Pfarrei St. Otto

Ottobrunn

Partnergemeinde St. Georg in Heidenau

St. Georg in Heidenau
Im Jahr 1990 wurde die Partnerschaft zwischen St. Georg in Heidenau bei Dresden und St.Otto begründet. In der nun schon über 20 Jahre dauernden Beziehung gab es vielfältige gegenseitige Besuche von Gemeindemitgliedern, wie auch immer wieder Treffen der Laiengremien zum Erfahrungsaustausch oder zu Besinnungswochenenden.

Informationen zu unserer Partnergemeinde finden sich auf deren Internetseite unter www.georgs-kirche.de.

Erste Kontakte

hatte es bereits vor der Wende gegeben, 1984 anlässlich des Katholikentages in München durch Therese Hörsgen. Und 1990 konnte es dann konkreter werden, nachdem sich zwei Ottobrunner „Pfadfinder“ den Weg zur katholischen Kirche erfragt hatten – die Kirche hat keinen weithin sichtbaren Turm.
Schnell stellte man Parallelen zwischen Heidenau und Ottobrunn fest: beide Orte sind etwa gleich groß, liegen im Weichbild großer Städte, an der S-Bahn. Die Kirche St. Georg wurde wie St. Otto im Jahre 1937 geweiht. Nach dem 2. Weltkrieg nahm Heidenau viele Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten auf wie Ottobrunn die Sudetendeutschen.
Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings die Diasporasituation: in und um Heidenau gibt es nur 900 Katholiken, die von St. Georg betreut werden. 2008 mit Gründung des Pfarrverbandes Heidenau–Glashütte-Zinnwald wurde die Kirche zum Hl. Klaus von Flüe in Geising nach St. Georg integriert. Das Pfarrgebiet wurde noch größer, so beträgt z.B. die Entfernung Heidenau – Zinnwald über 40 km.

