Pfarrei
St. Georg Ruhpolding


Wie arbeitet ein Bäcker?

Im Rahmen des Ferienprogramms konnte die Pfarrei St. Georg mit 24 Kindern die Backstube der Bäckerei Schuhbeck im Gewerbegebiet am Mühlfeld besichtigen. Thomas Schuhbeck führte die interessierten Kinder durch den Betrieb, zeigte die Maschinen und Backöfen, schilderte aber auch, was mit der Hand gemacht werden muss, wie etwa die Herstellung der Brezen. Das durften dann auch die Kinder ausprobieren und mit dem richtigen Schwung den Teigstrang in Brezenform zu bringen. Auch Donuts durften die Kinder verzieren und dann verzehren. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, wie früh ein Bäcker mit der Arbeit beginnt, so dass am Morgen, wenn die meisten Leute aufstehen, die meiste Arbeit in der Backstube schon getan ist. Kaum erwarten konnten die Kinder dann, dass die selbst gestalteten Brezen aus dem Backofen kamen und mit nach Hause genommen werden konnten. Pastoralreferent Georg Gruber zeigte am Ende der Führung noch ein Bild aus der Filialkirche St. Valentin, das den Hl. Valentin beim Verteilen von Broten an die Armen zeigt. Er erinnerte daran, dass das tägliche Brot, das wir beim Bäcker kaufen, für viele Menschen nichts Selbstverständliches ist. So passte diese Führung auch zum „Jahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus für dieses Jahr ausgerufen hat.
 
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Anleitung zum Brezenformen. Foto: Georg Gruber.
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Viele Gläubige kamen zur Kräuterweihe auf die Röthelmoosalm

Besonders gut mit dem Wetter hat es der Herrgott auch in diesem Jahr zur Röthelmoosmesse an Maria Himmelfahrt gemeint. Bei idealen Temperaturen und einem bayerischen weiß-blauen Himmel fand eine große Schar von Gläubigen den Weg nach Ruhpolding auf die Röthelmoosalm, um am traditionellen Gedenkgottesdienst für die verstorbenen und verunglückten Sennerinnen und Senner, Almbauern und Holzknechte teilzunehmen. Zelebriert wurde der Gottesdienst am „Frauentag“ von Pfarrer Otto Stangl und für die musikalische Umrahmung sorgte der „Ruhpoldinger Männerchor“. Die Lesung und die selbst formulierten Fürbitten trugen die Sennerinnen und Kinder der Almbauern des Langenbauern-Kasers vor. Seit jeher ist auch Brauch, an diesem Tag einen Kräuterstrauß weihen zu lassen. Diese, aus den verschiedensten Heilkräutern gebundenen Buschen, sollen Mensch und Tier vor Krankheit und Unglück schützen.

Den Tag rundete schließlich ein gemütliches Beisammensein bei zünftigen, alpenländischen Weisen durch die „Gamsbluatmusi“ ab.    hab
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„Dem Himmel nah…“ – drei Tage in den Sarntaler Alpen

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15 Teilnehmer/-innen ließen sich auf ein ganzheitliches spirituelles Angebot der Ruhpoldinger Pfarrei St. Georg unter Anleitung von Pastoralreferent Georg Gruber ein. Drei Tage waren die Bergsteiger gemeinsam unterwegs in den Sarntaler Alpen, in denen das Gehen, das Erleben der Bergwelt und der Natur, die Gemeinschaft in Verbindung mit geistlichen Impulsen, Liedern und Phasen des Schweigens zu einer Einheit werden sollten. Das „Experiment“ ist geglückt, nicht zuletzt durch das herrliche Bergwetter und das gute Miteinander in der Gruppe. Am ersten Tag ging es von Schalders, in einem kleinen Seitental westlich von Brixen gelegen, 1.250 Höhenmeter steil bergauf auf den Hundskopf und zur malerisch gelegenen Radlseehütte auf 2.284 Metern mit einem phantastischen Rundblick auf die gesamte Dolomitenkette von den Sextner Dolomiten über Geisler, Sella, Marmolata, Langkofel, Rosengarten, Latemar bis zur Brenta.

Am zweiten Tag ging es zunächst auf den Gipfel der Königsangerspitze (2.439 Meter), wo sich der Blick nochmals ins Ortlermassiv und in die schneebedeckten Zentralalpen weitete. Dann führte der Weg angenehm über die Hochfläche zur Rungger Hütte, von der der Kreuzweg mit 15 Stationen zur höchstgelegenen Wallfahrtskirche Europas, dem Latzfonser Kreuz (2.311 Meter), steil bergauf ging. Überglücklich kamen dann alle beim „schwarzen Herrgott“, einem viel verehrten Kruzifix, an. Die Dankbarkeit aller, hier sein zu dürfen, war bei der Andacht in der Kirche deutlich spürbar. Einige machten noch eine „Zugabe“ und bestiegen die 2.581 Meter hoch gelegene Kassiansspitze, die nochmals mit einem überwältigenden Panorama zu einer langen Gipfelrast einlud. Auch die Übernachtung im Schutzhaus „Latzfonser Kreuz“ direkt neben der Wallfahrtskirche wurde zu einem Erlebnis. Der Hüttenwirt, der Ruhpolding durch seine frühere sportliche Aktivität kannte, setzte sich abends noch lange zu den Ruhpoldingern. Aus seinen Erzählungen wurden seine große Verbundenheit zum Latzfonser Kreuz und die Lebendigkeit der Wallfahrt seitens der Südtiroler Bevölkerung eindrucksvoll spürbar. Am dritten Tag machte ein Teil der Gruppe noch eine Gratüberschreitung von der Fortschellscharte über das Plankenhorn und die Lorenzispitze bis zur Lorenzischarte. Hier hieß es dann Abschied nehmen von  der Weite der Sarntaler Bergwelt, denn nun musste die Gruppe wieder zum Ausgangspunkt ins Schalderer Tal absteigen. Dass der Abstieg von starkem Regen begleitet wurde, war angesichts des herrlichen Wetters an den ersten beiden Tagen gut zu verkraften. Die dreitägige Tour war bewusst als geistlich-spirituelle Veranstaltung gedacht. Die Impulse, Stationen und Andachten auf der Tour waren eine Einladung, Bergerfahrung und Religiosität zu verbinden. Am Ende der Tour ließ die Frage nicht lange auf sich warten: Wann gibt’s wieder ein solches Angebot?
G.G.
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