Pfarrverband Wartenberg

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„Auf den Spuren des Apostels Paulus“
Gruppenbild
Bild: G. Furtner
unter diesem Motto unternahmen 50 Pfarreimitglieder des Pfarrverbandes Wartenberg  eine Pilgereise auf die Insel Zypern. Gesegnet durch herrlichstes, sonniges Wetter und wohl geleitet von Pfarrer Gregor Bartkowski und dem Bibelforscher Dr. Josef Wagner wurde es für viele zum unvergesslichen Erlebnis.
Die Anreise per Flugzeug verlief problemlos und im Hotel, direkt am Strand von Limassol, reichte man gleich als Willkommenstrunk das zypriotische Nationalgetränk „Brandy sour“. Zimmerverteilung, Abendessen und anregende Gespräche beendeten den ersten Tag auf der Insel.
Dann lernte die Gruppe ihre deutsche Reiseleiterin Frau Anette Pieri kennen, die bereits seit 30 Jahren mit einem Zyprioten verheiratet ist und in Nikosia lebt. Mit ihrem fundierten geschichtlichen, kulturellen und religiösen Wissen, und den herzerfrischenden Erzählungen über Land und Leute machte sie die Insel in den nächsten Tagen für alle erlebbar. Täglich wurden die verschiedensten Sehenswürdigkeiten besucht und während den Busfahrten erfuhr man viele Hintergrunddetails.
Da ging es zum Aphroditefelsen, dem Platz an dem die Göttin der Liebe aus dem Meerschaum geboren wurde, vorbei an Zitrushainen, blühenden Oliven- und Johannisbrotbäumen zur byzantinischen Fünfkuppelkirche mit der Hl. Freitag, die man besonders bei Augenleiden aufsucht. Im bewohnten Kloster und der Einsiedelei des Hl. Neophytos spürte man förmlich die vielen Gebete und Bitten der Gläubigen. Auch von der Reisegruppe wurden dort Kerzen für die Daheimgebliebenen angezündet, die sie im Herzen mit dabei hatten. Bei den Königsgräbern in Paphos, einer Nekropole aus hellinistischer Zeit mit gigantischen Ausmaßen, lernte man die Bestattungskultur der damaligen Zeit kennen und die gut erhaltenen Mosaikfußböden von römischen Villen in Paphos erstaunten alle. Im Hafen von Paphos erfreute man sich an den vielen  Schiffen und dort zeigten auch zwei Pelikane eindrucksvoll ihr Balzverhalten. Der Besuch der Paulussäule, an der Paulus ausgepeitscht wurde, beschloss diesen Besichtigungstag.
Es folgte eine Fahrt ins Troodosgebirge, das Höhenlagen bis zu 2.000 Meter aufweist und von malerischen kleinen Dörfern besiedelt ist. Dort besuchte man die weltberühmten und zum Weltkulturerbe zählenden Scheunenkirchen. Es handelt sich dabei um Kuppelkirchen, die aus Verwitterungsgründen mit einem Scheunendach überzogen wurden und sich ganz unscheinbar in die Gegend einfügen. Im Inneren befinden sich aber wahre Kunstschätze, wunderbare originale Malereien und Fresken und Ikonenwände, teils aus dem 12. Jahrhundert. Die Ausstrahlung und Farben der  Gemälde waren einfach fantastisch.
Auch ein kleiner Spaziergang durch eines der Dörfchen durfte nicht fehlen und als kleine Überraschung wurde mittags zu einem griechischen Mahl, einer Mezze eingeladen. Das sind viele verschiedene Gerichte zur Selbstbedienung auf kleinen Schalen angerichtet. Dazu ein Glas Wein und abschließend ein Grappa – einfach herrlich.
