Der etwas andere Adventkranz- Meditation -

Der grüne Zweig - gebrochen
Der grüne Zweig „erzählt“:
„Ich bin grün, voller Leben. Ich komme aus dem Wald.
Viele Bäume dort haben solche Zweige. Ich grüne zu jeder Jahreszeit. Ich bin für die Menschen ein Zeichen der Hoffnung, ein Zeichen des Lebens. Ich weise in die Zukunft.
Ich bin abgebrochen worden. Man hat mich herausgerissen aus dem Zusammenhang des Lebens, mich vom Leben getrennt. Gebrochen werden, das tut weh. Gebrochen werden hinterlässt Wunden, oft kleine, unscheinbare. Gebrochen werden schmerzt, verletzt, nimmt Lebensmut und Lebenskraft.“


Die Zweige, abgeschnitten vom Baum
Der grüne Zweig spricht vom Leben des Menschen. Er spricht von der menschlichen Sehnsucht nach Hoffnung und Lebendigkeit. Er erzählt aber auch von den Verletzungen, die Menschen einander antun. Von der Gewalt in Worten und Handlungen, von den gebrochenen Herzen, die verletzt und traurig sind.
Viele kleine Zweige sind abgebrochen, abgeschnitten vom großen Baum.
Wo ist ihre Lebendigkeit? Sind sie noch Zeichen des Lebens?
Ja, sie sind Zeichen für das ganze Leben des Menschen. Dazu gehört das Frohe und Hoffnungsgrüne.
Dazu gehört jede Wunde und unsere Verletzlichkeit. Dazu gehört sogar jede Gewalt, die wir selbst einsetzen oder auslösen.

Wer vermag zu heilen? Kann etwas Neues daraus werden?
Wo Menschen gebrochen und zerbrochen sind, schaffen sie Heil nicht aus sich selbst. Sie bedürfen der Hilfe anderer, damit etwas neu werden kann, vielleicht ganz anders, aber neu, hoffnungsvoll, lebensvoll.
Der grüne Kranz im Advent



Neues kann werden, wenn wir die Zweige zum Kranz verbinden.
Er ist ohne Anfang und Ende. Er hat sich gerundet. Wird er so zum Zeichen der Hoffnung, dass sich letztlich alles im Leben rundet, heil wird, sinnvoll erweist? Wird er so zum Zeichen für das Kind, von dem wir an Weihnachten hören? Es sagt:

„Seht, ich mache alles neu. Ich bin gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu verkünden, den Trauernden Freude, den Gefangenen Freiheit und alle zu heilen, die gebrochenen Herzens sind.“



Fotos: M. Eder

Praxistipp:
Die Fotos werden farbig ausgedruckt und nacheinander ausgelegt und betrachtet. Alternativ dazu kann ein Tannenzweig in die Mitte gebracht werden. Im Lauf der Meditation wird er in kleine Zweige gebrochen und zum Kranz gebunden oder gelegt.