Pfarrverband Schäftlarn

St. Peter und Paul, Baierbrunn; St. Georg, Hohenschäftlarn; St. Benedikt, Ebenhausen; Hl. Kreuz, Icking

Auf Luthers Spuren in Rom unterwegs Ökumenische Reise 28.2. bis 3.3.2017

"Rom muss man einfach sehen!" (Kommentar einer Mitreisenden)

Rom ist eine Stadt der Gegensätze: Faszinierend schön und erschreckend morbide, verlockend und grausam, geprägt von aufrichtiger Spiritualität und falscher Frömmigkeit. Dies mag auch Luther so empfunden haben, als er der Stadt im Jahr 1511 einen Besuch abstattete. Fünf Tage lang durften 30 Mitglieder des Pfarrverbands Schäftlarn und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ebenhausen gemeinsam auf seinen Spuren wandeln.
Am besten lässt sich die Seele Roms zu Fuß entdecken – und so wurden die Füße arg strapaziert.  Doch selbst über achtzigjährige Damen hielten tapfer mit und stellten mit ihrem Elan manche Fünfzigjährige in den Schatten. Wie Rom war auch unsere Gruppe voller Gegensätze. Drei Generationen katholischer und evangelischer Christen, Ehepaare und Alleinstehende aus allen vier Gemeinden des Pfarrverbands waren gemeinsam unterwegs.
Gruppenbild vor Abreise
Arrividerci, Roma! Die Gruppe kurz vor der Abreise.
Foto: Jakobus Launhardt
Rom, 28. Februar 2017
Foto: Jakobus Launhardt
Wenn Alessandro und Fabio über ihre Stadt erzählen, beginnen ihre Augen zu leuchten. Sie geraten ins Schwärmen, schweifen gerne mal ab und sparen nicht an Scherzen und Anekdoten. Und mit jedem Wort wird klarer: Wen Rom einmal erwischt hat, den lässt es nicht mehr los. Gebannt hängen die Besucher an Fabios Lippen, wenn der Archäologe anhand eines einzelnen Mauerstücks zweitausend Jahre Stadtgeschichte rekonstruiert. Selbstverständlich in fließendem Deutsch. Und Kunsthistoriker Alessandro kennt nicht nur sämtliche Kunstwerke von Michelangelo, sondern auch pikante Details aus seinem Leben.
 
Die spannenden und tiefschürfenden Führungen der Agentur Roma Culta verdeutlichten Zusammenhänge und spannen einen roten Faden durch die wechselhafte Geschichte Roms. Ob wir nun die Seele Roms entdeckten, auf den Spuren Michelangelos wandelten, mit Luther in Rom unterwegs waren, uns vom Petersdom und der Engelsburg beeindrucken ließen oder gemütlich durch Trastevere bummelten - überall entdeckten Alessandro und Fabio spannende Details und führten uns zu unbekannteren, aber nicht minder sehenswerten Winkeln der Stadt.
Und da die Reise ganz im Zeichen der Ökumene stand, durfte auch ein Besuch in der evangelisch-lutherischen Gemeinde Roms nicht fehlen. Im zu 99 Prozent katholischen Rom leben wenige hundert evangelische Christen in der Diaspora. Und pflegen ein äußerst lebendiges und vielfältiges Gemeindeleben. Die Ökumene scheint in Rom auf einem guten Weg zu sein: Immerhin haben schon drei Päpste in der evangelischen Christuskirche Gottesdienst gefeiert. Pfarrer Jens-Martin Kruse bezeichnet die evangelische Gemeinde Roms gar als Laboratorium der Ökumene: „Wir können hier sehr viel experimentieren.“
Christuskirche, Via Toscana
Christuskirche, Rom, Via Toscana
Foto: PV Schäftlarn
Ausblick Dachterrasse
Blick auf das "Centro Storico" von Rom - von der Dachterrasse unserer Unterkunft aus.
Foto: PV Schäftlarn
„Am meisten begeistert hat mich, dass unsere Unterkunft mitten im historischen Stadtzentrum lag und wir alles zu Fuß erreichen konnten“, sagt Uschi Pfeiffer aus Icking. Direkt vor der Pforte des in einem historischen Palazzo untergebrachten Domus Internationalis Paulus VI beginnt das bunte römische Treiben: Zwei Minuten Fußmarsch zum schönsten Platz Roms, der Piazza Navona, fünf Minuten zum Pantheon mit seiner gigantischen Kuppel. Für Pastoralreferentin Dr. Martina Eschenweck, die die Reise mit Unterstützung des Bayerischen Pilgerbüros organisiert hatte, war die zentrale Lage ausschlaggebend bei der Wahl der Unterkunft. Und wen die Füße nach den Führungen noch trugen, nutzte den idealen Standort als Ausgangspunkt für eigene Erkundungen am Nachmittag oder den Besuch einer gemütlichen Trattoria am Abend.
Das Experiment unserer ersten ökumenischen Pfarrverbands-Reise war ein voller Erfolg – da waren sich die Teilnehmer einig. „Die Fülle der Eindrücke muss erst einmal verarbeitet werden“, sagt der evangelische Religionspädagoge und Mitorganisator Jakobus Launhardt. Und die achtzigjährige Maria Schmid aus Zell bringt es treffend auf den Punkt: „Was soll ich sagen? Rom muss man einfach sehen.“