Die nächsten beiden Tage führten die Gruppe in den türkischen Teil der Insel, der 1974 durch die Annexion der Türkei entstand. Bis dahin war Zypern ausschließlich griechisch und bei der Invasion mussten viele Zyprioten aus dem besetzten Teil fliehen und sich im südlicheren Teil ansiedeln. Gespenstisch, verlassene Dörfer im Grenzgebiet, eine Grenzkontrolle und ein türkischer Reisebegleiter machten die schwierige Situation der Zyprioten sehr deutlich. Auch die Plünderungen und der Verfall der Kulturstätten waren deutlich sichtbar. So bei der Grabstätte des Hl. Barnabas oder den Ausgrabungen von Salamis, einer herrlichen Anlage mit Thermen, säulenumringten Sportplatz, Theater, Zirkus, Großlatrine – ein wunderbares Zeitdokument, das dem Verfall preisgegeben wird.
In Famagusta, der ehemaligen Hochburg Zyperns, kann man mit den venezianischen Festungsmauern und der Kathedrale St. Nikolaus (jetzt Moschee) den Reichtum der Stadt noch gut erahnen, aber im Sperrgebiet der Stadt stehen verlassene Häuser, Kirchen und Schulen.
Auch in Nikosia, der letzten geteilten Hauptstadt, trennt Stacheldraht die Menschen voneinander. Trotzdem pulsiert hier das Leben. Im erzbischöflichen Palast sieht man noch die Einschüsse der Invasoren, doch daneben befindet sich ein wunderbares Museum mit wertvollen, einzigartigen Ikonen und den originalen Wandmalereien einer Kuppelkirche. Zu Fuß ging es an der grünen Grenze entlang über den Grenzübergang in den türkischen Teil. Die berühmte Ledrastrasse gleicht einem Bazar, Geschäft an Geschäft, und führt auch in die Karawanserei, eine frühere orientalische Herberge für Kameltreiber und Maultierhändler. In der Nähe auch die Sophienkirche (heute Moschee) und die Markthalle, in der buntes Treiben herrschte. An der Nordküste Zyperns befindet sich, etwas höher gelegen, die gut erhaltene Ruine des Kloster Bellapais mit einem wunderbaren Kreuzgang. Dort wurde an einem ruhigen Plätzchen unter freiem Himmel eine Messe gefeiert – herzergreifend und christliche Gemeinschaft spürend, ein Höhepunkt dieser Reise!
Am letzten Besichtigungstag, wieder im griechischen Teil der Insel, bewunderte man die Ausgrabungen einer 12.000 Jahre alten Siedlung, ließ sich Halloumikäse auf einer Ziegenfarm schmecken und besuchte in Larnaka die prächtige Lazaruskirche, in der sich Reliquien und der Totenschrein des Heiligen befindet. Sogar im Meer konnte an der palmenumsäumten Uferpromenade noch ein wenig geplanscht werden.
Dann galt es Abschied zu nehmen von der rührigen Reiseleiterin, die auch immer wieder auf die besonderen geologischen Formationen der Insel oder die Vegetation am Wegesrand aufmerksam machte und so auf ihre Art der Reisegruppe ihre Insel Zypern sehr nahe brachte.
Für die geistigen Impulse sorgte Dr. Josef Wagner, der bereits aus den Besinnungstagen in Traunstein bekannt war. An den verschiedensten Orten, ob im Bus, in der Strandbar, vor einer Kirche oder unter Olivenbäumen legte er die passenden Bibelstellen aus, erklärte daraus geschichtliche Zusammenhänge und gab wertvolle Lebensvorschläge, immer gewürzt mit einer großen Prise feinsinnigem Humor.
Und nachdem sich Körper und Geist im Einklang befinden sollten, bot Pfarrer Gregor Bartkowski für alle Sportbegeisterten bereits um 6.00 Uhr morgens täglich ein Beachvolleyballtraining an, das viele auch nutzten. Die gemeinsamen Abende am Strand mit Wein, guten Gesprächen, Lachen und Gesang werden der Gruppe bestimmt in besonderer Erinnerung bleiben.
Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Reise für jeden Einzelnen einzigartig und kostbar war, aber sicher auch zukünftig die Gemeinschaft im Pfarrverband wunderbar fördert und belebt.