Pfarrei
St. Georg Ruhpolding

Jubiläumsjahr zu „200 Jahre eigenständige Pfarrei“ ging zu Ende

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Weihbischof Wolfgang Bischof wurde zum Kirchweihfest am Rathaus von Bürgermeister
Claus Pichler und Pfarrer Otto Stangl (links) willkommen geheißen
Gemütlicher Festabend und Festgottesdienst mit Weihbischof Wolfgang Bischof
Bis vor 200 Jahren war Ruhpolding ein Vikariat der Pfarrei Vachendorf. Am 16. Februar 1811 wurde daraus die eigenständige Pfarrei St. Georg. 200 Jahre Selbständigkeit war natürlich ein Grund zum Feiern. Die zuständige Projektgruppe um Pastoralassistent Georg Gruber hatte beschlossen, das ganze Jahr über bei kirchlichen Feiertagen und mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen diesem historischen Ereignis zu gedenken.

Dieser Reigen wurde am vergangenen Wochenende mit einem großartigen Kirchweihfest abgeschlossen. Bereits am Samstag fand im Hotel zur Post ein überaus gemütlicher Festabend statt, der vom Männerchor, den Weisenbläsern, der Rathausmusi und dem Wallfahrer-Viergesang musikalisch umrahmt wurde. Durch den Abend führte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manfred Hartl, der unter den Gästen auch eine Abordnung der ehemaligen „Mutterpfarrei Vachendorf“ begrüßen konnte.

In Anlehnung an das Motto: „Glaube, Heimat, Leben“ sagte Pfarrer Otto Stangl, dass dieser Dreiklang das ganze Jahr geprägt habe und gab seiner Hoffnung Ausdruck, diese drei Worte mögen auch in Zukunft in der Pfarrei lebendig bleiben. Hubert Braxenthaler sen. hatte über die Feste und Veranstaltungen eine Bilderschau mit Filmsequenzen zusammengestellt, die er den Gekommenen humorvoll mit verbindenden Worten präsentierte.

Georg Gruber meinte als „Festleiter“ in seinem Rückblick, es sei „a b'sondere Zeit“ gewesen, das Motto habe gepasst und die Leute erreicht. „Es ist eine Botschaft angekommen“. Bürgermeister Claus Pichler, der an diesem Abend auch als Musikant und Sänger auftrat, betonte in seinem Grußwort stolz, dass Ruhpolding auch 200 Jahre nach seiner Entlassung aus der Vachendorfer Abhängigkeit immer noch eigenständig sei und keinem Pfarrverband angehöre.

„Bei uns ist die Kirche noch im Dorf“. Helmut Müller sen. erinnerte in seiner unverwechselbaren Art an die Kirchweihbräuche früherer Tage. Zu den Besonderheiten gehöre es, dass es in Ruhpolding fünf Kirchweihtage gegeben habe, sagte er, wobei der „Urschlauer Kirchtag“ einen geradezu legendären Status erreicht habe.

Am Kirchweihsonntag wurde zunächst Weihbischof Wolfgang Bischof am Rathaus von Bürgermeister Pichler willkommen geheißen. Der anschließende Kirchenzug hinauf zur Pfarrkirche St. Georg, wurde von der Miesenbacher Trachtenkapelle, den Ortsvereinen und vom Altardienst begleitet und am Kirchberg begrüßten die Böllerschützen die Festgäste mit Salutschüssen. In seiner Predigt sagte der Weihbischof: „Wenn der Mensch geschichtsvergessen lebt, führt das nicht zum Guten“. Ein Blick in die Geschichte zeige, dass die vergangenen 200 Jahre eine Zeit des Umbruchs waren und viel veränderten.

Darum bewundere er die Taktik des damaligen Vikars Bartholomäus Bacher, wie der die Eigenständigkeit der Pfarrei St. Georg erreicht habe. Er hinterfragte aber auch kritisch wo wir in der heutigen Zeit beheimatet seien und wo die Sicherheit finden. Er könne gut die derzeitige Auflehnung des Volkes gegen die „Macht des Geldes“ verstehen. Heimat und Leben könnten nur dort gelingen, wo man Glauben gefunden habe. Wie es seit Jahren Tradition ist, gab es auch heuer nach dem Gottesdienst vor der Kirche für alle Besucher Kirchweihkrapfen, den sich auch der Hauptzelebrant schmecken ließ.

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Sie zelebrierten gemeinsam den Festgottesdienst am Kirchweihsonntag: Von links Pater Joshy George, Geistlicher Rat Bernhard Schweiger, der Hauptzelebrant Weihbischof Wolfgang Bischof, Ruhpoldings Pfarrer Otto Stangl, Vachendorfs Pfarrer, Pater Augustin und Diakon Josef Eixenberger.
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Tradition in Ruhpolding:
Nach dem Gottesdienst gibt es an Kirchweih vor der Pfarrkirche für jeden Gottesdienstbesucher Kirchweihkrapfen, die auch Weihbischof Wolfgang Bischof und Pfarrer Otto Stangl mundeten.