Pfarrverband Vaterstetten

Möschenfelder Str. 26, 85591 Vaterstetten, Telefon: 08106-377270, E-Mail: Zum-Kostbaren-Blut-Christi.Vaterstetten@erzbistum-muenchen.de
Seelsorgerteam2015
Seelsorgerteam (Foto Susanne Edelmann)

Seelsorgerteam Pfarrverband Vaterstetten

Photo:

Hintere Reihe (von links): Pfarrer Hans-Joachim Brennecke, Pfarrer Thomas Kratochvil (Dekan), Diakon Helmut Wetzel, Prof. Dr. Janusz Surzykiewicz

Vordere Reihe (von links): Kaplan Martin Siodmok (bis 31.8.2016), GR Marion Wick (bis 31.8.2016), PR Ingrid Karl, Diakon Gerd Jansen

Nicht im Bild: Dorothee Dillmann, Brigitte Emmer, Prof. em. Dr. Peter Neuner,
Kaplan Rohan Lobo (seit 1.9.2016) und PA Martina Sang (seit 1.9.2016)

Arbeitsbereiche

Alle Seelsorger und Seelsorgerinnen
Begleitung der Gottesdienste im Pfarrverband
Beerdigungen im Pfarrverband
Seelsorgsgespräche
Alle Diakone und Priester
Taufen und Hochzeiten im Pfarrverband
Pfarrer Thomas Kratochvil
Solidarpfarrer und Moderator
Dekan des Dekanates München Trudering
Leiter des Pfarrverbandes
Erstansprechpartner Vaterstetten
Leitung der Firmvorbereitung im Pfarrverband
Leitung der Glaubenskurse und Oase
Pfarrer Hans-Joachim Brennecke
Solidarpfarrer
Co-Leiter des Pfarrverbandes
Erstansprechpartner Baldham und Kuratie Neufarn
Begleitung der Erstkommunion in Baldham und der Kuratie Neufarn
Ministrantenarbeit Baldham und Kuratie Neufarn
Kaplan Rohan Lobo
Jugendarbeit im Pfarrverband
Begleitung der Erstkommunion in Vaterstetten und Neukeferloh
Ministrantenarbeit Vaterstetten und Neukeferloh
Unterricht an der Grundschule Wendelsteinstr
PR Ingrid Karl
Leitung der Erstkommunionvorbereitung Baldham und Begleitung der Ertskommunionvorbereitung in der Kuratie Neufarn
Kinder und Familien Baldham und Kuratie Neufarn
Seelsorge im Kinderhaus Maria Königin und St. Nikolaus Parsdorf
Arbeitsplatz: Pfarrbüro Baldham
PA Martina Sang
Leitung der Erstkommunionvorbereitung in Vaterstetten und Neukeferloh
GR N.N. (Stelle zu besetzen)
Seelsorge im Kinderhaus St. Josef Vaterstetten und St. Christophorus, Neukeferloh
Kinder und Familien Vaterstetten und Neukeferloh
Unterricht an der Grundschule Wendelsteinstraße
Arbeitskreis Neukeferloh
Diakon i.R. Helmut Wetzel
Seelsorgsmithilfe Schwerpunkt Baldham
Kontakte zu  Senioren im Pfarrverband
Diakon m.Z. Gerd Jansen
Seelsorgsmithilfe Schwerpunkt Vaterstetten und Kuratie Neufarn
Caritasarbeit im Pfarrverband
Religionslehrerin Dorothee Dillmann
Begleitung der Firmvorbereitung im Pfarrverband
Begleitung der Oasen und Gottesdienste mit Erwachsenen (XXL)
Prof. Dr. Janusz Surzykiewicz
Seelsorgsmithilfe Schwerpunkt Kuratie Neufarn (=Zelebration der Sonntagsmessen)
Prof. em. Dr. Peter Neuner
Heilige Messe Vorabend Baldham

