diedrich sich unermüdlich eingesetzt, ihnen Heimat ermöglicht, indem er für die Familien Häuser baute und vor dreißig Jahren für die Kinder die drei Dörfer St. Boniface Anbaham geschaffen hat.
Es ist schön in den Kinderdörfern zu leben, aus den Gedemütigten sind wunderbare selbstbewusste junge Erwachsene geworden. Jedes der drei Kinderdörfer hat seinen eigenen Charme. Die Häuser sind bunt gestrichen. Es gibt Springbrunnen, Bäume und viele wunderschöne Blumen, über die Wege stolzieren Pfauen, die ihr wunderbares Federkleid im Radschlag zur Schau stellen. In der Voliere befinden sich lauter Wellensittiche mit ihren unterschiedlichen Federkleidern und Gesang. Die Gartenanlagen werden gepflegt und die Wege gesäubert.
Die Kinder lernen sehr schnell sich der neuen Situation anzupassen. Im Gegensatz zu ihren Heimatdörfern, wo oft der Dreck vor die Hütten geworfen wird und ein Graben mit Abwasser den Säuglingen und Kleinkindern viele Krankheiten beschert, lernen sie Sauberkeit und die Verunreinigung der Brunnen zu vermeiden. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die Ihnen ein Leben mit weniger Krankheiten ermöglichen. Oft leben die Dalits in schlechten Verhältnissen, haben keine Möglichkeit sich vor dem Monsun zu schützen und müssen Nässe und Moskitos ertragen. Es ist hart als Dalit zu leben.
Im November 2003 hat Papst Joh. Paul II. an die indischen Bischöfe anlässlich ihres „ad limina“ Besuches darauf hingewiesen, dass es nicht möglich ist als Christ Menschen in dieser Art, wie es in Indien geschieht, auszugrenzen.
Für Herrn Pfarrer Diedrich gab es nur den Menschen, er half, wo es nötig war. Besonders lagen ihm die Kinder am Herzen, denen er zeigte, wie man durch Liebe, Bildung und Achtung in eine gute Zukunft gehen kann. Viele, sehr viele unserer Anbahamkinder haben es erreicht, eine gute Schulbildung zu erhalten.
Wir, die wir seinem Erbe verpflichtet sind, werden weiter die Kinderdörfer und die Loyola-Schule begleiten. Weitere Informationen gibt Ihnen auch gern Johanna Abel, Tel. 08052 5439. Wir sind dankbar für jede Unterstützung und besonders für die Begleitung durch das Gebet.
  
Sabine Gehrling,
Vorsitzende von St. Boniface Anbaham
Kinderdörfer in Indien
große Lernbereitschaft bei den Kindern
Eifrig sind die Kinder im Unterricht dabei