Referententreffen November 2014 „Gemeinsam im Alltag – (Paar)Spiritualität im Alltag“

Stichpunktartige Impulse aus dem Referat

Wichtige Vorbemerkung: Es sind folgend Stichpunkte aus dem Vortrag - sozusagen ein Konzentrat! - zusammengefasst, die vielleicht für die, die nicht dabei sein konnten, nicht ganz schlüssig sind!

Grundlagen und Voraussetzungen:
  • Die bewusste Entscheidung für ein Leben aus dem Glauben ist der erste Schritt. Es geht nicht um Rigorismus, sondern um eine große Herausforderung und gewisse Ernsthaftigkeit im Leben als Christ - allein und als Paar oder als Familie!
  • Es gibt keine christliche Spiritualität, wenn ich den Gottesbezug zum dreifaltigen Gott ablehne.
  • Es ist keine christliche Spiritualität, wenn ich nicht täglich an meiner Gottesbeziehung dran bleibe! Wir sind und bleiben Gottsuchende!!! Die Gottesbeziehung mehr (das ignatianische "magis") zu „lernen“ ist eine lebenslange Aufgabe, die zu Klarheit herausfordert. Wir sind auf einem "Schulungsort!“
  • Wer bei sich selbst oder auch in der Partnerschaft diese Thematik verweigert, den holen diese Themen dann halt später nochmals ein.
    Die Grundlage ist, immer mehr die jesuanische Lebensweise lernen, sich in sein Licht zu stellen - sich selbst, als Paar, als Familie! Beispiele und Vorbilder aus der Bibel (Muttergottes Maria ist hier für viele hilfreich) betrachten und von den Heiligen lernen. Leider gibt es wenig Vorbilder für Ehepaare in der Kirchengeschichte.
  • Wenn man die Predigten von Papst Franziskus liest und die Gedanken verinnerlicht, dann ist immer die Frage: Wie lasse ich mich betreffen? Wie lassen wir uns bereichern? (Statt: "Hat er nicht wieder schön gesprochen?")
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Impulse aus der ignatianischen Spiritualität

Diese Impulse sind Anregungen für eine Paarspiritualität. Ignatius von Loyola zeigt in seinem Exerzitienbuch (EB) wertvolle Aspekte für eine fundierte Spiritualtät auf. In "Prinzip und Fundament" beschreibt er die Grundlage.

Und weiter schreibt Ignatius im EB: Jeder gute Christ soll mehr bereit sein, die Aussage des Übenden „zu retten als sie zu verurteilen; und wenn er sie nicht retten kann, erkundige er sich, wie jener sie versteht, und versteht jener sie in einem üblen Sinn, dann verbessere er ihn mit Liebe, und wenn das nicht genügt, suche er alle angemes­senen Mittel, damit jener sie recht versteht und sich rettet." (EB 22).
 
In den Vorbemerkungen zur Betrachtung zur Erlangung der Liebe (EB 230 -237) betont er:
Zuerst ist angebracht, auf zwei Dinge zu achten.
(1) „Liebe muss mehr in die Werke als in die Worte gelegt werden." (EB 230)
(2) Die Liebe besteht in Mitteilung von beiden Seiten: nämlich darin, dass der Liebende dem Geliebten gibt und mitteilt, was er hat, oder von dem, was er hat oder kann; und genauso umgekehrt der Geliebte dem Liebenden. Wenn also der eine Wissen hat, es dem geben, der es nicht hat; wenn Ehren; wenn Reichtümer; und genauso gegenseitig. (EB 231)

Spirituelle Grundhaltungen eines Christen
  • Die persönliche Grundhaltung und Motivation (innere Bewegung – wichtiger Begriff bei Ignatius im EB) ist Grundvoraussetzung für eine christliche (eigentlich für jede) Spiritualität.
  • Achtsamkeit ist ein wichtiger Begriff für eine Grundhaltung, aber für eine umfassende, konkrete christliche Spiritualität zu wenig.
  • Verwurzelt sein im Glauben an den dreifaltigen Gott: ABER: Allein das Gebet ist auch zu wenig – es geht auch ums Tun! --> „Liebe muss mehr in die Werke als in die Worte gelegt werden." (Ignatius, EB 230)
  • Wissen (oder besser Demut), dass ich mich (bzw. wir uns) nicht selbst und meiner (unserer) eigenen Leistung verdanke(n), sondern Gott!
  • Auch darum wissen, dass ich damit im Kontext der Schöpfung und der Mitmenschen stehe. 'Ich bin berufen, heilsam für mich und andere zu leben' (Prinzip und Fundament!)
  • Gelebte Nächstenliebe im Sinne Jesu ...
  • In der Spannung zwischen contemplatio und actio zu leben versuchen – z.B. allein spazieren gehen oder im Gebet verweilen und miteinander Dinge angehen. (ganz wie Jesus – Rückzug im Gebet und dann die Heilungen bzw. großen Reden) (Benedikt: ora et labora)
  • Sich zurücknehmen ("mehr" im Tun als im Reden vgl. EB 230)
  • "Ich liebe dich und ich mag dich leiden!" Leiden und Liebe --> Deutsche Sprache – Kreuz und Auferstehung in Partnerschaft und Ehe!
Eine Paarspiritualität ist getragen von der gelebten Spiritualität des einzelnen.




Konkrete Anregungen für die Ehevorbereitung mit Papst Franziskus

In mehreren Ansprachen hat Papst Franziskus wesentliche Aspekte einer konkreten Paarspiritulität hervorgehoben. Hier die Zusammenstellung dreier Texte:

Gruppenarbeit beim Referententreffen

Pastoralreferent Andreas Faller
November 2014

Hinweis:

Hier ein Baustein für die Ehevorbereitungskurse zum Thema: Paarspiritualität.

Zu diesem Themenbereich gab es auch eine Werkstatt auf dem Katholikentag in Regensburg 2014 zum Thema: Ehe – einander Hüterin und Hüter sein? Ehe neu buchstabieren mit Aussagen von Papst Franziskus.

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