Wir bleiben Oma und Opa! Anregungen für Großeltern nach der Trennung oder Scheidung ihrer Kinder

Großeltern schauen mit Enkelin ein Fotoalbum an
Da sein, Halt geben. So können Großeltern ihren Enkelkindern in der neuen Situation am besten helfen. Foto: imago/Westend61
Wenn Tochter oder Sohn sich trennen, wenn die Familie des eigenen Kindes zerbricht, wird auch für die Großeltern Einiges anders. Viele Gefühle stürmen auf sie ein. Viele Fragen stehen im Raum. Was Großeltern jetzt vor allem beschäftigt: Wie können wir unseren Enkelkindern nach der Trennung unseres Kindes weiterhin eine gute Oma, einer guter Opa sein?

Was Sie für sich tun können

Oma liest ihrer Enkelin aus einem Kinderbuch vor
Gönnen Sie sich Leichtigkeit und schöne Erlebnisse mit Ihren Enkelkindern. Und legen Sie Ihre Sorgen in Gottes Hände. Foto: Pixabay
  • Die Trennung Ihrer Tochter / Ihres Sohnes ist auch für Sie eine Umbruchsituation, verbunden mit starken Gefühlen, die Sie ganz in Anspruch nehmen können.
  • Sie müssen keine Antworten und Rechtfertigungen geben.
  • Suchen Sie das Gespräch mit einem Seelsorger, mit Freunden und Freundinnen, mit Menschen in einer ähnlichen Situation und geben Sie den eigenen Gefühlen Raum. Scheuen Sie sich auch nicht, eine Beratungsstelle aufzusuchen.
  • Versuchen Sie, die Entscheidung Ihres (Schwieger-)Kindes zu respektieren.
  • Suchen Sie nach Bestätigungen dafür, dass beide Eltern ihr Bestes geben.
  • Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Enkelkinder lebensfroh und zu beziehungsfähigen Menschen heranwachsen.
  • Gönnen Sie sich Leichtigkeit und Fröhlichkeit mit Ihrem Kind und Ihren Enkelkindern.
  • Legen Sie Ihre Sorgen und Wünsche vertrauensvoll in Gottes Hände.

Wie Sie Ihre Enkelkinder unterstützen können

zwei Kinderhände liegen in zwei Großelternhänden
Dem Enkelkind tut es gut, wenn es mit der Oma reden kann. Oder auch schweigen. Wenn Platz für seine Gefühle ist. Foto: imago/Westend61
  • Großeltern können für Enkelkinder der ruhende Pol in Zeiten sein, in denen sich so Vieles für sie verändert.
  • Bieten Sie einen Ort, an dem die „Keksdose“ immer noch ihren alten Platz hat. Das gibt Halt und Sicherheit.
  • Reden Sie weder über Vater noch über Mutter schlecht. Ein Kind will beide
    Elternteile lieben dürfen.
  • Jedes Enkelkind muss auf die Trennung der Eltern reagieren.
  • Geben Sie Ihrem Enkelkind Raum für seine Gefühle und bleiben Sie gelassen bei „Übergangs-Reaktionen“ wie Trauer, Rückzug oder verstärkter Aggressivität. Lassen Sie dennoch nicht jedes Verhalten zu.
  • Lassen Sie Ihr Enkelkind reden oder auch schweigen und freuen Sie sich mit ihm über Schönes.
  • Entlasten Sie das Enkelkind vom Gefühl, Schuld an der Trennung zu sein.
  • Weder Sie selbst noch das Enkelkind können die Eltern wieder zusammenbringen.
  • Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Enkelkind auch nach der Trennung seiner Eltern in einer guten Familie aufwachsen kann.

Wie Sie Ihre Tochter/Ihren Sohn unterstützen können

  • Bringen Sie Ihrer Tochter/Ihrem Sohn Wertschätzung entgegen – gerade wenn ein Lebensentwurf scheitert, brauchen Menschen Respekt und Achtung.
  • Nehmen Sie keine einseitigen Schuldzuweisungen vor.
  • Trauern Sie mit Ihrer Tochter/Ihrem Sohn um den Verlust des Lebensentwurfs.
  • Einfach da sein und zuhören hilft. Halten Sie sich mit – auch gut gemeinten – Ratschlägen zurück.
  • Trauen Sie Ihrer Tochter/Ihrem Sohn und Ihrem Schwiegerkind zu, auch nach der Trennung ein guter Vater/eine gute Mutter sein zu können.
  • Geben Sie ausdrücklich Zuspruch: „Ihr schafft das!“
  • Unterstützen Sie durch Entlastungen ganz praktischer Art, ohne die Elternschaft in Frage zu stellen.
  • Gehen Sie nicht in Konkurrenz zu den „anderen Großeltern“.
  • Ermutigen Sie, Beratung, Mediation oder andere Hilfen anzunehmen, die Eltern unterstützen, ihr Vater-/Mutter-sein und ihr eigenes Leben zu gestalten.

Flyer Großeltern bleiben
Die Anregungen stammen aus dem Handzettel "Großeltern bleiben nach Trennung und Scheidung der Kinder", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V.
Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Fachstelle für Alleinerziehende, Kontakt siehe unten.
Alleinerziehende Mütter und Väter
Rochusstr. 5
80333 München
Telefon: 089 2137-1236, 089 2137-1491
Fax: 089 2137-271236
http://www.alleinerziehende-programm.de
Sachgebietsleiterin:
Susanne Ehlert, Gemeindereferentin
Angebote:
• Thematische Wochenenden, Ferienmaßnahmen u. a. Gruppenangebote
• Regionale Begegnungstage, Initiierung und Begleitung von Treffpunkten
• Einzelbegleitung

"Haus Dorothee"
Begegnungsstätte für Alleinerziehende
St. Michael-Str. 88
81671 München
Telefon: 089 / 668708
Fax: 089 / 74793881
IRoemer@eomuc.de
Leiterin der Begegnungsstätte:
Irmengard Römer, Gemeindereferentin
Ansprechpartnerin:
Dagmar Grallath
Angebote:
• Treffpunkt, Kurse, Beratung und Begleitung