Wie alles begann

Durch den Eucharistischen Weltkongress in München (1960) und das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) wurde die weltkirchliche Dimension neu ins Bewusstsein gerückt. Auch Kardinal Julius Döpfner, dem damaligen Erzbischof von München und Freising, wurde die Unterstützung der Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein Anliegen.
Eine Bekanntschaft von Kardinal Döpfner und Bernardino Echeverria Ruiz, Bischof von Ambato, stand am Beginn der Beziehungen zwischen der Erzdiözese München und Freising und Ecuador. 1967 reiste Kardinal Döpfner als päpstlicher Gesandter zum Zweiten Eucharistischen Kongress nach Cuenca. Anschließend bereiste er Ecuador.
Erste Hilfen für soziale und pastorale Einrichtungen wurden überwiesen, Hilfslieferungen auf den Weg gebracht. Zu den ersten Projekten der „Bruderhilfe“ gehörten ein Krankenhaus in Archedona, ein Heim für alleinerziehende Mütter in Cuenca und eine Indioherberge in Ambato. Die Hilfen für Ecuador wurden ein fester Posten im Haushalt der Erzdiözese.
1968 wird Pater Johannes Wiesneth SVD Bevollmächtigter der Bruderhilfe in Ecuador. Ihm folgt 1985 Gerhard Schäfer. Seit 2009 sind Pfarrer Martin Schlachtbauer und Alexander Sitter für die Beziehung zuständig.

Vielfalt der Beziehungen

Im Laufe der Zeit wurde die Partnerschaft ausgeweitet und vertieft. Inzwischen gibt es vielfältige Beziehungen zwischen der Erzdiözese und Ecuador. Mitte der 80er Jahre begann die Zusammenarbeit der Katholischen Landvolkbewegung mit der Diözese Sucumbíos, dort vor allem mit der Frauenbewegung. 1991 kam das Projekt „Land für Indios“ in Riobamba dazu. Fast jährlich begegnen sich die Partner, abwechselnd in Bayern und in Ecuador.
Seit 1993 entwickelt sich Kolpingarbeit in Ecuador, unterstützt vom Kolpingwerk der Erzdiözese München und Freising durch die Förderung von handwerklichen Ausbildungsstätten.
Seit 2000 hat sich eine Partnerschaft zwischen dem Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese und dem nationalen Laienrat Ecuadors entwickelt. Schwerpunkt ist der Austausch über politische und soziale Fragen und die konkreten Herausforderungen für das Laienapostolat.
Der Weltjugendtag 2005, bei dem auch viele Jugendliche aus Ecuador nach München kamen, ließ das Interesse der deutschen und der ecuadorianischen Jugendlichen füreinander wachsen. Heute bestehen intensive Kontakte zwischen dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend der Erzdiözese und der Jugendpastoral Ecuadors. Gegenseitige Besuche stärken die Verbindung.
Seit 2008 unterstützt die Erzdiözese mit der Servicestelle "Internationale Freiwilligendienste" Entsendeorganisationen, die Freiwillige unter anderem auch nach Ecuador entsenden. Jährlich können etwa 12 Jugendliche die Erfahrung als Freiwillige in Ecuador machen. Seit 2012 haben auch EcuadorianerInnen in dem sog. Austausch-Programm die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst über das FSJ in der Erzdiözese zu machen.
Etwa 100 Pfarreien, Gruppen und Einzelinitiativen haben Kontakte zu Pfarreien oder Einrichtungen in Ecuador. Sie unterstützen sie bei ihrer Arbeit, teilweise sind sie in regem Kontakt und besuchen sich gegenseitig.

Jubiläum 50 Jahre Partnerschaft

Als Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils konnte das Erzbistum München und Freising 2012 diese Partnerschaft feiern. Nach 50 Jahren wurde der Blick auf die Anfänge gerichtet und die Archive durchgeforstet. Als Resultat konnte die Abteilung Weltkirche ein Buch herausgeben mit dem Titel: "Wir reichen uns die Hände - Juntos como hermanos", das die Geschichte aufarbeitet und die heutigen Bewegungen darstellt. Auf die Spuren der Partnerschaft machte sich der Freisinger Ressegeur Karsten Hinrichs über das Medium Film. Er begleitete zwei Freiwillige nach Ecuador, die nach und nach die Facetten der Partnerschaft kennenlernen. Der Film heißt "Juntos como hermanos - Auf den Spuren einer kirchlichen Partnerschaft" und ist auf You Tube zu sehen.
Mit großem Aufwand und dichtem Programm wurde das Jubiläum sowohl in München im Mai als auch in Ecuador im September 2012 gefeiert. Dabei reisten eine größere Delegation aus Ecuador nach München und mehrere Delegationen nach Ecuador. Im Vordergrund stand die Begegnung und die Besinnung auf die gemeinsame Basis des christlichen Glaubens.
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