Grüß Gott!

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Bild: Thomas Dashuber
Grüß Gott!
 
Tausende von Menschen gehen täglich an der Mariensäule in der Innenstadt von München vorbei. Selbstverständlich wird der Marienplatz durchquert, um in die Arbeit zu kommen, sich mit Freunden zu treffen, die Sehenswürdigkeiten Münchens zu entdecken oder einfach nur zu bummeln. Vermutlich wird keiner in diesem Moment daran denken, dass die Mariensäule das geographische Zentrum von München ist. Von hier wird die Entfernung zu anderen Orten in Deutschland, in der ganzen Welt gemessen. Jeder Mensch geht seinen Zielen nach und wird die Mariensäule als Orientierungspunkt auf seinem Weg unmittelbar oder in größerer Distanz passieren. Einige bleiben sicherlich stehen, um die Mariensäule zu betrachten. Vermutlich werden sie die Inschriften lesen, die künstlerische Gestaltung bewundern oder sich von Maria, als Schutzpatronin Bayerns, zum Gebet einladen lassen, innehalten und sich besinnen, danken oder ihre Sorgen Gott klagen, sich einen Moment Ruhe gönnen oder um Kraft für anstehende Aufgaben bitten.
 
Die Mariensäule ist ein Ort in der Innenstadt Münchens, der dazu einladen kann, sein eigenes Leben neu zu vermessen. Ebenso laden viele Kirchen im Zentrum ein, sich in die Gegenwart Gottes zu versetzen, um dem eigenen Leben eine Orientierung zu geben, die Kraft schenken und neuen Mut wecken kann. Die Türen der Gotteshäuser stehen Ihnen offen. Herzlich lade ich Sie dazu ein, diese Orte der Besinnung aufzusuchen.
 
Hierzu gehört u. a. St. Kajetan, die Theatinerkirche: Der Orden der Predigerbrüder – Dominikaner aus Süddeutschland und Österreich - sorgt für die Seelsorge an diesem Ort. Der Ordensgründer, der heilige Dominikus, erlebte in seiner Zeit soziale Umbrüche. Im 13. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Städte zu und die Menschen mussten sich auf veränderte Lebensverhältnisse einstellen. Heute leben wir auch in einer Zeit der Veränderung. Die Welt wird unübersichtlicher und es scheint alles möglich zu sein. Die Globalisierung nimmt zu und der Wunsch nach Heimat wächst.
Eine Möglichkeit Heimat zu finden und gleichzeitig für die Welt offen zu sein, kann in der Kurzformel dominikanischen Lebens gefunden werden: „Schauen und betrachten, und das daraus Empfangene Leben werden lassen und weitergeben.“ Ich möchte Sie ermuntern, sich die Zeit zum Schauen und Betrachten zu nehmen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie dabei beschenkt werden und das Empfangene großzügig weiter verschenken.
 
 
Rupert Graf zu Stolberg
Weihbischof