Pfarrei
St. Georg Ruhpolding

Priester sind Männer des Glaubens und Lebens

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Diamantenes und silbernes Priesterjubiläum in der Pfarrei St. Georg

Ruhpolding. Sicher kommt es nicht allzu oft vor, dass in einer Pfarrei gleich zwei Priesterjubiläen auf einmal gefeiert werden können. So aber vergangen Sonntag in Ruhpolding. Geistlicher Rat Bernhard Schweiger kann nämlich auf 60 Jahre und Pfarrer Paul Demmelmair auf 25 Jahre im Priesteramt zurückblicken. Grund genug, im Rahmen der Feierlichkeiten zu „200 Jahre eigenständige Pfarrei St. Georg“ einen Festgottesdienst zu zelebrieren.
In der Apsis der Pfarrkirche bildeten die Fahnen der Ortsvereine den passenden Rahmen und in den Bänken nahmen die Vereinsmitglieder und Ordensfrauen, die Paktisten in ihren traditionellen blauen Mäntel mit roten Krägen und viele Gläubige Platz. Im Kreis einiger Priesterkollegen fungierten die beiden Jubilare als Hauptzelebranten. Pfarrer Schweiger sagte in seiner Predigt: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“. Auch in schwierigen Zeiten, und die habe er gerade während des dritten Reiches auch gehabt, müsse man aus dem Glauben heraus leben. Die Priesterweihe sein kein Job. „Der Priester muss ein Mann des Glaubens und des Lebens sein“.

Geistlicher Rat Schweiger ist ein „echtes Münchner Kindl“. Er wurde in der Landeshauptstadt geboren, ging dort zur Schule und wurde - wie sein späterer Kurskollege und heutiger Papst Benedikt XVI. - 1943 als Flakhelfer zum Kriegsdienst einberufen. Als seine Familie ausgebombt wurde, zog sie nach Oberaudorf. Schweiger studierte in Regensburg Theologie und empfing dort am 29. Juni 1951 seine Priesterweihe. Seine erste Seelsorgestelle trat er als Präfekt, ebenfalls in Regensburg an. Häufig habe er in den folgenden Jahren seine Stellen wechseln müssen, ehe er 1969 in Freilassing- Salzburghofen Pfarrer wurde, erinnert er sich. 1997 ging er in Ruhestand und kam nach Ruhpolding, wo er auch heute noch als Hausgeistlicher im Heilpädagogischen Zentrum und als Krankenhausseelsorger tätig ist.

Pfarrer Paul Demmelmair wuchs in Ruhpolding auf, ging hier zur Schule und wechselte dann in das Priesterseminar nach Traunstein. Sein Theologiestudium führte ihn nach Würzburg und Rom. Er wurde am 27. April 1986 zum Priester geweiht, feierte am 4. Mai 1986 in Ruhpolding seine Primiz und war dann sieben Jahre Kaplan in Ockersheim. Aus dieser Zeit kann er von einigen Begegnungen mit Altbundeskanzler Helmut Kohl berichten. 1992 wechselte er nach Radolfzell am Bodensee, wo er bis 2008 blieb, wurde dann in den Kraichgau versetzt und ist jetzt seit 2010 in Furtwangen Leiter einer Seelsorgeeinheit im Brigachtal.
Für die Pfarrgemeinde gratulierte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manfred Hartl den beiden Jubilaren. Es sei eine Ehre für die ganze Pfarrgemeinde mit den beiden ihre Jubiläen feiern zu dürfen, sagte er und wünschte: „Möge euere Begeisterung auch auf uns überspringen“.

Für die politische Gemeinde überbrachte Bürgermeister Claus Pichler die Glückwünsche. „Ich trage heute die Amtskette des Bürgermeister“, sagte er und ergänzte: „Sie ist aus Silber und Edelsteinen, so passt sie fast ideal für den heutigen Anlass“. In sehr persönlichen Worten erinnerte er zum Beispiel an seine gemeinsame Ministrantenzeit mit Paul Demmelmair. Die Tätigkeit als Seelsorger habe Demmelmair zwar in die Freiburger Diözese verschlagen, in seiner eigentlichen Heimat sei er aber nicht vergessen. An Pfarrer Schweiger gewandt sagte Pichler, dass er sich seit seiner Ankunft im Heilpädagogischen Zentrum vor 15 Jahren ohne Probleme in die Gemeinschaft des Hauses eingefügt und eingelebt habe. „Sie kümmern sich mit bemerkenswerter Geduld um die dort zu betreuenden Kinder und Jugendlichen“, lobte er den Geistlichen, abgesehen von seinen täglichen wertvollen Diensten in der Pfarrei. „Ad multos annos – viele weitere Jahre bei hoffentlich gleich guter Gesundheit“, rief er abschließend Pfarrer Schwieger zu.
Hab