Liebe Gemeinde,

Schlüssel spielen in unserem Leben eine große Rolle. Wir sind es gewohnt, einen ganzen Bund von Ihnen in der Hosentasche zu tragen: Autoschlüssel, Wohnungsschlüssel, Kellerschlüssel, Schlüssel fürs Fahrrad, Schlüssel für die Arbeit, Schlüssel für die Kirche, Schlüssel fürs Pfarrzentrum.
Schlüssel geben Vollmacht: wer den Schlüssel hat, der kann Öffnen und Schließen. Es setzt Vertrauen voraus, einem anderen einen Schlüssel anzuvertrauen. Jugendlichen Gruppenleitern einen Schlüssel für die Jugendräume zu geben: das ist ein Zeichen von Vertrauen und Wertschätzung.
Schlüssel öffnen und schließen Räume. Schlüssel in der Tasche zu haben, das gibt Sicherheit. Ich erinnere mich noch sehr lebendig, als ich vor Jahren für ein halbes Jahr auf dem Weg nach Frankreich war: was für ein eigenartiges Gefühl, für einige Tage keinen Schlüssel mehr zu haben. Keinen Ort, an den ich zurückkommen kann und einfach aufsperren und rein gehen. Plötzlich fehlt Beheimatung. Wo ist mein Platz?
Im Übertragenen Sinn sprechen wir auch von Schlüsselerfahrungen: Bedeutsame Ereignisse, die prägend sind und unserem Leben eine neue Richtung geben. In der Geschichte des Volkes Israel ist die Erfahrung des Mose am brennenden Dornbusch solch eine Schlüsselerfahrung: Gott offenbart sich dem Mose als der „Ich bin der Ich bin da bei euch!“. Ein Gott, der mitgeht und unser Leben begleitet in Höhen und Tiefen. Der Name Gottes, der am Dornbusch offenbart ist, wird sich fortan auch in der Geschichteerweisen. Israel erfährt Befreiung aus dem Sklavenhaus und Begleitung in der Erfahrung der Wüste. Der Weg durch die Wüste ist nicht einfach, aber Gott bleibt treu und gibt jeden Tag alles, was das Volk braucht. Ein Stolamotiv von Veronica Degenfeld zeigt in der Mitte des brennenden Dornbusches das Motiv des Guten Hirten, der sich um das Lamm sorgt, das sich ihm entgegen streckt.  Liebevoll und stark umfangen die Arme des Hirten das Lamm und halten es fest. Geborgenheit, Sicherheit, Schutz und behütet sein. Gott ist ein Gott, der unsere Wege begleitet.
Wir sprechen auch von Schlüsselbegriffen. Sie eröffnen neue Räume des Denkens und stellen in den Mittelpunkt was wirklich wichtig ist. Das „allgemeine Priestertum aller Getauften“ ist solch ein Schlüsselbegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Konzil hat damit neue Räume geöffnet und zentrale Wahrheiten der Anfänge der Kirche neu in die Mitte gestellt. Für die Zukunft der Kirche in unseren Tagen ein entscheidender Neubeginn. Es gilt die Gnade der Taufe und die gemeinsame Berufung aller Gläubigen neu zu entdecken! In der Taufe sind wir mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt und gerufen, Zeugnis für Christus zu geben. Kardinal Schönborn spricht von der dienenden Funktion des Weihepriesteramtes am allgemeinen Priestertum aller Gläubigen: „Wir alle gehören durch die Taufe Christus an. Christsein ist weder ein Ehrenamt, noch ein Hauptamt, sondern eine Lebensentscheidung. Wir sind aufeinander angewiesen und verwiesen. Gemeinsam tragen wir Sorge und Verantwortung für die Kirche, für Gemeinden und Gemeinschaften. Wir sind uns gegenseitig anvertraut und geschenkt. Und wir bedürfen der gegenseitigen Vergebung, wo wir uns nicht in Würde begegnet sind und falsche oder unerfüllbare Erwartungen aneinander gestellt haben. … Ich sage es ohne Umschweife, wir brauchen heute in der Kirche eine tiefgreifende doppelte Bekehrung: Wir Priester müssen uns bekehren, uns tatsächlich in den Dienst des gemeinsamen Priestertums aller zu stellen, d.h. darunter“ und das in Freude. Die Laien – so bekennen mir immer mehr Laien – brauchen eine Bekehrung zur inneren dankbaren Haltung, von den Priestern etwas zu empfangen, das sie sich selber nicht geben können. Das hat weitreichende Konsequenzen, wenn wir bereit sind, uns gegenseitig zu tragen, wertzuschätzen, mit den Charismen zu beschenken und Hirtensorge gemeinsam wahrzunehmen.“ (Kardinal Schönborn, Hirtenbrief 2011)

