Pfarrei
St. Georg Ruhpolding

Blumen für Maria

kindergottesdienst

Asylbewerber aus Ruhpolding berichten

Der Arbeitskreis Asyl und der Pfarrgemeinderat haben es sich zur Aufgabe gemacht, mehr über das Schicksal der bei uns lebenden Asylbewerber und Flüchtlinge in Erfahrung zu bringen. Das Beste ist natürlich, mit ihnen selbst ins Gespräch zu kommen. Einige Berichte von Asylbewerbern sollen dabei auch – natürlich mit deren Zustimmung – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hier ein Bericht von Kelly Enehikhare Irene:
 
„Mein Name ist Kelly Enehikhare Irene.
Ich komme aus Nigeria und bin dort in Benin City, im Süden Nigerias geboren.
Ich habe das Gymnasium besucht und Immobilienmanagement studiert.
Nach Beendigung eines Studiums in Nigeria ist man verpflichtet ein Jahr lang beim National Youth Service Corps zu arbeiten. Hier wurde ich im Jahr 2010 als Erdkundelehrer an einer Schule im Norden Nigerias eingesetzt. In der Stadt Sule Tankarkar, im Bundesland Jigawa, ganz im Norden Nigerias. Während dieser Zeit wurde ich zusätzlich bei der Independent National Electoral Commission eingesetzt,  die unabhängige Wahlkommission und habe mitgeholfen, die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2011 vorzubereiten. Diese Wahlen wurden im Norden Nigerias von vielen blutigen Aufständen begleitet, da der damals gewählte Präsident Jonathan Goodluck, ein Christ aus dem Süden, im Norden Nigerias nicht akzeptiert wurde. 800 Menschen wurden getötet. Darüber hinaus hat die moslemische Terrororganisation Boko Haram im Rahmen der Präsidentschaftswahlen mehrere Bombenanschläge verübt.

Ich bin ein Christ aus dem Süden. Ich habe als Lehrer in einer höheren Mädchenschule im Norden Nigerias gearbeitet, wo Boko Haram einen immer größer werdenden Einfluss ausübt. Die Boko Haram Organisation lehnt jede westliche Bildung ab, der Einfluss wurde immer stärker. Ich fühlte mich bedroht. Nigerianer aus dem Süden tragen westliche Kleidung. Im Norden wird traditionelle arabische Kleidung getragen. Mir war es nicht mehr möglich, auf dem Markt Einkaufen zu gehen. Ich wurde nicht bedient, sondern beschimpft und bedroht. Bei meiner Tätigkeit für die Wahlkommission wurde ich außerdem wiederholt bedroht. Ich musste fliehen, um mein Leben zu retten.
Auf meiner Flucht nach Europa kam ich zuerst in Italien an. Italien hat aber angedroht, mich wieder nach Nigeria zurückzuschicken. Die politische Situation in Nigeria hat sich seit 2011 sehr verschlechtert. Ich kann dort nicht mehr zurück. Deshalb bin ich weiter gezogen und hoffe, dass es mir erlaubt wird, in Deutschland zu bleiben.
Ich lebe seit März 2014 in Ruhpolding. Ich bin sehr dankbar. Die Unterbringung ist gut, die Menschen in Ruhpolding sind sehr freundlich. Sie helfen uns Asylbewerbern sehr. Nehmen uns mit zur Kirche, geben uns an Weihnachten und Ostern Geschenke und helfen uns sehr, die deutsche Sprache lernen zu können.
Unser größtes Problem ist es, eine Arbeit zu finden. Wir suchen Arbeit und bekommen doch meistens gesagt, dass es Arbeit nur für Einheimische gibt. Wir würden uns sehr wünschen, dass wir bei unserer Arbeitssuche Unterstützung bekommen.
Ich möchte mich bei der katholischen St. Georg Kirche in Ruhpolding, allen Einwohnern von Ruhpolding und bei der deutschen Regierung von Herzen für die herzliche Aufnahme und alle Anstrengungen für uns Asylbewerber bedanken.
Ihr Kelly Enehikhare Irene“



31 Ruhpoldinger Kinder feierten Erstkommunion

Erstkommunion 2015
31 Ruhpoldinger Kinder der Pfarrgemeinde St. Georg - 12 Mädchen und 19 Buben -konnten an Christi Himmelfahrt ihre Erste Heilige Kommunion feiern. Seit Oktober haben sie sich im Religionsunterricht und in Kommuniongruppen mit monatlichen Treffen, die von Eltern der Erstkommunikanten betreut wurden, auf den großen Tag vorbereitet. Und als hätte der Herrgott Erbarmen mit den Kindern gehabt, hörte am Festtag genau auf dem Weg vom Pfarrzentrum zur Pfarrkirche der starke Regen auf. Begleitet wurden sie von den Seelsorgern und dem Altardienst, um anschließend im feierlichen Gottesdienst zum ersten Mal an den Tisch des Herren zu schreiten. Der Festgottesdienst wurde vom Kirchenchor musikalisch gestaltet und die Kommunionkinder leisteten mit den Lesungen und Fürbitten ihren Betrag zum Gottesdienst und durften auch Brot und Wein zur Gabenbereitung bringen. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Otto Stangl einen Brotlaib als Symbol für die Kommunion. „Du bist nicht allein“, sagte er an die Erstkommunionkinder gerichtet. „Wir können Jesus zwar nicht greifen, wissen aber, dass er da ist. Jesus gibt seine ganze Liebe“. Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle noch einmal zum Gruppenfoto am Altar, denn der nächste Regenschauer machte im Freien einen Strich durch die Rechnung. Eine Dankandacht am Abend beendete schließlich den Festtag.
Erstkommunion2 2015
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Schlosskapelle am vergangenen Sonntag beim kleinen Kindergottesdienst. Passend zum Monat Mai wurde die Gottesmutter Maria in den Blick genommen, der die Schlosskapelle geweiht ist. Maria, gespielt von Anna Haitzer, erklärte selbst welchen Gefallen sie an den Blumen – insbesondere der Rose, der Sonnenblume und der Lilie – hat. Anschließend kamen die Kinder selber nach vorne und schmückten mit Blumen aus Legematerial eine Figur der Gottesmutter. Musikalisch wurde der Gottesdienst wieder liebevoll von der Käferstoa-Musi begleitet. Erstmals spielten auch die Flötenkinder unter der Leitung von Manuela Gstatter zur Freude der Mitfeiernden.
Der nächste kleine Kindergottesdienst wird am Sonntag, 19. Juli 2015 um 10.30 Uhr im Urschlauer Kirchlein stattfinden.