Pfarrei
St. Georg Ruhpolding

„Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ Ruhpoldinger Pfarrgemeinde besuchte die Passionsspiele in Oberammergau

passion
Das Oberammergauer Passionsspiel geht zurück auf ein Gelübde des Jahres 1633. Damals wütete dort die Pest, an der viele Menschen starben. Die Bürgerinnen und Bürger des Ortes versprachen schließlich, alle zehn Jahre das Spiel vom „Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ aufzuführen. Dieses Jahr war es wieder soweit und der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates St. Georg, Gisela Hunklinger, war es gelungen, 50 Karten für Ruhpoldinger „zu ergattern“. Innerhalb kürzester Zeit waren diese im vergangenen Oktober vergriffen, und so konnten sich die glücklichen Kartenbesitzer (s. Foto) kürzlich gemeinsam mit dem Bus auf den Weg in den Passionsspielort machen, unter ihnen Pfarrer Otto Stangl und –wie es sich für das sprichwörtlich gute ökumenische Zusammenleben in Ruhpolding gehört - der evangelische Ortspfarrer Helmut Steib mit seiner Frau. So konnten die Mitgereisten die über fünfstündige Neuinszenierung von Christian Stückl miterleben, der die Dramatik des Geschehens aktualisiert hat.
Stückl gelang es in der Überarbeitung des alten Textes von Pfarrer Joseph Daisenberger die Kernaussage des Stückes noch deutlicher darzustellen. „Jesus, der Jude, hat die Religion der Väter, die auf dem Gesetz und den Propheten aufbaut, erneuern wollen, indem er die persönliche Beziehung zum Ewigen Vater-Gott als Kern allen religiösen Handelns herausstellt“, würdigt Prof. Dr. Ludwig Mödl das Spiel. Davon konnten sich die Zuseher in eindrucksvoller Weise überzeugen. Zwischen den Szenen des Mysterienspiels hat Regisseur Stückl Bilder mit lebenden Personen eingebaut, die auf alttestamentliche Ereignisse hinweisen und der theologischen Deutung dienen. Tief beeindruckt konnten die 50 Ruhpoldingerinnen und Ruhpolding schließlich spät nachts die Rückreise antreten – in der Gewissheit, ein außergewöhnliches Erlebnis gehabt zu haben. hab