"Wer glaubt ist nie allein"

Der Besuch Papst Benedikt XVI. in Bayern 2006

Papst Benedikt XVI. besuchte vom 9. bis zum 14. September 2006 seine bayerische Heimat und das Erzbistum München und Freising, dem er als Erzbischof von 1977 bis 1981 vorstand. Die Reise stand unter dem Motto „Wer glaubt ist nie allein“.

Mit Fahnen und Jubelrufen bereiteten die Menschen in München Benedikt bei seiner Ankunft am 9. September einen begeisterten Empfang. Etwa eine Viertel Million Menschen säumten die Wegstrecke des Papstes bis in die Innenstadt. „Es ist für mich tief bewegend, wieder auf diesem wunderschönen Platz zu Füßen der Mariensäule zu stehen“, sagte der Papst auf dem Marienplatz, auf dem er sich im Februar 1982 als scheidender Erzbischof von München und Freising von seinem Erzbistum verabschiedet hatte.

Nach dem Gebet am Marienplatz traf Papst Benedikt XVI. den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler sowie die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Während seines Aufenthalts in München wohnte der Papst im Erzbischöflichen Palais des Gastgebers, dem damaligen Erzbischof von München und Freising Kardinal Friedrich Wetter.

Beim Gottesdienst am 10. September auf dem Freigelände der neuen Messe München bezeichnet der Papst den Glauben an Gott als Grundlage der sozialen Verantwortung. Durch Gott sei „unsere Verantwortung füreinander, für die Herrschaft von Gerechtigkeit und Liebe in der Welt verbunden“, sagte Benedikt vor mehr als 250 000 Gläubigen. Der Papst feiert den Gottesdienst unter einem lebensgroßen Kruzifix aus dem 9. Jahrhundert, das als das weltweit älteste Monumentalkreuz gilt und aus einer Filialkirche in Enghausen im Landkreis Freising stammt.

Während des Vespergottesdienstes am selben Tag appellierte Benedikt im Münchner Liebfrauendom an Eltern, Religionslehrer und Seelsorger, in Familien, Schule und Pfarrgemeinde den Kindern und der Jugend den christlichen Glauben als „Quellgrund des Lebens zu erschließen“. Es komme darauf an, „durch das Miterleben mit Jesus und mit der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche, selbst ein heller Mensch der Wahrheit und der Güte zu werden“.

Am 11. September flog Benedikt XVI. mit dem Hubschrauber nach Altötting, wo er einen Gottesdienst auf dem Kapellplatz hielt. Am Nachmittag besuchte er seinen Geburtsort Marktl am Inn und reiste weiter nach Regensburg. Hier hielt er am 12. September eine Messe auf dem Islinger Feld sowie eine Rede in der Universität. Nach seinem privatem Programm am 13. September kehrte der Papst am 14. September in das Erzbistum München und Freising zurück.

Die letzte Station seiner Reise war der Freisinger Dom, in dem er eine Rede vor Priestern und Diakonen hielt, die er als „lebendige und erwählte Steine der Kirche bezeichnete“. Er selbst freue sich, als Bischof von Rom bei ihnen zu sein, um sie „in Liebe zu ermutigen, in dem euch anvertrauten Dienst nie müde zu werden, sondern mit Zuversicht voranzuschreiten“. Der Papst selbst war als Joseph Ratzinger 1951 im Freisinger Dom zusammen mit seinem Bruder Georg zum Priester geweiht worden.

Bei seiner Verabschiedung am Münchner Flughafen durch Kardinal Wetter und den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sagte Papst Benedikt: „Es waren intensive Tage, und in der Erinnerung konnte ich viele Ereignisse der Vergangenheit, die mein Leben geprägt haben, noch einmal neu erleben.“

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