Pfarrverband Wartenberg

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Messe der Tausend

orchester und chor
Die musikalische Welt feiert heuer den 100. Todestag des österreichischen Komponisten Gustav Mahler. Er gab seiner 8. Symphonie den Namen „Symphonie der Tausend“, weil man um die 1000 Akteure brauchte, um sie aufführen zu können. Seit längerer Zeit schon befasste sich der Wartenberger Kirchenmusiker Christian Rott mit dem Plan, Chorsätze aus Felix Mendelssohn-Bartholdys bekannten Oratorien „Paulus“, „Elias“ und „Lobgesang“, die man sonst nur in den Konzertsälen größerer Städte hören kann, in die Liturgie einzubauen, zumal bestimmte Texte dem liturgischen Ablauf der Eucharistiefeier weitgehend entsprechen. Mahlers „Symphonie der Tausend“ und die inhaltliche Übereinstimmung der ausgewählten Oratorienchorsätze waren somit die Beweggründe für Rotts Arrangement „Messe der Tausend“, die am Sonntagabend in der vollen Wartenberger Pfarrkirche ihre Uraufführung erlebte.
Auch Rotts Werk erfordert einen großen Klangkörper. Deshalb wurde der Kirchenchor durch den Wartenberger Männerchor, die Bruckner-Kantorei und Projektsänger aus der Umgebung auf 80 Mitwirkende verstärkt, die Rott in wochenlanger intensiver Probenarbeit auf die Aufführung bestens vorbereitet hatte. Im Orchester mit Streichern, Holzbläsern, Blechbläsern und Schlagwerk sowie an der Orgel wirkten über 30 mit. Damit aber noch nicht genug; auch das Volk wurde gesanglich an zwei Stellen eingebunden, um aus dem Kompendium von Chorsätzen eine „Messe der Tausend“ werden zu lassen.

Das Konzert begann mit dem vom Bassbariton Werner Perret von der Kanzel herab gesungenen „Gnade sei mit Euch und Friede“, bevor im Eingangschor „Herr, der Du bist der Gott“ jubelnd das Gotteslob erklang. Ihm schloss sich der Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr´“ an, gefolgt von der gleichnamigen Orgeltriosonate von J.S.Bach, auf der Staller-Orgel von Johanna Pfeifer überzeugend intoniert. Noch einmal lud dann Werner Perret von der Kanzel aus ein: „Kommt her, alles Volk, kommt her zu mir!“, bevor der Chor intonierte „Wirf Dein Anliegen auf den Herrn!“ Zum majestätischen Halleluja wurde der Satz „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“, abgeschlossen durch das „Lobe den Herrn, meine Seele“, das im Wechsel mit einem Frauenchor von den beiden Sopransolistinnen Helga Lechner und Stephanie Weltrich-Streit vorgetragen wurde. In der dann folgenden Predigt ging der frühere Holzlandkaplan Christoph Huber, heute Domvikar und Diözesanpräses des Kolpingwerks der Erzdiözese, mit eindrucksvollen Worten auf das Wesen der Messe und die Bedeutung der Musik bei der Eucharistiefeier ein. Danach erklang - ebenfalls im Wechsel zwischen Sopransolo und Chor - der Satz „Ich harrete des Herrn und er neigte sich zu mir“. Zum kraftvoll-jubelnden Gotteslob wurde das anschließende „Heilig“ im Wechsel zwischen Bruckner-Kantorei, Chor und Gemeinde. Nach dem „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir“ sangen ein kleiner Chor und anschließend der große Chor bei vollem Orchestereinsatz ein bestürzend-ergreifendes Stück aus „Das Buch mit sieben Siegeln“ des österreichischen Spätromantikers Franz Schmidt (1874-1939), bevor die Bruckner-Kantorei das „Vater unser“ anstimmte. Ihm folgte die Sonate VI „Vater unser im Himmelreich“ von Mendelssohn-Bartholdy, auf der Orgel von Christian Rott dargeboten. Mit dem vierstimmigen Choral „Nun danket alle Gott“ und dem bekannten „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Mendelssohn-Bartholdy neigte sich das Konzert dem Ende zu. Den Schluss bildete das vom Chor intonierte „Aber einer erwacht von Mitternacht“ im Wechsel mit dem vom Volk gesungenen Kirchenlied „Sonne der Gerechtigkeit“.
Langanhaltender, stehender Beifall dankte den überzeugenden Solisten (alle drei sind Wartenberger), der begabten Organistin Johanna Pfeiffer, den gut disponierten Sängerinnen und Sängern der verschiedenen Chorformationen sowie den professionell spielenden Instrumentalisten für ihre begeisternde Leistung. Einmal mehr bewies Christian Rott an diesem Abend durch sein geglücktes Arrangement, sein beeindruckendes Organisationstalent, sein überzeugendes Dirigat und sein Können an der Orgel, dass er ein musikalisches Ausnahmetalent ist. Wartenberg kann mit Recht auf seinen Kirchenmusiker stolz sein.

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