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Einweihung der Ruhe-Oase im Seniorenwohnen Bad Reichenhall, Kirchberg

Ruhe-Oase Bad Reichenhall Kirchberg_1
(Bild: Doris Müller)
Im Rahmen eines Tags der offenen Tür wurde am Samstag, 30. April 2016, die Ruhe-Oase im Seniorenwohnen Bad Reichenhall Kirchberg eingeweiht.
     
Zur Vorgeschichte: Es gab die häufige Beobachtung, dass die pflegenden Angehörigen alter Menschen, besonders auch der Demenzkranken, in der Betreuung oft an ihr Limit kommen. Sie sind vielfach völlig erschöpft und verzweifelt, ratlos.

Im Sommer 2015 wurde ein „IKS-Kurs“ – seelsorglicher Kurs für pflegende Angehörige von Demenzkranken angeboten. Der Kurs konnte dankenswerter Weise in den Räumen des Seniorenwohnens Kirchberg durchgeführt werden. Es gab Verpflegung vom Haus und die alten bzw. kranken Angehörigen konnten für die Dauer des Kurses im Haus von Fachkräften betreut werden.

Vom Einrichtungsleiter des Seniorenheimes in Kirchberg kam daraufhin die Idee, den Raum im Keller, der bisher als Bibliothek und Vortragsraum diente, umzubauen, neu zu gestalten und einer neuen Bestimmung zuzuführen. Es soll dort ab Anfang Mai unter anderem ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige stattfinden:

Zwei Mal pro Woche können pflegebedürftige bzw. demenzkranke Senioren für ca. dreieinhalb Stunden nach Kirchberg gebracht werden. Sie werden dort fachgerecht betreut und es gibt Unterhaltungsangebote wie Spiele, gemeinsames Kochen und Backen, Basteln, Gespräche und Bewegungsangebote – je nach Befindlichkeit des Besuchers/der Besucherin. Die Angehörigen haben in der Zwischenzeit die Möglichkeit, etwas für sich selbst zu tun oder Wichtiges zu erledigen. Dieses Angebot wird unter anderem auch von der katholischen Seelsorge aktiv unterstützt.

Überdies können in diesem Raum Gesprächskreise, Fortbildungen, Besprechungen etc. stattfinden.

Im Laufe von mehreren Fortbildungen für Mitarbeiter der Rot-Kreuz-Häuser wurde darüber hinaus klar, wie notwendig es ist, auch etwas für die Mitarbeiter in der Seniorenbetreuung zu tun, die sich sehr viel Mühe um das Wohl der Bewohner machen, aber auch selber wieder Kraft tanken müssen.

Daraus entstand die Idee, innerhalb des neuen „Raumes der Begegnung“ ein sogenannte „Ruheoase“ für die Mitarbeiter zu schaffen. Das Haus hat sehr viel Geld in die Hand genommen, um auch dieses Projekt zu unterstützen. Außerdem gab es dankenswerter Weise zusätzlich eine ansehnliche finanzielle Unterstützung von Seiten der Erzdiözese. Es ist zu hoffen, dass die Oase künftig oft von den Mitarbeitern besucht wird, dass sie sich dort im Massagesessel entspannen, vielleicht bei ruhiger Musik, einem besonderen Duft, einem guten Buch und dem Wassergeplätscher des Zimmerbrunnens. Runterkommen, zu sich selbst kommen, Kraft tanken – das ist die Intention, die hinter diesem Projekt steht.

Doris Müller