Dekanat Berchtesgadener Land

Das Dekanat Berchtesgadener Land

Das künftige Dekanat Berchtesgadener Land setzt sich aus den derzeit noch bestehenden Dekanaten Teisendorf und Berchtesgaden zusammen.

Mit der Fusion der Dekanate Teisendorf und Berchtesgaden entspricht das künftige fusionierte Dekanat dann auch den politischen Grenzen des Landkreises Berchtesgadener Land (mit Ausnahme der Pfarrei St. Ulrich Neukirchen, die zum Dekanat Traunstein gehört). Insgesamt sind im neuen Dekanat Berchtesgadener Land dann 27 Pfarreien, gegliedert in 10 Pfarrverbänden, zusammengeschlossen. Ca. 66.000 Katholiken leben im Dekanat.

Der Landkreis Berchtesgadener Land lässt sich in drei landschaftlich und topografisch verschiedene Gebiete unterscheiden: Das voralpine um Freilassing und Laufen, das mittelgebirgige um Bad Reichenhall und das hochalpine um Berchtesgaden. Sie haben auch eine unterschiedliche Geschichte erlebt:

Der Berchtesgadener Raum geht auf erste Rodungsaktivitäten der Augustiner im 11. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1122 wurde die Stiftskirche in Berchtesgaden eingeweiht. Im Laufe der Jahrhunderte konnte sich das Gemeindewesen entwickeln und gelangte auf Grund der reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung zu erheblichem Wohlstand. Dies äußerte sich u.a. darin, dass Berchtesgaden zur Fürstprobstei ernannt wurde und völlige Reichsunmittelbarkeit erhielt. Nach Jahrhunderten wechselvoller Geschichte, die besonders durch kriegerische Auseinandersetzungen wegen des Salzes gekennzeichnet waren, wurde schließlich im Rahmen der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 die Fürstpropstei Berchtesgaden aufgehoben. 1810 kam das Gebiet zum Königreich Bayern. Die darauf folgenden Jahrzehnte zeigen das Aufkommen des Fremdenverkehrs. Erst waren es Künstler, dann Alpinisten, bis schließlich der allgemeine Tourismus einsetzte, der auch heute noch dominiert.

Demgegenüber war Bad Reichenhall seit jeher bayerisches Territorium. Aus keltischen und römischen Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solevorkommen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Kehrseite war, dass auch hier immer wieder Kriege wegen des Salzes geführt wurden, besonders mit den benachbarten Salzburger Fürstbischöfen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein anderere Erwerbszweig, der die Stadt zu einer erneuten Blüte brachte und der sie auch heute noch charakterisiert: das Soleheilbad.

Der nördliche Teil des Landkreises gehört zum sog. Rupertiwinkel, dessen Name auf Rupertus, den ersten Bischof von Salzburg (690 - 710), zurückgeht. Dieses Gebiet unterstand bis zur Säkularisation im Jahre 1803 dem Erzbistum Salzburg, das im Laufe der Zeit zu einem Pufferstaat zwischen Bayern und Österreich wurde. Als Schifferstadt im Zuge des Salztransportes auf der Salzach konnte die Stadt Laufen zu ansehnlichem Wohlstand gelangen. 1816 erfolgte die letzte Änderung: Das Salzburger Land wurde durch die Saalach-Salzach-Linie getrennt; der westliche Teil kam zu Bayern, der östliche Teil zu Österreich. Wirtschaftlich gesehen hatte das auf Grund des nunmehr abgeschnittenen östlichen Hinterlandes einen Abstieg zur Folge.

Fortan war das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises bayerisch. Verwaltungsmäßig setzte sich jedoch die frühere Dreiteilung fort: So waren es auch nach dem 2. Weltkrieg noch die Landkreise Laufen und Berchtesgaden sowie mittendrin die kreisfreie Stadt Bad Reichenhall. Erst durch die allgemeine Landkreisgebietsreform in Bayern 1972 entstand schließlich der heutige Landkreis Berchtesgadener Land, der aus diesen drei Gebietskörperschaften (unter Abtrennung des nördlichen Laufener Gebietes) gebildet wurde.
Quelle: Homepage des Landratsamtes Berchtesgadener Land