„Wir wollen die Idee des Klosters Beuerberg weiterführen“

Im Josefs-Flügel sollen Flüchtlinge untergebracht und betreut werden
Pressemitteilung der Erzbischöflichen Ordinariates

München, 23. Oktober 2014. Das Erzbistum München und Freising übernimmt das Kloster Beuerberg. Im vergangenen Mai hatten die Beuerberger Schwestern von der Heimsuchung Mariens das in der Gemeinde Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gelegene Kloster verlassen und waren in klösterliche Altenheime umgezogen. Gebäude und Liegenschaften des Klosters gehen nun in den Besitz des Erzbistums über, das sich verpflichtet, für die lebenslange Versorgung der 13 Salesianerinnen aus Beuerberg einzustehen. 
 
„Kloster Beuerberg ist eine wichtige kirchliche Landmarke, die seit Jahrhunderten unsere Heimat prägt“, erklärt dazu der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer: „Uns liegt es am Herzen, diesen Ort und die Idee, für die er steht, zu erhalten.“ Beuerberg sei einerseits ein Ort der Besinnung und Einkehr, zugleich aber eine äußerst offene Stätte der Begegnung gewesen. Das Kloster habe aus dem Glauben heraus in die Region hinein gewirkt durch Bildung und Kultivierung und die Menschen zusammengeführt, so Beer: „Klöster waren immer Stützpunkte für die Entwicklung des Landes. Diese Idee und diese Jahrhunderte alte Geschichte wollen wir in veränderter Zeit weiterführen.“
 
Der Generalvikar betonte, dass sich das Erzbistum mit dem Orden gemeinsam auf diese Zielsetzung verständigt habe: „Gemeinsam sind wir Kirche, wir ziehen an einem Strang. Das kirchliche Leben soll sich auch künftig im Kloster Beuerberg widerspiegeln.“
 
Über die konkrete Nutzung der Gebäude wird in vielfältigen Kontakten und unter Einbindung der politisch Verantwortlichen gesprochen. Höchste Priorität dabei hat, dass so schnell wie möglich ein Teil des Gebäudes der Aufnahme von Flüchtlingen dienen soll. Diese sollen im Josefs-Flügel des Klosters auf einer Wohnfläche von etwa 1300 Quadratmetern untergebracht und betreut werden. „Wir möchten einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass Flüchtlinge bei uns Unterkünfte finden“, sagte Beer. Bislang stellt das Erzbistum in 34 kirchlichen Gebäuden Wohnraum für etwa 670 Flüchtlinge bereit.  Welche und wie viele Menschen in Beuerberg unterkommen und betreut werden, wird derzeit geprüft. Erste Schätzungen gehen von 50 bis 60 Plätzen aus.
 
Zudem sollen die Gebäude unter anderem auch als dezentraler Verwaltungs- und Unterstützungspunkt des Erzbistums für die Pfarreien in der Region genutzt werden. Ebenso soll mit der politischen Gemeinde vor Ort kooperiert und geklärt werden, welchen Bedarf sie hat. Da die künftige Nutzung des Klosters an das Wirken der Beuerberger Schwestern anknüpft, soll es im Gebäude auch einen Ort der Erinnerung geben, kündigte Beer an: „Wir wollen die nicht vergessen, denen wir in der ganzen Region vieles zu verdanken haben.“ (kel)