Pfarrakten

Der Sprengel der Erzdiözese Salzburg griff bis 1808 weit in das heutige Gebiet der Erzdiözese München und Freising ein; im Wesentlichen alle Orte östlich des Inn zählten zur Erzdiözese Salzburg. Erst durch die Anpassung der bayerischen Diözesansprengel an die Landesgrenzen, die im Konkordat von 1817 geregelt wird, werden diese Gebiete an die neue Erzdiözese München und Freising abgetreten. Hierbei werden auch die diesbezüglichen Akten an die kirchlichen Behörden in München abgegeben.

Um seinen weitläufigen Sprengel verwalten zu können, war das Salzburger Erzbistum im Spätmittelalter in sechs Generalvikariate unterteilt, die von Stellvertretern des Erzbischofs geleitet wurden. Diesen wiederum unterstanden bis zum 17. Jahrhundert 16 Archidiakonate, die sich wiederum in 40 Dekanate und letztlich in 670 Pfarreien unterteilten. Dem Generalvikariat Salzburg waren dabei u.a. die Archidiakonate Baumburg, Chiemsee und Gars im bayerischen Teil des Bistumsgebiets zugeordnet.

Nach 1786 verblieb im Hochstift Salzburg selbst nur das Generalvikariat Salzburg, das vom Konsistorium geleitet wurde. Ihm unterstanden zwölf Dekanate sowie die sechs alten Archidiakonate außerhalb des Landes, darunter die drei bayerischen.
Aufgrund der großen georgraphischen Ausdehnung wurden im Hochmittelalter vier Salzburger Eigenbistümer gegründet um in den Randgebieten mit bischöflichen Rechten vor Ort vertreten zu sein, gleichzeitig aber die Errichtung eigenständiger Bistümer zu Lasten der Erzdiözese zu verhindern. Auf diese Weise entstanden die Bistümer Gurk (1072), Chiemsee (1215), Seckau (1218) und Lavant (1228). Der Bischof von Chiemsee fungierte v.a. als Weihbischof des Erzbischofs und residierte vorwiegend in Salzburg, wenngleich die Kirche des Klosters Herrenchiemsee zu seiner Kathedrale bestimmt war. Die Augustinerchorherren des Klosters Herrenchiemsee bildeten das Domkapitel; der Dompropst des Kapitels war zugleich Archidiakon des älteren Archidiakonats Chiemsee. Da der Bistumssprengel innerhlab des Archidiakonats lag, die Rechte des Archidiakons bei Errichtung des Bistums auch bestätigt wurden, waren massive Kompetenzstreitigkeiten die Folge, die erst 1613 (weitgehend) gelöst werden konnten. Der Erzbischof gestand dem Bischof von Chiemsee das volle Recht eines Ordinarius in seinem Bistum zu, das Archidiakonat wurde dadurch in einen erzbischöflich-salzburgischen und einen bischöflich-chiemseeischen Teil geteilt.

Als Folge der Säkularisation in Bayern wurden die Bistumsgebiete 1808 mit den Landesgrenzen in Einklang gebracht; dadurch verlor Salzburg alle bayerischen Gebiete seines Sprengels, die mit dem Konkordat von 1817 dem neuen Erzbistum München und Freising, teilweise auch dem Bistum Passau zugeschlagen wurden.

Die Akten der bayerischen Archidiakonate, des Bistums Chiemsee sowie des Salzburger Konsistoriums, sofern sie die bayerischen Gebiete betrafen, wurden nach 1808 dem nun zuständigen Freisinger Geistlichen Rat bzw. dem Generalvikariat in München übergeben. Entsprechend der Deutinger'schen Registraturordnung wurden die Pfarr-/Ortsakten den "Lokalia", die Personalakten den "Personalia" und die Sachakten den "Realia" zugeordnet, die älteren Unterlagen wurden später in das Archiv ausgesondert, die laufenden Akten hingegen sind im April 1944 weitgehend verbrannt.

Seit 1960 werden die Lokalia als Bestand Pfarrakten geführt (neben dem Bestand der Kloster- und Stiftakten).

Im folgenden sind die Pfarreien aus dem bayerischen Teil der Salzburger Erzdiözese gelistet, zu denen Akten vorhanden sind. Eine nähere archivische Erschließung mit Analyse der Provenienzstellen wurde noch nicht durchgeführt, die Verzeichnisse sind somit als vorläufig zu verstehen.

Archidiakonat Baumburg

Baumburg
Chieming
Eiselfing
Engelsberg
Evenhausen
Grabenstätt
Grünthal
Hart
Höslwang
Kienberg
Obing
Peterskirchen
Schnaitsee
Seeon
St. Georgen
Truchtlaching
Vachendorf

Archidiakonat Chiemsee

Aschau a. Inn
Eggstätt
Grassau
Nußdorf a. Inn
Prien
Prutting
Reit im Winkel
Riedering
Rohrdorf
Seebruck
Söllhuben
Vogtareuth

Archidiakonat Gars

Ampfing
Attenkirchen
Au a. Inn
Buchbach
Erharting
Flossing
Fraham
Gars
Heldenstein
Lohkirchen
Mettenheim
Mittergars
Mühldorf

Neumarkt St. Veit
Niederbergkirchen
Niedertaufkirchen
Oberbergkirchen
Obertaufkirchen
Pürten
Reichertsheim
Schönberg
Stephanskirchen b. Rosenheim
Taufkirchen-Lafering
Wang

Bistum Chiemsee

Eggstätt
Grassau
Prien
Söllhuben