Kirche im Fokus: Theatinerkirche St. Kajetan


Decke St. Kajetan
Bild: Anton Brandl
Seit 800 Jahren
Anfang des 13. Jahrhunderts reist ein junger spanischer Geistlicher durch Südfrankreich. Dort war es der Sekte der Katharer gelungen, viele Menschen vom christlichen Glauben abzubringen. Zunächst als Gegenbewegung gründet Dominikus (ca. 1174-1221) eine Gemeinschaft, deren Mitglieder ein Leben in Armut führen und mit einer guten theologischen Ausbildung zum Predigen gesandt werden: den Orden der Predigerbrüder. Aus kleinen Anfängen entsteht bald eine zuerst europa- und dann weltweite Gemeinschaft, die heute ungefähr 6000 Brüder in allen Erdteilen umfasst. Der Orden übte einen immensen Einfluss auf die Kultur- und Geistesgeschichte aus, da er bedeutende Theologen, Mystiker, Päpste, Philosophen und Künstler hervorbrachte.
 
Acht Jahrhunderte lang haben die Mitglieder unseres Ordens durch Gebet, Seelsorge, Lehre und Wissenschaft für Gott und die Menschen gewirkt. So hoffen wird, dass uns der reiche Erfahrungs- und Wissensschatz des Ordens auch zukünftig helfen wird, unserer Aufgabe der Verkündigung treu zu bleiben und Menschen für Christus und sein Evangelium zu gewinnen.
 
P. Dr. Paul D. Hellmeier OP
Kirchenrektor Theatinerkirche St. Kajetan
Graphik Hl. Dominikus Webseite
Bild: Max Prugger

Gebet

Herr und Gott, du hast deine Kirche
durch das Leben und die Lehre
des hl. Dominikus erleuchtet.
Gewähre ihr auf seine Fürsprache
Hilfe in den Nöten dieser Zeit
und führe sie durch deinen Heiligen Geist
ihrer Vollendung entgegen.
 
Aus dem Proprium des Predigerordens
St.Kajetan
Bild: Fritz Witzig
Theatinerkirche St. Kajetan
Die Theatinerkirche wurde auf Grund eines Gelübdes und zum Dank für den Thronfolger Max Emanuel von dessen Eltern, Kurfürst Ferdinand Maria und dessen Gemahlin Henriette Adelaide, in den Jahren 1663-1688 erbaut. Die Türme entstanden 1676-1690, die Fassade erst 1765-1768. Der Name leitet sich von den Theatinerpatres (eigentlich Regularklerikern, Abk. C. R.) her, die von 1675 bis 1801 diese Kirche betreuten. Am Bau und an der Ausstattung der Kirche waren u.a. beteiligt: A. Barelli, E. Zuccalli (Architekten); F. Cuvilliés der Ältere (Fassade); R. A. Boos, I. Günther (Figuren und Dekor an der Fassade).
 
Seit 1954 wird die Seelsorge an der Theatinerkirche durch Mitglieder des Dominikanerordens ausgeübt. Wir feiern die Liturgie, bieten Beicht- und Gesprächsseelsorge an und gehen wissenschaftlichen Tätigkeiten nach. Ein Schwerpunkt der Liturgie ist die Pflege der geistlichen Musik in Form des Gregorianischen Chorals und der Vokalpolyphonie der Renaissance und der Barockzeit. Als Dominikaner fühlen wir uns besonders der Predigt verpflichtet.

www.theatinerkirche.de
MVV-Anbindung
U3/U4/U5/U6/N40
Bus100 Odeonsplatz