Wir gehen in diesen Tagen auf die nochmalige Erweiterung unseres Pfarrverbandes zu. Am 8. November 2015 wird Bischofsvikar Stolberg mit uns den feierlichen Errichtungsgottesdienst feiern.
Unser Pfarrverband hat damit sin endgültige Größe erreicht. Für uns ein Schlüsselmoment: nach vielen Jahren, in denen sich der Pfarrverband äußerlich zunehmend vergrößert hat, geht es nun darum, den neuen Raum, der sich eröffnet gemeinsam zu gestalten. Dieser Prozess ist nicht frei von Sorgen und Ängsten. Gerade im vergangen Jahr sind wir als Hauptamtliche, aber auch viele unserer Ehrenamtlichen an Grenzen gekommen: Grenzen dessen, was für Einzelne leistbar ist. Grenzen der Belastbarkeit. Wir erleben, dass Gewohntes brüchig wird und wir uns von manchen Dingen verabschieden müssen. Auch manche Gruppen, die seit langen Jahren und Jahrzehnten einen gemeinsamen Weg gegangen sind, haben in den letzten Jahren einen Schlußpunkt gesetzt. In Baldham hat sich nach 25 Jahren schon vor einiger Zeit der Frauentreff aufgelöst. In Vaterstetten wurde dieses Jahr die Gemeinschaft des Katholischen Frauenbundes aufgelöst. Seit letztem Jahr gibt es keinen Kirchenchor mehr in Baldham und der „Offene Kreis“ wird sich nicht mehr treffen. Wir erleben Verunsicherung und bei aller Dankbarkeit für das Gute, das gewesen ist, auch manchmal Trauer.   Nach Jahrzehnten, endete mit den letzten Ausgaben die Zeit unserer Pfarrbriefe, des „Dialog“ (Pfarrer Vaterstetten), des „Pfarrbriefe“ (Kuratie Neufarn) und des „Gemeinde unterwegs“ (Pfarrei Baldham). Ganz sicher werden wir in den kommenden Jahren noch mehr Veränderung erleben.
Zugleich dürfen wir auch erleben, wie Neues aufblüht und wächst. Anders als bisher, aber lebendig und kraftvoll. Für junge Familien bietet die Gemeinschaft der „Zwergerl-Gottesdienst-Gemeinde“  und der „Kinderkirche“ Raum zum Andocken. Viele kommen hier ganz neu in Kontakt mit Kirche. Die „Oase“ ist für viele ein Ort des Auftankens und des Kraftschöpfens geworden. Im Frühschoppenteam in Vaterstetten haben sich knapp fünfzig Männer zusammen gefunden um sich ganz einfach in Dienst der Gemeinde zu stellen.
Abschied und Neubeginn prägen unseren Alltag im Pfarrverband. In allem aber dürfen wir sicher sein, das Gott unsere Wege begleitet. „Ich bin der Ich bin da bei euch“ Der Gottesname, der am brennenden Dornbusch offenbart wurde, gilt auch uns als Zusage. Wir brauchen eine Kultur des Verabschiedens, um dann auch offen sein zu können für das Neue, das Gott uns bereitet. In der Taufe sind wir alle mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt. Das gilt es in Zukunft immer mehr und tiefer zu entdecken!
 
Pfarrer Thomas Kratochvil