Ehepaarsegnung

Einander anvertraut - Danken für viele Ehejahre

„Nichts und niemand kann Familie und Ehe ersetzen“
Kardinal Marx predigt beim Ehepaarfest auf dem Freisinger Domberg
Segnung der Ehepaare 2014
Freising, 5. Oktober 2014. Kardinal Reinhard Marx erwartet von der Bischofssynode in Rom eine „starke Ermutigung“ für Ehe und Familie, „die Fundamente unseres Miteinanders“. „Nichts und niemand kann Familie und Ehe ersetzen“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag, 5. Oktober, beim Ehepaarfest auf dem Freisinger Domberg. Die Umfrage aus Anlass der Bischofssynode habe gezeigt, dass eine Mehrheit der jungen Menschen sich Ehe und Familie wünsche, „eine Treuebeziehung, eine Offenheit für das Leben, eine Familie, wo ein Ja-Wort ein Ja-Wort ist, wo man sich aufeinander verlässt über die Generationen hinweg“.
 
Kardinal Marx forderte, „dass wir von der Kirche aus, aber auch in der Gesellschaft, alles tun, um Ehe und Familie zu stützen, um Menschen zu helfen, dieses Ja-Wort zu sprechen und dieses Ja-Wort zu halten“, zum Beispiel in der Ehevorbereitung und in der Ehebegleitung. „Wir brauchen ein gutes Miteinander in den Pfarreien, dass wir uns gegenseitig stützen, und in den Familien selbst“, sagte der Erzbischof weiter. Das Sakrament der Ehe sei „ein großes Geschenk, eine Gnade, ein Wunder: Es ist ein Wunder und Arbeit zugleich.“
 
Gleichzeitig wisse die Kirche um die „Zerbrechlichkeit von Beziehungen“, so Kardinal Marx weiter: „Darüber wird in der Synode gesprochen werden: Wie gehen wir mit dem um, was nicht gelingt, wo das Ziel nicht erreicht wird?“. Wo menschliche Beziehungen nicht mehr weitergingen, passiere etwas, worüber die Kirche nicht zu richten haben. Auch das werde eine Botschaft der Synode sein, betonte Kardinal Marx: „Es geht nicht darum, Menschen zu verurteilen, sondern darum, barmherzig allen Menschen, besonders denen, die verwundet sind, die krank sind, deren Beziehungen zerbrochen ist, die darunter sehr leiden, beizustehen.“
 
Zu Gast beim Ehepaarfest waren etwa 570 Ehepaare aus dem Erzbistum München und Freising, von denen viele in diesem Jahr ein Ehejubiläum feiern konnten. Kardinal Marx dankte ihnen für ihr Zeugnis für Ehe und Familie: „Wenn ich hier unter Ihnen bin, ist das der beste Beginn meiner Synodenarbeit: Mit Eheleuten zusammen zu sein, die miteinander Dank sagen für das, was ihnen geschenkt wurde, auch das, was sie miteinander ertragen haben in Treue und in Zuversicht, weil sie einander anvertraut sind.“
 
Nach dem Festgottesdienst und der Segnung der Ehepaare waren die Teilnehmer zu einem Begegnungsprogramm auf dem Freisinger Domberg eingeladen. Neben Führungen im Dom, in der Dombibliothek und in der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz gab es kulturelle und geistliche Angebote. Das Ehepaarfest stand unter dem Motto „„Einander anvertraut – Danken für viele Ehejahre“. 210 der anwesenden Paare begehen 2014 ihre Goldene Hochzeit, sind also seit 50 Jahren verheiratet. 22 Paare feiern ihre Diamantene Hochzeit mit 60 Ehejahren und drei Paare ihre Eiserne Hochzeit mit 65 Ehejahren. (gob)

Foto: Robert Kiderle
Ehepaarsegung
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Sonntag, 5. Oktober 2014
Mariendom, Freising
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Interview mit Kardinal Marx zur Ehepaarsegnung in Freising und der Familiensynode in Rom
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