Brücke zu mehr Integration Neues Projekt unterstützt Migranten mit seelischen und psychischen Erkrankungen

Frau, verzweifelt, Problem, Krise
Das Projekt „IntegrationsBrücke“ unterstützt Migranten mit psychischen Erkrankungen bei der Suche nach geeigneten Beratungs- und Therapieangeboten. (Foto: Action Pictures)
Dani aus Rumänien ist verzweifelt. Weil sie mit der Betreuung und Versorgung ihrer drei Kinder überfordert war, hat das Jugendamt ihr das Sorgerecht für die Kinder entzogen. Wenn ihr in dem Mutter-Kind-Haus, in dem sie mit den Kindern lebte, alles zu viel wurde, ist sie einfach weggelaufen und hat die Kinder allein gelassen. Jetzt leben sie in einem Heim. Den Kontakt zum Vater ihrer Kinder hat Dani abgebrochen, er hat sie immer wieder geschlagen.

Das Leben der 32-Jährigen liegt in Trümmern, sie hat keine Wohnung und keine Arbeit und Ärzte würden wohl eine depressive Störung diagnostizieren. Aber Dani ist nicht ärztlicher Behandlung. In ihrer ausweglosen Lage hat sie sich jedoch Hilfe bei „Schiller 25“, einem Wohnungslosenprojekt der Inneren Mission, gesucht. Doch eine Unterkunft allein löst Danis Probleme nicht. Deshalb wurde sie an das Caritas-Projekt „IntegrationsBrücke“ des psychologischen Diensts für Ausländer im Caritas-Zentrum Innenstadt vermittelt.

Beratung und Therapie
   
Julia Ilca, Psychologin und Mitarbeiterin des Projekts IntegrationsBrücke, nimmt sich der jungen Frau an. Die Kollegen von „Schiller 25“ kümmern sich um eine Unterkunft. Julia Ilcas Aufgabe ist es, ein Beratungs- und Therapieangebot für Dani zu finden, damit sie sich stabilisieren kann. „Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie sich wieder um die Kinder kümmern kann.“ 
   
„Fast alle Menschen, die zu uns kommen, haben sehr komplexe Problemlagen“, erklärt Julia Ilca, ebenfalls ein gebürtige Rumänin, die in Portugal ihren Master in Psychologie gemacht hat. Obwohl alle Klienten EU-Bürger seien, führten prekäre Lebensverhältnisse, Unsicherheit in Bezug auf den Aufenthaltsstatus oder familiäre Konflikte zu großen psychischen Belastungen. Oft lebten die Migranten schon viele Jahre mit psychischen Erkrankungen, ohne sich Hilfe zu holen.

Mehr seelische Gesundheit und Integration

Das neue Projekt „IntegrationsBrücke“ wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Europäischen Hilfsfond für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert. Für Migrantinnen und Migranten aus der EU sollen die Hürden – meist sprachliche oder kulturelle Vorbehalte – für den Zugang zur psychosozialen Versorgung in München abgebaut werden. Die Idee zu dem Projekt hatte ursprünglich eine Mitarbeiterin eines Sozialbürgerhauses, die sich mit den komplexen Problemen ihrer Klienten überfordert fühlte. Die fünf Mitarbeitenden des Projekts sind Sozialpädagogen oder Psychologen, haben fast alle selbst Migrationshintergrund und Fachkompetenz im Bereich Sozialpsychiatrie. Mit dem Projekt wollen sie ihren Klienten eine Brücke bauen zu mehr seelischer Gesundheit und Integration in die Gesellschaft.

Adelheid Utters-Adam
   

Weitere Informationen zum Projekt "IntegrationsBrücke" unter https://www.caritas-nah-am-naechsten.de/Migration/Page007045.aspx