Innehalten und Auftanken

Gedanken zu Pfingsten – Shalom

An PFINGSTEN hören wir im Evangelium, wie Jesus den Jüngerinnen und Jüngern erscheint. Er wünscht ihnen das, was wir Menschen am meisten brauchen:
FRIEDEN.

In der Muttersprache
Jesu heißt dies:
SCHALOM.

SCHALOM meint nicht nur Frieden im Gegensatz zum Krieg.
SCHALOM hat viele Inhalte, die wir im Deutschen nicht in einem oder zwei Worten wiedergeben können.

SCHALOM meint Zufriedenheit des Herzens, Ganzsein, Heilsein, Geborgenheit, Ruhe, Vergebung von allem, was dem Leben entgegensteht, Vergebung von Schuld und Sünde.
Der Friede sei mit uns
SCHALOM ist das gute Verhältnis zwischen den Einzelnen, und dem Einzelnen und der Gemeinschaft, aber auch das gute Verhältnis des Geschöpfes zu seinem Schöpfer.
SCHALOM ist nach den Aussagen der Bibel eine Gabe Gottes, die Gott den Menschen schenkt auf Grund seiner Verheißung.
SCHALOM ist das Leben, das Leben in Fülle.
SCHALOM ist der Friede, den wir nicht selber machen können, den wir jedoch als Gabe Gottes weitergeben und vermitteln können, zu dem wir selbst beitragen können, damit er Wirklichkeit wird.

Jesus selbst ist unser Schalom, unser Friede und unsere Versöhnung.
Jesus wiederholt diesen Wunsch noch ein zweites Mal:

DER FRIEDE SEI MIT EUCH!

Dann gibt er ihnen einen Auftrag, seine Sendung: Wie mich der Vater gesandt hat so sende ich euch! Der Auftrag an die Jüngerinnen und Jünger, der Auftrag an uns bedeutet, den Frieden Jesu, seinen Schalom zu den Menschen zu bringen, ihn Wirklichkeit werden zulassen in unseren Teams, in unseren Kindergruppen, in unseren Gesprächen mit den Eltern. Was kann das für uns bedeuten?

Jesus geht noch weiter. Er haucht seine Freunde an, wie man eine vereiste Scheibe im Winter anhaucht, damit man Durchblick bekommt. Wie man einen erstarrten Schmetterling anhaucht, damit er sich wieder bewegen kann, aufleben kann, wie man einen erstarrten Vogel anhaucht, ihm Wärme und Lebenskraft vermittelt, so handelt Jesus.

Wie wir einen Menschen anhauchen, ihn von Mund zu Mund beatmen, damit er wieder zum vollen Leben kommt, so lässt Jesus aufatmen. Die Apostel und die Frauen spüren wohl, dass Jesus sie gleichsam mit seinem Frieden „beatmet“, damit sie aufatmen, leben und seinen Schalom weitergeben können. Jesus deutet dieses Zeichen, indem er spricht:

EMPFANGT DEN HEILIGEN GEIST!

Leben im Geist Jesu, ist Leben im Schalom, im Frieden, den Gott gibt. Leben im heiligen Geist ist Leben in Fülle, Vergebung und Erlösung.

Der Friede sei mit euch!

Dieser Wunsch Jesu,
spricht uns Menschen
aus der Seele.

Dass dies kein
billiger Friede ist,
hat Jesus mit seinem Leben bezeugt.

Er sagt diesen Satz nach seinem Leiden
und seinem Tod.
Er sagt ihn bei seiner Begegnung mit den
Jüngerinnen und Jüngern
nach seiner Auferstehung.

Er sagt ihn als Verheißung
eines Lebens
aus dem Heiligen Geist.

Wenn wir diesen Frieden leben,
leben wir im Geiste Jesu.

Möge der gute und heilende Geist
in unseren Begegnungen,
in den Familien,
in den Kitas,
in den Pfarrgemeinden
spürbar werden!



Foto links: Hans-Werner Kulinna, in Lebensbilder 1/2, Folie 14 © Kösel-Verlag, München