Pfarrverband Ottobrunn

St. Albertus Magnus | St. Otto
Zum Sakrament der Firmung:

Ein Wort an die Eltern

"Aus Kindern werden Leute", sagen wir. In der Tat, es ist längst mehr als 10 Jahre her, da haben Sie für Ihr Kind eine wichtige Entscheidung getroffen, eine Weiche gestellt auf seinem Lebensweg. Sie haben Ihr Kind zur Taufe getragen, haben es auf den Weg des Glaubens gebracht. Gott hat Ihre Entscheidung angenommen. Durch die Taufe wurde Ihr Kind aufgenommen in die Gemeinschaft der Kirche. Gott hat Ihrem Kind seinen Geist geschenkt, den Heiligen Geist.

Im Sakrament der Firmung will Gott den jungen Menschen begeistern für ein Leben aus dem Glauben. Gottes Geist will ihm den Sinn seines Lebens aufschließen, will ihn stärken, damit ihm das Leben glückt - in guten und in schweren Tagen. Er will ihm Glaubensfreude schenken und zum guten Miteinander mit anderen helfen. Die Bereitschaft soll wachsen, mitzuarbeiten an der Erneuerung der Menschen, der Kirche, der Erde, an einer Erneuerung im Geiste Gottes. Der Heilige Geist will den jungen Menschen auf seinem Lebensweg führen hin zum Ziel - in die ewige Lebensgemeinschaft mit Gott.

Sie werden auch jetzt ihr Kind nicht alleine lassen in seiner wichtigen Entscheidung für die Firmung. Sie sollten den jungen Menschen nicht bedrängen. Er soll aber spüren, dass Sie in dieser Entscheidung zu ihm stehen, dass Sie ihm sozusagen tragen helfen. Er wird fortan immer mehr seinen Weg in "seiner" Freiheit gehen wollen. In diese Freiheit sollten Sie ihn vertrauend ziehen lassen. Sie können ihn dabei auf sehr wirksame Weise begleiten mit Ihrem Gebet, mit Ihrem eigenen Glaubenszeugnis und ihrer Glaubenserfahrung.

Zeigen Sie ihm, dass Ihnen sein Weg hin zur Firmung nicht gleichgültig ist. Lassen Sie ihn spüren, dass Sie sich für die Arbeit in der Firmgruppe interessieren. Er wird vielleicht über manches mit Ihnen sprechen wollen, und es fällt ihm doch so schwer! Hier können Sie ihm Weggefährten sein, zuhören und raten, aber nicht bevormunden.

Familie ist ein Raum, in dem der Mensch seine Eigenständigkeit entwickeln darf, er selber werden darf und doch jederzeit von den anderen Gliedern mit getragen wird in Liebe, Vertrauen und Verständnis. Dass das so ist, diese Erfahrung wäre in der Vorbereitung auf die Firmung eine Großartige und Lebenswichtige für den jungen Menschen. Vielleicht wäre es eine Hilfe, wenn die Familie in dieser Zeit miteinander und füreinander betet. Die Vorbereitung auf die Firmung ist, so gesehen, eigentlich eine Aufgabe der ganzen Familie.

Firmung ist ein Fest. Es soll gefeiert werden. Die Mitte des Festes ist, was den eigentlichen Festtag überdauert: Die Gabe des Heiligen Geistes wird einem jungen Menschen geschenkt, damit er sein Leben so leben kann, dass es gelingt. Alle Beteiligten sollten in der Zeit der Vorbereitung zusammenwirken, dass dieses Geschenk angenommen wird.