Katholische Pfarrgemeinde St. Augustinus

Pfarrverband TruderingSt. Augustinus und St. Franz Xaver

Liturgische Achse

Lit. Achse: Innenansicht Kirche
Wenn man die Kirche betritt und sie von hinten nach vorne zum Altarraum hin durchschreitet, befindet man sich auf einer Linie, auf der sich die wichtigsten Orte liturgischen Geschehens befinden. Zugleich ist sie ein Weg, der die zentralen Inhalte unseres Glaubens markiert.
Taufbecken
Zunächst stoßen wir auf das Taufbecken. Wenn es hier im Eingangsbereich der Kirche seinen (neuen) Platz gefunden hat, so werden die Gläubigen beim Entnehmen des Taufwassers (Weihwasser) und dem damit Bekreuzigen nicht nur an ihre Taufe erinnert, sondern es verdeutlicht auch, dass Taufe das Eingangssakrament ist, durch das der neugetaufte Christ in die Kirche als die Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen ist.
Die Schale, aus der das lebensspendende Wasser geschöpft wird, ist aus dem Silber gefertigt, das sich früher im Tabernakelaufsatz befand.
Im Stein sind zwei Öffnungen: in der einen ist eine Vorrichtung zum Entnehmen des geweihten Wassers integriert und in der anderen werden die geweihten Öle aufbewahrt.

Altarweihe und Taufstein
Neben dem Ort der Taufe steht außerhalb der Osterzeit der Osterleuchter mit der brennenden Osterkerze.
Sie symbolisiert Christus den auferstanden Herrn, der die Taufe gestiftet hat. Durch sie haben wir Anteil am Ostersieg Jesu über den Tod hinaus. Das Licht der Osterkerze leuchtet auch unseren Verstorbenen.
In der Begräbnisliturgie heißt es: "Im Wasser und im Heiligen Geist wurdest du getauft. Der Herr vollende an dir, was er in der Taufe begonnen hat."

Ambo und Josef
Wenn wir durch das Kirchenschiff gehen, fällt unser Blick auf den Ambo oder auch Tisch des Wortes genannt.
Von hier aus wird in der Liturgie das Wort Gottes, die Lesungen aus Altem und Neuem Testament sowie das Evangelium verkündet. Der auferstandene Herr Jesus Christus, der uns als Volk Gottes gerade am Sonntag zur Feier der Liturgie zusammenruft und um sich versammelt, tritt hier in unsere Mitte und sagt uns die Frohe Nachricht, die uns Kraft, Mut und Freude für unseren Alltag schenkt und dadurch Energie und Dynamik beinhaltet.
Da der Glaube vom Hören kommt, ist der Ambo ein wichtiger Ort für unseren Glauben und damit auch für unser Leben. Von hieraus empfangen wir Orientierung und Halt.

Altar
Im Zentrum des Presbyteriums, auf Stufen aus dem übrigen Kirchenraum herausgehoben, steht der Altar, der Tisch des Brotes.
Die Altarplatte (Mensa) ist fest gebaut und liegt auf einem sicherem Sockel (Stipes), in dem die Reliquien der Heiligen Victor und Martialis ruhen. Hier wird uns das Lebensmittel schlechthin gereicht, Christus, das Brot des Lebens. Wie den Emmaus-Jüngern bricht auch uns der österliche Herr dieses Brot, an dem wir ihn erkennen als den von den Toten Auferstandenen und ihn in unserer Mitte wissen. In einer Osterpräfation beten wir: "Als er (Jesus Christus) seinen Leib am Kreuz dahingab, hat er die Opfer der Vorzeit vollendet. Er hat sich dir (Gott) dargebracht zu unserem Heil; er selbst ist der Priester, der Altar und das Opferlamm." So ist, was auf dem Altar geschieht, kein halbdunkles Tun (Hokuspokus), sondern allen Blicken offene Handlung: "Das ist mein Leib" (HOC EST ENIM CORPUS MEUM) – das bin ich, das ist mein Leben; erinnert euch jedes Mal daran, wenn ihr es zu meinem Gedächtnis tut!


Kreuz
Am Ende der liturgischen Achse, an der Rückwand des Altarraumes hängt das große Triumphkreuz, das die gesamte Kirche beherrscht. Christus, der Kyrios, der am Stamm des Kreuzes den Tod besiegt hat, lebt und schenkt auch uns dieses Leben in Fülle. Er ist der Herr der ganzen Welt und das Haupt seiner Kirche. Er gibt auch uns – wie damals seinen Aposteln – den Auftrag und sendet uns (Ite missa est), zu taufen und das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden (vgl. Mt 28,19 und Mk 16,15).
Priestersitz
Wir alle haben durch Taufe und Firmung Anteil am allgemeinen Priesteramt Jesu Christi. In besonderer Weise repräsentiert der Priester kraft seines Amtes (bevollmächtigt durch Handauflegung und Gebet in der Weihe) Jesus Christus, wenn er der Liturgie als Gottesdienstleiter vorsteht.
So hat er in dieser Funktion seinen Platz in der Versammlung am Priestersitz und vertritt von hieraus den Bischof: "Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes" (aus der Liturgie der Priesterweihe).