Umweltmanagement (EMAS-Audit)

Zielorientiertes und kontinuierliches Management:

Das Umweltmanagement legt klare Ziele in einem abgestimmten Prozess fest. Die Zielerreichung wird regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Als Grundlage für diesen systematischen Verbesserungsprozess werden Zuständigkeiten und Abläufe geregelt. Insofern ergänzt das Umweltmanagement Prozesse zur Verwaltungsmodernisierung mit seiner ergebnisorientierten Steuerung, seinen Zielvereinbarungsverfahren, seiner Budgetierung und der dezentralen Ressourcenverantwortung.

Wirksame Kummunikation nach innen und außen:

Die Einführung von Umweltmanagementsystemen beinhaltet ganz wesentlich kommunikative Prozesse. Diese fördern die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, eine gemeinsame Organisationsstruktur und die Motivation der Mitarbeitenden sowie mit einem positiven Image in die Öffentlichkeit wirken.

EMAS (Eco Management and Audit Scheme) - Schritt für Schritt

Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das europäische Umwelt-Audit-System EMAS als effektives Instrument des Umweltmanagements in vielen Untgernehmen und Institutionen durchgesetzt. Die Grundlage des Systems bildet die "EG-Umwelt-Audit-Verordnung" von 1993. Bei der Novellierung 2001 wurde darauf geachtet, dass die Eigeninitiative der Unternehmen im Umweltschutz weiter gefördert wird.
Grundsätzlich basiert EMAS auf der Verpflichtung, über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus die eigene Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bestandsaufnahme, Programm und turnusmäßiger Soll-Ist-Vergleich gehören zu einem Regelkreislauf, durch den dieser Prozess gewährleistet wird.
Wenn eine Organisation ein Umweltmanagement gemäß der EMAS-Norm aufbauen will, müssen die folgenden Schritte durchgeführt und als Systemelement dauerhaft in der Organisation verankert werden.
  • Umweltprüfung Bei der Umweltprüfung handelt es sich um eine interne Prüfung (Ists-Bestandsaufnahme). Sie wird mit Hilfe von Checklisten vorgenommen, welche alle relevanten Umweltwirkungen des Standortes untersucht und bewertet sowie Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt.
  • Umweltpolitik Die Umweltpolitik bildet den Rahmen und umfasst umweltorientierte Werte, strategische Gesamtziele und Handlungsgrundsätze, welche Orientierung für die mittel- bis langfristige Entwicklung in den Organisationen geben.
  • Umweltprogramm Basierend auf den Ergebnissen der Umweltprüfung und vor dem Hintergrund der Umweltpolitik erstellt die Einrichtung ein verbindliches Umweltprogramm. Konkrete Ziele und Maßnahmen werden definiert, Verantwortliche benannt, Fristen gesetzt und Ressourcen bereitgestellt.
  • Umweltmanagementsystem Es verankert den Umweltschutz in der Organisation. Zuständigkeiten und Mitwirkungsrechte werden in einem Handbuch definiert (z. B. Umweltbeauftragte/r), das Qualifikations- und Informationswesen sowie das Controlling werden festgelegt. Die Funktionstüchtigkeit des Systems wird in einem internen Audit bewertet und die Ergebnisse der obersten Leitung zur Entscheidung vorgelegt.
  • Umwelterklärung Sie informiert die interne und externe Öffentlichkeit über das Umweltengagement der jeweiligen Einrichtung. Sie enthält Angaben zu den Umweltschutzzielen, zur ersten Umweltprüfung, zum Umweltmanagementsystem sowie zum Umweltprogramm.
  • Validierung und Standortregistrierung

Sechs Schritte zum nachhaltigen Wirtschaften

Wo stehen wir, wo wollen wir hin?
Antworten darauf gibt die Umweltprüfung, in der ein Team die Bereiche Leistung, rechtliche Grundlagen und Management in einer ersten Bestandsaufnahme analysiert und Stärken und Schwächen herausfiltert.

An was orientieren wir uns, wofür wollen wir einstehen?
Die selbst erarbeitete Umweltpolitik dient als Orientierung und Rahmen für alle weiteren ökologischen Aktivitäten der Organisation.

Welche Ziele haben wir?
Konkrete Ziele und Maßnahmen, im Umweltprogramm zusammengefasst und erläutert, können nur erreicht werden, wenn Verantwortliche benannt, Fristen definiert und Ressourcen bereit gestellt werden.

Und wie soll das gehen?
Konkrete Zuständigkeiten, Rechte und Aufläufe werden im Umweltmanagementsystem festgelegt und dadurch in der Organisation verankert.

Wie erreichen wir die anderen?
Die interne und externe Öffentlichkeit wird über eine Umwelterklärung über das Umweltmanagement, die Leitlinien und Ziele unterrichtet und erfährt, wie diese erreicht werden sollen.

Wer prüft nach, was wir machen?
Ein externer Gutachter prüft die Bausteine des Umweltmanagements und kontrolliert, ob sie den Anforderungen und der Realität entsprechen. Bei erfolgreicher Validierung kann eine EMAS-Standortregistrierung bei der IHK erfolgen.



Links für weitere Informationen:
www.kate-stuttgart.org
www.kirum.org
www.emas.de

Ausbildung zum/zur kirchlichen Umweltauditor/-in

Ziel dieses Kurses ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, aus christlicher Schöpfungsverantwortung heraus in ihrer Pfarrgemeinde bzw. kirchlichen Einrichtung ein systematisches Umweltmanagementsystem nach dem EMAS-Standard einzuführen.
Ausführlichere Informationen finden Sie auch auf der Website der KEB Bayern mit dem Link:
www.keb-bayern.de/Klimaschutz.html
EMAS TS 2
Im Landkreis Traunstein wurden im Herbst 2015 die Pfarreien erfolgreich rezertifiziert, die am Pilotprojekt 2011 zum Umweltmanagement in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen teilgenommen haben.
Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre mit dem Titel "Wir übernehmen Schöpfungsverantwortung" zusammengefasst. Sie kann in der Erzdiözese München und Freising angefordert werden über umweltbeauftragter@eomuc.de oder energiemanagement@eomuc.de