Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern

Dorf 16, 83674 Gaißach, Telefon: 08041-4674, E-Mail: St-Michael.Gaissach@erzbistum-muenchen.de

Monsignore Ludwig Scheiel schreibt:

Januar 2018

Ein gutes neues Jahr. Diesen Wunsch werden wir in den vergangenen Tagen oft gehört und anderen zugesprochen haben.
Aber was ist ein gutes Jahr?
Jesus wurde einmal gefragt: Meister, was muss ich tun, dass ich ein gutes Leben führe? Jesus antwortete: Nur wer Gutes tut ist gut.
Der Mann meinte aber, mit einem kleinen Smalltalk Jesus von seinem Gutsein überzeugen zu können.

Wir haben zum Jahreswechsel von vielen wichtigen Personen Neujahrsansprachen gehört, vollgepackt mit Bekundungen, sie wüssten, was die Menschen in Deutschland bewegt und sie würden alles daran setzen in diesem Jahr gute Lösungen für alle Probleme zu finden.
Auch viele von uns „einfachen Menschen“ haben in Worten gute Vorsätze geschmiedet. Das Reden und Denken alleine hilft aber nicht. Gut wird es nur, wenn wir uns aufmachen und selbst Gutes tun. Es gibt so viel zu tun, kleinere Dinge und Größere, wichtige und solche, wo es einfach schön wäre, dass sie gelingen, auch wenn sie nicht lebensentscheidend sind. Viele Menschen haben in diesen Tagen die Botschaft von Weihnachten in Worten gehört: Friede auf Erden allen Menschen. Andere haben leider nur einen Lichtglanz des „Weihnachtsbaumes“ gesehen und große Geschenke.

Wir alle können uns aber jetzt gemeinsam aufmachen, Gutes zu tun. Auch in unserer engsten Umgebung, gibt es dazu viele Möglichkeiten. Das schöne Reden ist vorbei, Taten müssen folgen. Es gibt viel zu tun. Packen wir´s an und wir werden spüren, Friede auf Erden wird möglich. Der Lohn dafür? Wir fühlen uns als gute Menschen!

Ein gutes, neues Jahr 2018


Bericht vom Oktobner 2017

In der Politik sind Sondierungsgespräche am Laufen, was ist für die nächsten Jahre wichtig? Dabei hören wir immer wieder einmal, wir bräuchten eine Werteordnung. Kurz betrachtet meinen viele, das wäre gut. Doch dieser Ansatz ist zu gering. Es gibt zwei Pole, die das Leben bestimmen: Werte und Rechte.
Werte sind wirtschaftlich, finanziell orientiert. Was ist es mir wert? Welchen Preis würde ich dafür bezahlen. Rechte, Menschenrechte sind ethisch, religiös orientiert. Die können nicht verhandelt werden, die sind verpflichtend. Weltweit in allen Grundgesetzen lautet Paragraf 1: Alle Menschen sind gleich, ohne Ansehen von Besitz, Religion, Staatsangehörigkeit, usw.
Wenn wir gute Zukunft wollen, geht es also um Rechte und Gerechtigkeit. Steuergerechtigkeit, Gesundheitswesen, Altersversorgung, Klimaschutz. All diese Grundrechte sind Werte geworden. Was ist es mir wert? Das können wir uns (als Staat) nicht leisten. So geht das Leben kaputt. Lobbyismus, Gewinnorientierung und Bevorzugung der Reichen und Mächtigen erhält immer mehr die Oberhand. Es ist so. Große Konzerne und mächtige Persönlichkeiten sind nicht gewillt, ihren Anteil am Gelingen des Lebens zu leisten. Die neuesten Steuerenthüllungen machen dies deutlich. Doch was mich noch mehr beschäftigt ist die Tatsache, dass dieses Gift schon in viele normale Familien und mein persönliches Denken einziehen. Es geht nicht mehr um die Frage: was brauche ich, was macht mich zufrieden, sondern darum, was habe ich, ob ich es brauche oder nicht.
Wenn wir nicht alle miteinander bereit werden, höhere Preise für das Gelingen allen Lebens auf dieser Erde zu zahlen, werden wir bald alle vor leeren Regalen stehen.

Bericht vom 16. August 2017

„Es stinkt“, sagen wir, wenn wir schlechte Luft einatmen. „Mir stinkt“, sagen wir, wenn wir verärgert sind. Das gleiche Wort hat zwei ganz verschiedene Bedeutungen in unserem deutschen Sprachgebrauch. In beiden Fällen geht es aber um eine negative Erfahrung: schlechte Luft oder Ärger und Enttäuschung. Dem setzen wir den Wohlgeruch, den Duft und die Schönheit der Kräuterbuschen entgegen, die wir an Mariä Himmelfahrt binden und segnen lassen. Die Schönheit der Natur und die Heilkraft der Kräuter macht das „Stinken“ jeglicher Art zunichte. Wir können oberfläch-lich bei der Natur stehenbleiben. Allein das ist schon eine Wohltat. Wir können aber auch weiter fragen: woher kommt diese Schönheit und Heilkraft? Als Pfarrer bin ich schnell in Gefahr eine Predigt zu beginnen über Gott und die Welt. Ich möchte es heute nicht tun. Ich möchte Sie zu einer Aufgabe einladen: Gehen Sie in diesen Sommertag hinaus in die Natur. Betrachten Sie alles, was sie sehen ruhig und mit offenen Augen. Saugen Sie alle Gerüche, die Sie riechen, in sich auf, hören Sie auf alle Laute, die Ihnen ins Ohr dringen. Dann fragen Sie sich selbst: woher kommt das alles?