Meine Fastenzeit Abschied - nach dem Kampf für das Leben: eine persönliche Geschichte

Mit Aschermittwoch begann auch heuer die Fastenzeit. Eine Zeit, die für Ingrid Kettering nicht mit neuen Schlankheitskuren verbunden ist, sondern mit einer sehr persönlichen Geschichte. Diese hat sie uns in den vergangenen sieben Wochen erzählt - in einem kleinen Fasten-Tagebuch.

Das Leben geht weiter!

Ich kann dieses Wechselbad der Gefühle nur schwer in Worte fassen.

Meine starkmachenden Glaubenssätze, lösten sich alle in Luft auf!
Was habe ich denn schon im Griff, wenn es darauf ankommt? Nichts!
Was gibt es für eine Lösung, wenn mein Kind vor dem Leben mehr Angst hat als vor dem Tod?

Ich stehe da, so hilflos und leer! Ja, das Schicksal kann grausam sein! Da kommt der Verstand nicht mehr mit.

Gestern war es das Schicksal von Jenem, heute ist es mein Schicksal und morgen wird es Andere treffen! Das Schicksal ist so gnadenlos, kennt keine Hierarchie, keine Reihenfolge. Es kennt kein Pardon!

Aber: Wir sind noch da!
gemaltes Bild, Rosenquarz mit eingeschlossener Rose und einem Riss
Bild für die Erinnerung von Sohn Martin: Rosenquarz mit eingeschlossener Rose, die für Sonja steht. Durch den Rosenquarz geht ein Riss, wie durch Sonjas Leben. (Bild: Martin Kettering)
Nichts und niemand bleibt wie er war. Wir verändern uns ständig und hoffentlich lassen wir auch unsere geistige Veränderung zu, wenn die Zeit dafür gekommen ist! Dann können wir sagen:
„Unser aller Leben ist ein Geschenk! Wir haben es erhalten, dürfen uns daran erfreuen, es mit unseren Mitmenschen teilen und leider, so schwer es uns auch fällt, wieder los lassen! Dankbar sein, für das Schöne, was war, aber auch für das, was noch kommt. Und es gibt wieder Glück und Freude! Wir müssen sie nur rein lassen in unser Herz! 

Unsere Seele will leben, sie hat noch etwas vor mit uns! Unser Auftrag ist noch nicht zu Ende! Kommt mit! Packen wir es an! Und wir behalten dabei die Menschen in Erinnerung und somit in unserem Leben, bis unser irdisches Leben endet.

Wenn ich mich in der Stille an vergangene Situationen erinnere, sehe ich meiner Tochter im Geiste in die Augen, ich kann sie hören und sogar spüren! Sie lebt weiter, in meiner Erinnerung! Und das wird sich niemals ändern!

Ich wünsche Ihnen allen, dass es gelingt, nach einer trauernden oder schweren Zeit auch das Schöne wieder zu sehen, die Menschen, die mit uns leben, haben es verdient, die Sonne in uns zu sehen!

Ein erfülltes Leben mit Liebe und dem Gottvertrauen, dass alles gut wird wünscht Ihnen von ganzem Herzen,

Ingrid Kettering

Brief für Sonja von ihrer kleinen Schwester Anita

Sonja wird immer meine beste Schwester bleiben, auch wenn sie hier nicht mehr ist, habe ich sie noch sehr lieb. 

Ich vermisse sie und rede manchmal mit ihr, weil ich weiß, dass sie mir zuhört und mir hilft.

Brauche ich Hilfe, helfen mir meine Eltern und mein Bruder. Aber auch Sonja hilft mir und schickt mir heilvolle Energie. Ich danke ihr dafür.

Es ist gut zu wissen, dass es ihr jetzt gutgeht und dass sie auf meine Familie, Freunde, Bekannten und mich aufpasst.

Ich freue mich, dass wir auch ohne Soni lachen können. Auf meine Schwester ist Verlass. 

Ich habe sie unendlich lieb.
 
Deine Anita

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Wenn Sie sich für das Angebot "Exerzitien im Alltag" interessieren, an dem Ingrid Kettering aktuell teilnimmt, lesen Sie hier mehr.

Dort finden Sie auch alle weiteren Angebote des Katholischen Kreisbildungswerks Garmisch-Partenkirchen.