Pilgern: Aufbruch in das Unbekannte – Reise zu mir selbst

Pilgerschaft heute meint Unterwegssein im Fremden. Zugleich ist Pilgern aber immer auch eine Reise zu sich selber, zur eigenen Mitte. Pilger von heute sind oftmals auf der Suche nach Lebenssinn, nach Orientierung und Ruhe, um über sich nachdenken zu können. In der christlichen Tradition ist der Pilgerweg auch ein Sehnsuchtsweg nach Gott, dem Ursprung und Ziel unseres Lebens.

War früher der Pilger unterwegs, um etwa ein Gelübde zu erfüllen, vielleicht ein Wunder am Grab eines Heiligen zu erleben od. Buße für ein Vergehen abzuleisten, so treten heute meist andere Motive in den Vordergrund, etwa der Wunsch aus dem hektischen Alltag auszusteigen, Abstand zu gewinnen von seinen Sorgen, die Natur beim Gehen intensiv zu erleben, die körperliche Leistungsfähigkeit unter Beweiß zu stellen, die eigene Beziehung zu Gott vertiefen, den Übergang vom Berufsleben in den Altersruhestand bewußt zu begehen, oder einfach nur Neugierde auf das fern- oder nahgelegene Ziel.

Gemeinsam ist den Pilgern von einst und jetzt die Bereitschaft, sich auf das Neue und Unbekannte einzulassen, dabei auf manchen Luxus zu verzichten, offen zu sein für Erfahrungen, die sich auf dem Weg ergeben und die nicht selten zu einer Umgestaltung des Lebens führen. akm

Menschen auf Berg vor Gipfelkreuz