St. Peter

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BLACK - WEB - TITELBILD - St. Peter - Gärtnerjahrtag 1 - A. Lell

Liebe Pfarrangehörige und Freunde der Münchner Peterskirche,


im Laufe des Marianischen Jahres 2017, das wir in der Stadtpfarrei
St. Peter im Hinblick auf die beiden 100-jährigen Jubiläen der Festfeier Patrona Bavariae und der Marienerscheinungen in Fatima begehen, treten wir ein in den Monat August, in dessen Zentrum am 15. August die Feier des Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel steht.

Der Große oder Hohe Frauentag, wie Mariä Himmelfahrt auch genannt wird, steht somit auch im Zentrum unseres Marianischen Jahres, in dem wir der Gottesmutter in besonderer Weise unseren Dank und unsere Verehrung, unsere liebende Verbundenheit zeigen wollen. Selbst die kleinen und kleinsten Zeichen unserer Verehrung lohnt die Gottesmutter überreich
mit ihren Gnadenerweisen und ihrem mütterlichen Segen. So bezeugen es in der Vergangenheit unzählige Marienverehrer über so viele Jahrhunderte hinweg immer und immer wieder, so ist es auch in der Gegenwart im geistlichen Leben die lebendige und geradezu greifbare Glaubenserfahrung von Verehrern der Gottesmutter und so wird es sich auch in der Zukunft
weiter bewahrheiten bei allen, die sich in ihren Anliegen und Nöten an die Gottesmutter wenden.

Der Zeitraum zwischen dem 15. August und dem 15. September kennt ausgesprochen viele marianische Gedenk- und Festtage:

Mariä Himmelfahrt, Maria Königin, Mariä Geburt, Mariä Namen, Mariä Schmerzen. Traditionell wird in diesem Zeitraum an vielen Orten der „Frauendreißiger“ begangen, in München etwa in den Wallfahrtskirchen Maria Thalkirchen und Maria Ramersdorf. Auch wenn in der Stadtpfarrkirche St. Peter keine eigentliche Tradition des Frauendreißigers besteht und
in früheren Zeiten die Pfarrei St. Peter selbst in Prozession etwa nach Thalkirchen zog, so sind doch die Mariengedenktage und -feste in diesen 30 Tagen für die Maria-Hilf-Bruderschaft und die gesamte Pfarrei feste Eckpunkte im Jahreslauf, an denen sich seit alters her eine hier tief verwurzelte marianische Frömmigkeit in besonderer Weise Ausdruck verleiht. An den marianischen Gedenktagen und Festen wird jetzt jeweils am Abend um 18.00 Uhr zu Ehren der Gottesmutter das Amt der Maria-Hilf-Bruderschaft gefeiert, an dessen Ende – wie bei jeder Abendmesse während des gesamten Jahres – der Gang zum Gnadenbild Maria Hilf steht, an diesen Tagen mit einem besonders feierlichen und ausgestalteten Lobpreis der Gottesmutter und der erneuten Bitte um ihre so mächtige Fürsprache.
Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August und der Gedenktag Maria Königin am 22. August, dem ehemaligen Oktavtag von Mariä Himmelfahrt, deuten und erschließen sich in ihrem geistlichen Gehalt gegenseitig: Weil Maria auf einzigartige Weise ihrem Sohn verbunden ist, sowohl auf seinem irdischen Weg als auch in der Herrlichkeit des Himmels, wurde sie mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und so ist sie wahrhaft Königin des Himmels und der Erde.

In ihrem Vereintsein mit Gott, so sagte es Papst Benedikt XV. bei einer Katechese im August 2012 in Castel Gandolfo, hat die selige Jungfrau Maria „Anteil an der Verantwortung Gottes für die Welt und an der Liebe Gottes zur Welt“. Und weiter: „Sie ist Königin im Dienst für Gott und für die Menschheit, sie ist Königin der Liebe, die die Selbsthingabe an Gott lebt, um in den Heilsplan Gottes für den Menschen einzutreten.“ Ja, sie wirkt mit am Heilsplan Gottes und hat im Heilsplan Gottes für uns eine herausragende Bedeutung und Stellung. „Sie übt ihr Königtum aus“, so Papst Benedikt XVI. weiter „indem sie über uns, ihre Kinder, wacht: die Kinder, die sich im Gebet an sie wenden, um ihr zu danken oder ihren mütterlichen Schutz und
himmlischen Beistand zu erbitten. In der Freude oder in der Dunkelheit des Daseins wenden wir uns an Maria und vertrauen uns ihrer beständigen Fürbitte an, auf daß sie uns vom Sohn alle Gnade und Barmherzigkeit erlangen möge, die notwendig sind für unser Pilgern auf den Straßen der Welt.“ „De Mariam numquam satis“ sagt der hl. Bernhard von Clairvaux und meint damit: Über Maria und von Maria gibt es kein „genug“. Sie kann man nie „genug“ loben, über sie kann man nie „genug“ sprechen, bei ihrer Verehrung und bei der Liebe zu ihr gibt es kein „genug“ und kein „zuviel“. Dieser Ausspruch des hl. Bernhard gilt auch heute und gilt auch für uns: Bei einer authentisch kathoIischen und in das Ganze des kirchlichen Glaubens eingebundenen Verehrung der Gottesmutter gibt es in der Tat kein „genug“. Ganz in diesem Sinne dürfen wir die Aufforderung eines bekannten Marienliedes hören und verstehen: „Alle Tage sing und sage Lob der Himmelskönigin!“

Gerade in den Tagen des „Frauendreißigers“ können und dürfen wir dann wieder neu und beglückend erfahren, wie wahr es ist, wenn es seit alters her heißt: „Jedes Marienfest ist ein Gnadentag.“

Wenden wir uns so gerade in dieser an Marienfesten und marianischen Gedenktagen reichen Zeit des Jahreslaufes immer wieder voll Vertrauen und Liebe an sie, unsere Mutter und Königin. Und wenden wir uns zugleich in unserem Leben und mit unserem ganzen Leben immer mehr ihr zu, auf daß sie uns beständig voll Güte ihre barmherzigen Augen zuwende.

Den mütterlichen Beistand Mariens in allem Auf und Ab unserer Tage
wünscht Ihnen allen von Herzen

Ihr
Hans-Georg Platschek
Domkapitular
Stadtpfarrer von St. Peter
Herzlich Willkommen in unserer Pfarrei St. Peter.