Pfarrverband Schönberg

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Geschichte der Marianischen Männerkongregation Altötting

1599 - am 25. März: Gründung der Marianischen Kongregation Altötting unter dem Titel "Mariä Verkündigung".
  • 30 Männer, Priester und Laien, versammeln sich um ihren ersten Präses, den Jesuitenpater Jacobus Bertholdus, die Männer der ersten Stunde der Altöttinger MC. Präfekt ist der Hofmarkpfarrer von Altötting Johann Ortwein. Auch der "fromme Bauer" von Gasteig ist dabei.

    Schon 1570 war der heilige Petrus Canisius in Altötting gewesen und hatte Aufsehen erregt durch die Teufelsaustreibung in der Gnadenkapelle. 1591 sind die ersten Jesuiten in Altötting angelangt. 1593 wurde der Grundstein gelegt für das Kloster und die Kirche der Jesuiten St. Magdalena.

    Die erste Kongregation der Welt entstand in Rom 1563 unter den Schülern des Jesuitenkollegs. Der Gründer war P. Johannes Leunis.

    Seit 1581 ist Maximilian, der spätere Herzog (1598), dann Kurfürst (1623 bis 1651) Generalpräfekt aller Sodalen Mariens in Bayern.

    Johann Tserclaes Graf von Tilly wird in seiner Schulzeit bei den Jesuiten in Köln Sodale Mariens. Er wurde der unbesiegte Feldherr im Dreißigjährigen Krieg und blieb seiner Lebtag treuer Sodale Mariens. In Altötting war Tilly öfter als einmal, hat kostbare Weihegaben hier gelassen und wollte hier begraben sein. (+ 1632)
1649 - Pestfriedhof entsteht
  • Ein Jahr nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges haben die Sodalen der Marianischen Kongregation den Friedhof zwischen Altötting und Kastl angelegt für die Opfer der damals grassierenden Pest. 1894 wurde der "Pestfriedhof" von den Sodalen Altöttings wiederhergestellt.
1696 - der Kongregationssaal wird gebaut
  • Das Haus nördlich von Kloster und Kirche St. Magdalena (Leviten- oder Kapell-Haus), wird umgebaut, sodass im ersten Stockwerk der Saal für die Versammlungen der Sodalen entstehen kann. Über dem Saal wird die Bibliothek der Jesuiten untergebracht.
1696-1700 - die neue St. Magdalenenkirche wird gebaut
  • Weil die große Votivkirche auf dem Kapellplatz (deren Fundamente im Boden vorhanden sind) nicht gebaut werden konnte, baute man an der Stelle der bisherigen Jesuitenkirche eine neue, größere, geweiht am 29. Oktober 1700.
1773 - der Jesuitenorden wird aufgehoben
  • Papst Clemens XIV. konnte dem Druck der von Freimaurern beherrschten Politiker nicht widerstehen und hob die Gesellschaft Jesu auf. Das Jesuitenkolleg St. Magdalena mußte bis zum 6. Oktober geräumt sein und wurde in ein Priesterheim umgewandelt. Der bisherige Präses, P. Joseph Rapp blieb - nunmehr als Weltpriester - bis zum Jahre 1782.
    Das Kloster St. Magdalena wurde 1781 dem Ritterorden der Malteser übergeben. Sie errichteten in der St. Magdalenenkirche den Hochaltar aus Marmor mit dem Malteserkreuz an der Spitze.
1841 - die Redemptoristen übernehmen St. Magdalena und die Kongregation
  • Das Kloster St. Magdalena, in dem bis dahin Weltpriester als Wallfahrtsseelsorger und Präsides wirkten, wird der Kongregation des Allerheiligsten Erlösers ("Redemptoristen") übergeben. P. Friedrich Pösl wird Präses. Präfekt ist von 1825 bis 1851 Martin Moser. Er hat den Wechsel überdauert. Die Redemptoristen haben für die Kongregation große organisatorische Arbeit geleistet. Die neuen Bücher, eingeteilt nach Pfarrgemeinden im weiten Umkreis sind damals entstanden. Für den Kongregationssaal wurde eine Orgel angeschafft (1865). Die Ovalbilder vom Leben des heiligen Joseph (gemalt von Jakob Dehm/München) kamen in den Saal. Unter dem Präfekten Dominikus Zumüller (1870-1891) wurde der Saal umgebaut. Die Jesuitenbibliothek im Dachgeschoß wurde aufgegeben, dafür der Saal erhöht, das Deckengemälde Mariä Himmelfahrt von Franz Xaver Zimmer gemalt. Beim 1. Hauptfest 1871 wurden 287, beim 2. Hauptfest 150 Sodalen aufgenommen.
1873 - die Redemptoristen werden aus Altötting vertrieben
  • Im Kulturkampf wurden die Redemptoristen als "jesuitenverwandt" aus dem deutschen Reichsgebiet verbannt und mußten ihr segensreiches Wirken für die Wallfahrt Altötting und die Kongregation beenden. Der letzte Präses der Redemptoristen, P. Peter Hähnengraf verließ am 16. Oktober 1873 Altötting.
1874 - die Kapuziner ziehen in St. Magdalena ein
