Alleinerziehend Bei den Angeboten des Erzbistums können getrennt Lebende, ledige, geschiedene und verwitwete Mütter und Väter auftanken

Gute Phasen und schwierige Phasen, glückliche Momente und schmerzvolle Momente gibt es in jeder Familie. Alleinerziehende stehen in all diesen Situationen oft buchstäblich alleine da. Sie können weder Glück noch Trauer mit dem Partner teilen, fühlen sich oft komplett alleine verantwortlich für die Familie. Bei den Kursen, Gruppen, Ferienfreizeiten und speziellen Gottesdiensten der Fachstelle für alleinerziehende Frauen und Männer des Erzbischöflichen Ordinariates München finden Alleinerziehende Rat und Begleitung in ihrer besonderen Lebenssituation.
Mutter mit Töchtern
Alleinerziehende Mütter und Väter müssen viele Alltagssituationen alleine stemmen. Bei der Fachstelle für Alleinerziehende finden Sie Beratung und Unterstützung und können sich mit Anderen austauschen. Foto: imago/Westend61
Susanne Ehlert

Was Eltern bei den Angeboten erwartet - Drei Fragen an Fachreferentin Susanne Ehlert

Die Religionspädagogin Susanne Ehlert ist Fachreferentin in der Fachstelle für alleinerziehende Frauen und Männer des Erzbischöflichen Ordinariates München.
Welche Menschen kommen zu Ihnen?
Zu uns kommen Eltern, die nicht mit dem Vater oder der Mutter ihrer Kinder zusammenleben – und zwar in ganz unterschiedlichen Phasen. Manchmal während der Trennung, manchmal knapp vor der Trennung, in einer Zeit also, in der sie oft gar nicht wissen, wie es weitergehen soll. Die meisten kommen direkt nach der Trennung, wenn die Trauer noch stark ist. Und natürlich kommen die „klassischen“ Alleinerziehenden, also Frauen, die ihr Kind ledig bekommen haben, Eltern, die aufgrund von Scheidung oder Trennung alleinerziehend wurden oder auch durch den Tod des Partners. Dabei haben wir es nicht nur mit katholischen Alleinerziehenden zu tun. Alle Alleinerziehenden sind herzlich willkommen! Die Väter und Mütter kommen mit all den Themen, die das Leben mit Kindern ausmachen. Natürlich geht es auch um die Frage, ob und wie der Kontakt zum anderen Elternteil besteht und gestaltet wird. Ein großes Thema ist immer wieder die Pubertät. Auch der Übergang in die Schule oder ganz allgemein das Thema Loslassen spielen eine Rolle. 
 
Was bieten Sie diesen Menschen an?
In erster Linie sind wir einfach da. Wir sind ansprechbar als Menschen, als Begleiterinnen und Seelsorgerinnen. Wir sind Beraterinnen und Trösterinnen, wir können helfen, dass mehr Klarheit entsteht. Unsere Kurse, Ferienfreizeiten und die thematischen Wochenenden sind für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr nahrhaft. Sie profitieren sehr davon, gehen aufgerichteter und gestärkt aus diesen Angeboten heraus. Wir können ihnen ihr Leben nicht abnehmen, aber wir können helfen, dass sie ihr Leben und das Leben mit ihren Kindern besser bewältigen können. Zudem bringen wir Menschen, die einer ähnlichen Lebenssituation sind, zusammen, tragen dazu bei, dass ein Netzwerk entsteht. Hinter allem steht unser spiritueller, christlicher Hintergrund, unsere innere Haltung, die bei allen Angeboten spürbar wird.
 
Wo sind die Kinder, während Mutter oder Vater an den Angeboten teilnehmen?
In der Regel haben wir eine parallele Kinderbetreuung. Bis auf wenige Ausnahmen sind bei uns die Kinder immer mitgedacht und mitbetreut. Manchmal, zum Beispiel beim Sommerfest oder bei Wanderungen, sind die Kinder mit dabei. Bei den Ferienfreizeiten gibt es zeitweise eine Kinderbetreuung. Bei einigen Kursen bekommen die Kinder sogar abends noch ein kleines Abendessen, damit sich die Eltern daheim nicht mehr darum kümmern. Die Eltern wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind. Umgekehrt profitieren die Kinder, wenn die Eltern entspannter, stabiler, froher sind. Der normale Alltag ist geprägt von Zeitdruck und Pflichten. Bei uns dürfen alle einfach da sein und die Zeit miteinander genießen.


Die Fachstelle für alleinerziehende Frauen und Männer bietet thematische Angebote, Gruppen, Unternehmungen und Fahrten, Gottesdienste und Besinnung sowie Beratung und Information an.


Aktuell unter anderem das Thematische Wochenende
"Mit heiler Haut durch die Trennung? Wie Kinder die Scheidung verkraften"
Termin: 14.-16. Oktober 2016
Ort: Bildungshaus St. Martin, Bernried
Weitere Infos unter http://www.alleinerziehende-programm.de/angebote_details.php?id=15951&cat=1a



Alle Angebote finden Sie unter:
http://www.alleinerziehende-programm.de/angebote.php