St. Sebastian

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Trauer- und Sterbebegleitung

„Ihr aber, die ihr mich so geliebt habt, seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe, sondern auf das, welches ich beginne.“ (Augustinus) Leichter gesagt als getan sind wohl diese Worte von Augustinus, besonders, wenn ich gerade einen lieben Menschen verloren habe. Doch bringen sie den Kern der christlichen Botschaft tatsächlich auf den Punkt: Die Auferstehung und das ewige Leben bei Gott. Das ist unsere christliche Hoffnung und unser Glaube. Doch es braucht zunächst ein weises und offenes Herz, um den Tod, auch den eigenen Tod als Teil des Lebens anzunehmen. Natürlich sagt uns der Verstand, dass alle einmal sterben müssen. Doch wer spricht schon gerne davon? Und ganz ehrlich: Wer denkt wirklich so ganz ohne Angst oder Erschrecken daran?
 
Den Tod und das Sterben anzunehmen, ist zunächst wohl ein spirituelles Geschehen, ein Glaubensvorgang. Alles muss ich loslassen, wirklich alles. Es bleiben Hoffnung und Glauben, dass der Tod Durchgang zum Leben ist. Zum Leben bei Gott. Und so scheint es wichtig, Sterbende und betroffene Angehörige nicht alleine zu lassen. Viele Menschen wünschen sich in vertrauter Umgebung – am liebsten zu Hause - zu sterben, begleitet von den nächsten Angehörigen und Freunden. Um Sterbende nicht alleine zu lassen, engagieren sich in unserer Gesellschaft mittlerweile – und das ist wirklich ein großes Geschenk – immer mehr Menschen. Ob professionell wie z. B. Hausärzte und Pflegedienste oder ehrenamtlich in der Hospizbewegung. Gerade der Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in den letzten Jahren ermöglicht vielen Menschen ein würdiges Sterben, zuhause oder auch in entsprechenden Einrichtungen wie z. B. Palliativstationen oder stationären Hospizen.
 
Menschenwürdiges Sterben bedeutet eben nicht nur, die medizinischen Aspekte im Blick zu haben, sondern auch die sozialen, psychischen und auch spirituellen Nöte und Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen. Und so kennt auch die Kirche begleitende Rituale und Sakramente, die im Sterben Halt und Orientierung geben können. Angefangen vom Besuch und Gespräch am Sterbebett, vom Gebet für oder auch mit dem Sterbenden und seinen Angehörigen bis hin zum Sterbesegen. Der letzte Kommunion- empfang eines Menschen vor dem Sterben, vielfach auch als Wegzehrung bezeichnet, kann auch Hilfe und Stärkung sein, genauso wie die Krankensalbung. Die Krankensalbung schenkt Trost, Frieden und Kraft und sie verbindet den Kranken
 
und Sterbenden in seiner Situation und in seinem Leiden auf eine tiefe Weise mit Christus.
 
In der Zeit zwischen Tod und Begräbnis eines Menschen beginnt für die viele Angehörigen bereits die Zeit der Trauer. Trauer, ein Weg, der viel Zeit und Kraft benötigt, kann doch die Trauer Fassaden zusammenbrechen lassen, gelebte Werte in Frage stellen und Auslöser für tiefgehende Krisen sein. Und so scheint es zunächst wichtig, bewusst Abschied vom Verstorbenen am Totenbett zu nehmen. Im katholischen Gotteslob finden sich hierfür Vorschläge (vgl. Gotteslob Nr. 609). Sie können aber auch gerne einen Seelsorger ansprechen. In der kirchlichen Begräbnisfeier wird einerseits an das Leben des Verstorbenen erinnert und für ihn gebetet. Auch dem tiefen Schmerz und der Trauer soll in der Feier begegnet werden. Und schließlich kommt in der Begräbnisfeier die christliche Hoffnung zum Ausdruck. Der Blick auf das Licht der brennenden Osterkerze kann uns dabei erahnen lassen, dass wir einst einen Platz haben bei Gott unserem Schöpfer.
 
Spätestens nach dem Begräbnis begeben sich die Angehörigen auf den Weg der Trauer. Auch hier können Rituale hilfreich und sinnvoll sein. Es sind Zeichen der Liebe, wenn wir ein Bild unserer Verstorbenen betrachten und für sie eine Kerze anzünden. In der Trauer ist auch Raum für Erzählungen und Erinnerungen an den Verstorbenen. Jeder lebt seine Trauer so, wie es für ihn angemessen ist. Das Wissen um andere, die ebenfalls einen Trauerweg gehen, kann ebenso Trost und Halt schenken wie ein gutes Gespräch, um Erfahrungen auszutauschen.
Bitte sprechen Sie auch uns Seelsorger an, wenn Sie Fragen haben oder eine geistliche Begleitung in der Trauer wünschen.
Im Vertrauen darauf, dass Gott einst alle Tränen der Trauer und des Schmerzes trocknen wird, wünsche ich Ihnen und uns, dass wir gerade auf den schweren und steinigen Wegen unseres Lebens die allumfassende Liebe Gottes spüren und erfahren. Möge mit Blick auf das anstehende Weihnachtsfest eine neue Hoffnung auf das Leben, auf ein Leben bei Gott in uns geboren werden.
 
Ihr Thomas Hackenberg, Diakon