Schwerpunktthemen der weltkirchlichen Bildungsarbeit

I. Soziale und ökologische globale Herausforderungen

Der Fachbereich Globales Lernen und Entwicklung setzt einen Schwerpunkt auf die starke inhaltliche Verknüpfung der verschiedenen globalen Herausforderungen. Auf diese Verknüpfungen macht auch Papst Franziskus in seiner Sozial- und Umweltenzyklika "Laudato Si" aufmerksam, die gemeinsam mit den ebenso 2015 veröffentlichten UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) als wichtige Dokumente für die Bildungsarbeit dienen.
Ein Unterthema dieser globalen Herausforderungen ist aktuell in Europa das Thema Flucht und Migration, das einen weiteren Schwerpunkt darstellt.

II. Flucht und weltweite Migration im 21. Jahrhundert

Migration ist ein globales Phänomen, das es immer gegeben hat seit Menschen auf der Erde leben. Über viele Jahrtausende und Jahrhunderte hinweg waren es meist existenzielle Bedrohungen (Hungersnöte, Kriege, Naturkatastrophen etc.), die dazu führten, dass ganze Völker, Gruppen oder Individuen ihre Heimat verlassen haben.
Mit dem vergleichsweise sehr jungen Phänomen der Globalisierung hat sich das Wanderungsverhalten jedoch grundlegend verändert: Heute gibt es kein Land, das nicht grenzüberschreitende Zu- und Abwanderungen (internationale Migration) oder Wanderungsbewegungen im Landesinneren (Binnenmigration) verzeichnen würde. Oft sind es persönlich-familiäre Gründe oder die Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Bedingungen, die hinter dieser freiwilligen Variante von Migration stehen, welcher die Globalisierung mit ihrer weltweiten Integration der Märkte Vorschub leistet. Neue Formen wie die Pendelwanderung ergänzen die klassische Ein- und Auswanderung.
Gleichzeitig erleben wir aktuell jedoch auch wieder verstärkt Wanderungesbewegungen, die nicht rein wirtschaftlichen Gründen geschuldet sind: die Zunahme der weltweiten Ungleichheit zwischen Arm und Reich und  unzureichende Sicherheit in vielen Regionen der Welt führen dazu, dass viele Menschen fliehen. Sie verlassen ihre Heimat nicht in erster Linie, um bessere wirtschaftliche Lebensbedingungen für sich und die Familie zu finden, sondern weil z.B. ihre Grundbedürfnisse nach ausreichend Nahrung und sauberem Wasser nicht gewährleistet sind oder sie Schutz vor Unterdrückung, Verfolgung oder gar Krieg suchen. Es können humanitäre, ökologische, wirtschaftliche, religiöse, oder politische Gründe sein, die heute zu einer existentiellen Bedrohung führen und Menschen zur Flucht zwingen. Die Fluchtursachen sind dabei vielfältig und regional unterschiedlich. Oftmals kommen mehrere Gründe zusammen und führen zu einer komplexen Gemengelage.

Diese Tatsachen stellen für die Menschen des 21. Jahrhunderts weltweit in all ihren  Lebensbereichen, d.h. in Politik, Zivilgesellschaft und Kirchen oder anderen Religionsgemeinschaften eine große Herausforderung dar.
Der Fachbereich Globales Lernen und Entwicklung möchte sich schwerpunktmäßig dieser Thematik widmen, da es nötig ist, gegenüber einem globalen Phänomen auch eine globale Perspektive zur Beurteilung einzunehmen.
Auch die Hilfswerke mit Ihrer Eine Welt- und Entwicklungszusammenarbeit haben sich seit jeher der dezidierten Bekämpfung der Ursachen von Flucht  verschrieben. In Zusammenarbeit mit diesen soll anhand weiterer spezifischer Bildungsangebote für verschiedene Ziel- und Altersgruppen eine lebendige Diskussion über unsere Verantwortung als Christen gegenüber den aktuellen Herausforderungen angeregt, Ängste genommen und Mut zum Handeln vermittelt werden.

Globales Lernen - konkret

Angebote für Jugendliche und Erwachsene

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