Pfarrverband Aschau

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Maria-Hilf-Kirche Waldwinkel

Waldwinkel
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Anfänge des „Salesianischen Jugendhilfswerkes Waldwinkel“

Am Südwestrand von Aschau am Inn im Landkreis Mühldorf errichtete die Montanindustrie 1938 für 500 Beschäftigte auf einem 7,4 ha großen Gelände 29 barackenähnliche Häuser. Während des Krieges lebten hier auch zwangsverpflichtete Facharbeiter aus den besetzten Gebieten, die täglich zu ihren Produktionsstätten nach Werk Aschau marschierten.  

Nach Ende des 2. Weltkrieges bis 1949 wurde dieses sogenannte „Lager Stein“ (wohl benannt nach dem durchfließenden Steinbach) der Internationalen Flüchtlingsorganisation überlassen, die hier den Holocaust überlebende jüdische Kinder und Jugendliche, untergebracht hatte, bevor diese 1949 in Israel, in den USA oder andernorts eine neue Heimat fanden.

Der damals  als Folge von Krieg und Vertreibung  großen Berufsnot von über 4000 arbeits- und vielfach auch heimatlosen Jugendlichen in den Landkreisen Mühldorf, Altötting und Wasserburg versuchte der aus Oberschlesien stammende Berufsschullehrer Ewald Kucznierz Abhilfe zu schaffen.

Er sah die Notwendigkeit zur Errichtung von überbetrieblichen Ausbildungsstätten und nahm Kontakt sowohl mit der Industrie und dem Handwerk als auch mit Behörden, Ämtern und kirchlichen Vertretern auf. 

Erst nachdem sich die Salesianer Don Boscos bereit erklärten für dieses Unternehmen die Trägerschaft zu übernehmen, konnte dieses Vorhaben realisiert werden. Die Niederlassung erhielt den Namen „Waldwinkel“ und es wurde das „Salesianische Jugendhilfswerk“ errichtet, das der Ausbildung und Erziehung arbeitsloser junger Menschen dienen sollte.  

Am 15. Juli 1950 kam Direktor P. Max Meier mit den ersten Salesianer Don Boscos in das ehemalige „Lager Stein“ und gemeinsam mit den ersten vom Arbeitsamt zugewiesenen Lehrlingen, setzten sie die Gebäude nach und nach wieder instand.
Bei der Einweihung der Einrichtung am 20. November waren es schon 12 Ordensleute (6 Priester, 4 Brüder und zwei Kleriker) und bereits 160 Lehrlinge, zumeist heimatvertriebene Jugendliche. 

Von 1950 bis 1973 wurden Lehrlinge ausgebildet, welche auch über die Jugendämter aus ganz Bayern vermittelt worden waren und hier durch eine solide berufliche Qualifizierung eine gute Basis für den Schritt ins Leben erhielten.
Seit 1973 fungiert die Einrichtung als Berufsbildungswerk für jungen Menschen mit körperlichen Behinderungen und/oder psychisch bedingten Leistungs- und Anpassungsstörungen. 

In mehreren Umbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen wurde der ganze Gebäudekomplex den Erfordernissen zeitgemäßer Ausbildung und Wohnbedürfnisse junger Menschen angepasst. 

Zur Zeit leben und arbeiten in der Einrichtung rund 300 Jugendliche und junge Erwachsene, welche von 200 Mitarbeitern – in den Bereichen Ausbildung, Internat, Berufsschule und Fachdiensten – pädagogisch und psychologisch  betreut werden.


Wallfahrtskirche