Pfarrverband Schäftlarn

St. Peter und Paul, Baierbrunn; St. Georg, Hohenschäftlarn; St. Benedikt, Ebenhausen; Hl. Kreuz, Icking

Unsere Kirche St. Georg

St. Georg seitlich Frühling

Geschichte der Kirche St. Georg Hohenschäftlarn

Malerisch und bis auf den heutigen Tag ortsbestimmend, liegt über dem Dorf auf einer Moränenzunge die Pfarrkirche St. Georg, die zu den ältesten Filialkirchen der ehemaligen Klosterpfarrei Schäftlarn gehört.

Der erste schriftliche Hinweis für eine Kirche in Hohenschäftlarn stammt vom 18. Februar 778. Danach stifteten Adalgart und Odalker dem Freisinger Bischof Arbeo in Schäftlarn ein Oratorium. Mit der Ortsbezeichnung Schäftlarn ist dabei das heutige Hohenschäftlarn gemeint, denn das Kloster nannte sich zu dieser Zeit "am Peipinbach".

Der heutige Bau wurde 1729 durch den Münchner Maurermeister Johann Georg Ettenhofer (gebürtig in Bernried 1668, gestorben 1741 in München), der vor allen Dingen unter der künstlerischen Leitung des Hofbaumeisters Giovanni Antonio Viscardi tätig war, begonnen und bereits nach 13 Monaten abgeschlossen. Abt Hermann Joseph Frey (1677 - 1751) hatte in einem Schreiben an das Freisinger Ordinariat um den Neubau nachgesucht, "...nachdem sich das Würdige St. Georgii et Catharinae Gottshauß zu Hohenschöftlarn also schadhaft bezaigt, dass man des würckhlichen gar einfahlens beferchten mueß, mithin befundten, daß einige Reparation nit wohl mehr zuelänglich: sondern die hechste notturft seye, anstatt solch alten ein ganz neues Gottshauß aufzuerbauen." Ettenhofers Kostenvoranschlag belief sich auf 3.000 Gulden. Am 14. August 1730 erhielt Abt Hermann Joseph die Erlaubnis, in der neuen Kirche Messen lesen zu lassen. Die feierliche Weihe vollzog am 19. September 1734 der Freisinger Weihbischof Johann Ferdinand Freiherr von Pödigheim.

1922 wurde die Kirche Expositurkirche, 1953 erhob das Ordinariat Hohenschäftlarn zur Pfarrkuratie und 1957 zur eigenständigen Pfarrei.

Baubeschreibung

Der einfache Bau der Kirche  besteht aus einem einschiffigen Langhaus mit einer etwas über den Halbkreis verlängerten Apsis; herausragend ist dabei der Turm (29 Meter), dessen Kuppel an den der Schäftlarner Klosterkirche erinnert. Die Grabgewölbe im Untergeschoß des Turmes sind gotischer Herkunft. 1954 wurde die Kirche innen und außen renoviert und um 8 Meter nach Westen verlängert. Eine erneute Renovierung erfolgte in den Jahren 1976/1977.

Innenraum

St. Georg Altarraum
Es handelt sich hier um einen weiten, hellen Raum mit Pilastergliederungen an den Wänden, eine fast flache Decke, durch einfache Wulstbänder geziert und geschmückt durch zwei große Fresken.
Im Langhaus sehen wir die Darstellung eines typischen Prämonstratenser-Themas: Norbert, der Gründer dieses Ordens, erhält von Maria das weiße Skapulier. Er verehrt die Muttergottes und das göttliche Kind, im Hintergrund Augustinus, dessen Regel Richtlinie für Norberts Orden ist. Auf der östlichen Seite des Freskos erscheint Tanchelm von Flandern in der Kleidung des Reformators, die in der barocken Darstellung als Ketzertracht gilt. In der Legende um den Hl. Norbert gilt Tanchelm als dessen großer Gegenspieler in der Auseinandersetzung um die Eucharistie. Persönlich dürften die beiden sich wohl nie getroffen haben. Tanchelm wird auf unserem Bild vom Teufel in die Hölle geholt. Das Fresko dürfte nach 1730 entstanden sein. Es ist heute so stark überarbeitet, dass es seine Ursprünglichkeit nur erahnen lässt.
St. Georg Deckenfresko
St. Georg Fresko Altarraum
Besser erhalten ist dagegen das Fresko im Altarraum: Die Verehrung des Gekreuzigten durch Pilger aus allen Völkerscharen; ein Großteil von ihnen trägt die typischen Pilgerattribute: Hut, Stab und Jakobsmuschel. Beachtenswert ist dabei, dass das Kreuz nicht auf einem Golgatha-Berg steht, sondern in einer Talsenke. Da der betende Prämonstratenser nicht fehlt, darf man darin das Schäftlarner Isartal sehen.
Das Hochaltarbild stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel durch die Hl. Dreifaltigkeit dar, darüber sehen wir in einem Rundbild die Hl. Katharina. Das Altarblatt ist umrahmt von den Hl. Sebastian und Georg. Den Tabernakel flankieren St. Dionisius, der Hauspatron des Klosters Schäftlarn, und St. Margareta. Die plastischen Seitenaltäre sind rechts dem Hl. Sylvester, links der Hl. Katharina geweiht. Die Heiligenfiguren an der Südwand stellen St. Leonhard und St. Barbara dar, an der Nordwand St. Florian und St. Nepomuk.
St. Georg Kanzel
St. Georg Statue
Künstlerisch herausragend ist eine kleine Kreuzigungsgruppe an der Südwand. Der Corpus, von hervorragender Ausführung, ist weit älter als alle anderen plastischen Darstellungen und könnte bis in die Gotik zurückreichen. Gegenüber sehen wir die Kanzel, ein Werk aus den Jahren 1730 - 1740, mit Bandelwerk-Ornamentik, Akanthusblättern, der Schalldeckel mit einer Lilienvase bekrönt und durch Voluten in vier Seiten gegliedert.

Eines der künstlerisch wertvollsten Stücke befindet sich an der Nordseite des Altarraums: Die Gedenktafel des Erbauers der Kirche, Abt Hermann Joseph Frey, der hier auch seine Ruhestätte gefunden hat. Die Rahmung dieser Tafel ist eine Meisterleistung der Rokokoschnitzerei (datiert 1751), der Text, in lateinischer Sprache verfasst, ein Beispiel echter barocker Allegorie.

Krippen

Krippe St. Georg2
Krippe St. Georg