Aus der Geschichte der Partnerschaft

1990 besuchte eine große Delegation aus Heidenau mit Pfarrer Johannes Pospich St. Otto, wo die Gäste im Pfarrsaal über die roten Tischtücher etwas erstaunt waren (für sie gehörte „Rot“ der Vergangenheit an). Die Jugendgruppen beider Pfarreien beteiligten sich an der Korbinianswallfahrt.
1991 wurde Dr. Michael Kleiner neuer Pfarrer in St. Georg. In dieser Eigenschaft kam er nach Ottobrunn und beteiligte sich an der Dekanatswallfahrt, wo er seine unvergessene Predigt in Form einer Fabel über die Deutsche Einheit hielt.
Um den Brückenbau von beiden Seiten zu unterstreichen, trafen sich 1992 23 Heidenauer und 13 Ottobrunner mit Pater Jensch in Kirchschletten – viele sahen damals zum ersten Mal ein Kloster von innen.
Im Mai 1993 gab es ein großes Treffen beider Pfarreien: Unter anderem hatte Dr. Kroy zum Frühschoppen in seinen Garten geladen.
Zum Tag der Deutschen Einheit 1994 kamen die Ottobrunner massiv zu Besuch in zwei Autobussen mit Chor. Es war dies die legendäre, fast endlose Hinfahrt, da die Autobahn erst teilweise existierte, mit Ankunft in Heidenau nach Mitternacht. Damals gab es noch keine Mobiltelefone; lediglich einer der Busse verfügte über ein Autotelefon und konnte Positionsmeldungen durchgeben. Die Unterbringung erfolgte größtenteils privat, woraus sich Freundschaften entwickelten. Hotels oder Pensionen waren damals noch dünn gesät. Die Heidenauer hatten ein wunderbares Besuchsprogramm vorbereitet: Rundfahrt durch die Sächsische Schweiz, Besuch Dresdens, Abend auf Schloss Weesenstein, sonntags gemeinsamer festlicher Gottesdienst. Bei allen Gottesdiensten wurde es Tradition, dass Brot und Wein aus Ottobrunn von der Ottobrunner Delegation zur Gabenbereitung zum Altar gebracht werden.
Im September 1995 trafen sich Abordnungen beider Pfarreien in Vierzehnheiligen unter starker Beteiligung von Jugendlichen.
Da 1997 beide Pfarreien 60-jähriges Kirchweihjubiläum feierten, kam die Theatergruppe von St. Georg und führte in der Ottokirche einen beeindruckenden „Jeremias“ auf. Im Oktober fuhr eine Ottobrunner Delegation nach Heidenau, um dort gemeinsam Kirmes zu feiern.
Im Oktober 2000 – zum 10-jährigen Jubiläum der Partnerschaft – fuhren 30 Ottobrunner im Autobus zur sächsischen Kirchweih, diesmal mit der Blasmusik „Harmonie“ aus Neubiberg.
Im Frühjahr 2001 trafen sich wieder insgesamt 18 Pfarrgemeinderatsmitglieder beider Pfarreien in Kirchschletten zu gemeinsamen Besinnungstagen mit Pater Jensch.
2002 feierten unsere Kirchen jeweils 65. Geburtstag, der hier wie dort unter Anwesenheit von Gästen aus den Partnergemeinden gebührend begangen wurde. Aber 2002 war auch das Jahr der Überschwemmungskatastrophe in Sachsen. Zum Unterschied von Ottobrunn liegt Heidenau gleich an zwei Flüssen: an Elbe und Müglitz, die beide über die Ufer traten. Ganz Ottobrunn beteiligte sich an einer Sammelaktion, u.a. die evangelische Michaelskirche und St. Albertus Magnus; Organist Bernhard Gillitzer gab ein Benefizkonzert. Insgesamt erhielten die Heidenauer über € 40.000,-- aus Ottobrunn. Viele sagten: „Nun ist die deutsche Einheit Wirklichkeit geworden!“ Pfarrer Michael Kleiner kam persönlich nach Ottobrunn, um sich zu bedanken, und verteilte geschliffene Halbedelsteine, die das Müglitz-Hochwasser aus dem Sächsischen Erzgebirge ausgeschwemmt hatte.
Im September 2004 verbrachte man ein von Gerhard Schmidt organisiertes Wochenende in Regensburg mit Turmbesteigung und Besuch der touristischen Attraktionen an der Donau.
Zur Kirchweih 2004 wurde von der Ottobrunner Delegation unter Leitung von der PGR-Vorsitzenden Dorothea Weigert im Garten von St. Georg ein Ahornbaum gepflanzt.
2005 kam Peter Opitz als neuer Pfarrer nach St. Georg, wo er sehr herzlich aufgenommen wurde. Im Herbst 2005 fand mit ihm eine gemeinsame Pilgerreise nach Assisi und Rom statt, die bei allen Teilnehmern unvergessliche Eindrücke hinterließ, vor allem die Generalaudienz bei Papst Benedikt auf dem Petersplatz.
2006 Treffen in Erfurt: Organisiert von St. Georg. Die Vertreter beider Pfarreien besichtigten Wartburg, Eisenach und Erfurt, wo sich zu DDR-Zeiten das einzige Priesterseminar befand.
2007 war ein großes Jubeljahr, feierten doch St. Otto und St. Georg ihr 70-jähriges Kirchweihjubiläum. Die Heidenauer mit Pfarrer Opitz kamen zur Gratulation nach Ottobrunn: St. Otto und Pfarrer Zawadke feierten Geburtstag.
Nach Heidenau fuhren 25 Ottobrunner und bewunderten die mit Blumenarrangements festlich geschmückte Kirche und die fünf Meter lange Buchsbaumgirlande an deren Eingangsportal. Diesmal war wieder die Blasmusik „Harmonie“ dabei. Die Gäste aus Bayern wurden zu einer Rundfahrt durch Dresden eingeladen, und in der Frauenkirche gab es eine stimmungsvolle Orgelandacht. Für St. Georg wurde eine umfangreiche Festschrift herausgebracht unter dem Motto „St. Georg verbindet!“
2009 fuhren Therese Hörsgen und Eva-Maria Stiebler zum ersten Mal seit Bestehen der Partnerschaft mit geistlichem Beistand nach Heidenau: mit von der Partie war Gemeindereferentin Christine Stauß, die auch fröhlich mitfeierte und mitbetete.
2010 fuhr Pfarrer Dr. Czeslaw Lukasz mit. Er zeigte sich sehr beeindruckt von der 50 km langen Autofahrt mit Pfarrer Opitz durch dessen riesiges Einzugsgebiet: In jedem Ort hatte Pfarrer Opitz auf Häuser oder Wohnungen seiner Pfarrangehörigen hingewiesen.
2012 fand nach langer Zeit anläßlich des 75jährigen Kirchenjubiläums von St. Georg vom 27.-28. Oktober wieder einmal ein Besuch mit dem Kirchenchor statt.
Von Anfang an war es in St. Otto ein großes Anliegen, die Pfarrei St. Georg in ihrer schwierigen Diasporasituation zu unterstützen – hauptsächlich finanziell: in erster Linie durch den Basarverkauf von Handarbeiten und Marmeladen, besonders Quittengelée aus Heidenau und in zweiter Linie durch gezielte Kirchenkollekten bei Erstkommunion – auch die Kollekte vom 29. Mai 2011 - und Firmung und andere private Spenden, die zur Gänze nach Heidenau gehen. Dort wird das Geld nur für Belange der Pfarrei verwendet – die materielle Situation der Kirche in den neuen Bundesländern ist nicht die beste und viele Kirchen hätten eine Renovierung dringend nötig. Die Kirche St. Georg konnte in den letzten Jahren durch Einsatz aller verfügbaren Kräfte und Mittel (u.a. eben auch aus Ottobrunn) vom Keller bis zum Dach saniert werden. Der Gedankenaustausch mit den Heidenauern ist immer eine Bereicherung. Als Besucher aus Bayern wird man mit Stolz auf Verbesserungen und Erneuerungen hingewiesen, die durch Transferleistungen ermöglicht wurden. Man wird Zeuge der positiven Entwicklung, die es allen Unkenrufen zum Trotz doch gibt. Der Motor dieser für St. Otto und St. Georg so fruchtbaren Partnerschaft war und ist Therese Hörsgen, die von Anfang an dabei war und nicht müde wird, viele Aktionen zu initiieren. Eva-Maria Stiebler