  • Am 4. Oktober 1874 übernehmen die Kapuziner der Bayerischen Provinz das Kloster und die Kirche St. Magdalena und die Leitung der Marianischen Männerkongregation. P. Johann Capistran Winter ist der erste Präses aus dem Kapuzinerorden. Für die Berufung der Kapuziner nach St. Magdalena war mitentscheidend das Ansehen, das der Pförtner von St. Anna, Bruder Konrad, in weiten Kreisen der Bevölkerung genoss. (+ 21.4.1894)
1895 - Altöttinger Liebfrauenbote gegründet
  • P. Eustachius Nagel aus Friedberg, Kapuziner in Neuötting, ist der Initiator und erste Redakteur des Altöttinger Liebfrauenboten (Probenummer im Dezember 1895)
1910-1912 - Bau der Basilika
  • Für den Bau einer neuen Wallfahrtskirche sammeln die Altöttinger Sodalen 60.000 Goldmark und kaufen das Grundstück. 1910 erster Spatenstich und Grundsteinlegung - 1912 am 13. Oktober Konsekration der Kirche. Am Tag darauf werden die Gebeine von Bruder Konrad erhoben, und der Seligsprechungsprozess beginnt.
1914-1918 - I. Weltkrieg
  • Etwa 1.500 Sodalen sind gefallen.
1916/17 - Anbau am Kongregationssaal
  • Der Saal wurde innen erneuert und ein kleiner Anbau angefügt als Raum für den Altar aus Silber und Gold
1924 - Pater Victricius Weiß in Vilsbiburg gestorben
  • P. Victricius aus Eggenfelden ist von seinen Mitbrüdern fünfmal für je drei Jahre zum Provinzobern gewählt worden. Von der Marianischen Männerkongregation Altötting wurde er 1896 mit dem Titel "Ehrenkonsultor" ausgezeichnet. Im Verlauf seines Seligsprechungsprozesses wurden am 10. Mai 1979 seine heroischen Tugenden anerkannt. Seitdem ist er "Ehrwürdiger Diener Gottes", die letzte Vorstufe der Seligsprechung.
1930-1934 - Bruder Konrad selig- und heiliggesprochen
  • Als junger Mann war Bruder Konrad in die Altöttinger Kongregation eingetreten. Jetzt haben ihn die Sodalen zu ihrem Patron erwählt.
1935 - Pater Ingbert Naab
  • Am 28. März 1935 starb in Straßburg der Kapuzinerpater Ingbert Naab, der in seinen ersten Priesterjahren die Studentenkongregation geführt hat.
1933-1945 - Naziherrschaft und Krieg
  • 1933 zählte die Altöttinger MC 20.900 Sodalen - 1945 in 340 Pfarreien 19.000.
1943 - Franz Jägerstetter
  • Im Zuchthaus Brandenburg wurde Franz Jägerstetter mit dem Fallbeil hingerichtet, weil er sich weigerte, Kriegsdienst zu leisten. Er hatte im Jahr zuvor an den Exerzitien für Sodalen im Franziskushaus teilgenommen.
1945 - letzte Opfer der Gewaltherrschaft
  • Unter den sieben Männern, die in Altötting am 28. April von der SS erschossen wurden, waren die Sodalen Josef Bruckmayer, Martin Seidl, Adam Wehnert und Administrator Msgr. Adalbert Vogl.
1968 - MC - GCL
  • Durch die Bewegung des II. Vatikanischen Konzils entstand aus der MC die GCL (Gemeinschaft christlichen Lebens). Ihre Grundsätze wurden von Papst Paul VI. bestätigt. Sie ist weltweit die Dachorganisation. Seitdem gibt es in der MC etwa ein Jahr nach der Aufnahme die feierliche Lebensweihe.
Ab 1979 - Restaurierung des Saales
  • Das Gebäude des Kongregationssaales in Altötting wurde in den Jahren ab 1979 außen und innen restauriert, die Mauern trockengelegt, das Dach erneuert, im Saal der Boden neu gelegt, das Gestühl zum Teil neugemacht, die Wände abgeschabt und Teile der früheren Bemalung freigelegt, Bilder mit Stuckrahmen angebracht, der Altar restauriert, Stiege und Eingangstür verändert. Die Räume unterm Saal wurden zur Bereicherung des Kongregationslebens zugänglich gemacht.
1980 - Begegnung mit Papst Johannes Paul II.
  • Papst Johannes Paul II. besuchte bei seiner Pastoralreise durch Deutschland den Wallfahrtsort Altötting und wandte sich bei seiner Ansprache im besonderen an die Ordensleute. Die MC Bayerns war mit Fahnen vertreten. Beim Opfergang der heiligen Messe überbrachte der Präfekt der MC Altötting, Dr. Oskar Bender ein Geldgeschenk, das die Sodalen gesammelt hatten.
1984 - Papstdenkmal am Saalgebäude
  • Am 1. April 1984, als Abschluss des Frühjahrshauptfestes wurde das Papstdenkmal an der Fassade des Kongregationssaales von Bischofskoadjutor Franz Xaver Eder geweiht. Es wurde modelliert von Dr. h.cc. Leo Mol/Winnipeg und gegossen von Fa. Otto Strehle/Eisenfelden.
    1987 - Pater Rupert Mayer S.J. seliggesprochen
    Papst Johannes Paul II. kam zu einem zweiten Pastoralbesuch nach Deutschland. Am 3. Mai erklärte er im Olympiastadion in München den langjährigen Präses der Marianischen Männerkongregation München, P. Rupert Mayer S.J. als Seligen der Kirche. Ein Bild an der linken Seitenwand des Kongregationssaales erinnert an dieses Ereignis.

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