Das Innere

Pfarrkirche innen
Beim Betreten des Gotteshauses bemerkt der Besucher an den Glasschwingtüren Griffe in Form von Ministrantenfiguren und deren Messgegenständen.
Haupteingang außen: Tüchlein und Kännchen
innen: Weihwasser und Klingelbeutel
Seiteneingang außen: Evangelienbuch und Fackel
innen: Weihrauch und Schiffchen
Das große und schlichte Kirchenschiff ist – entsprechend der Lebensjahre von Jesus Christus – 33 Meter lang.

Der Altarraum selbst ist in das Kirchenschiff mit seinen verborgenen geistlichen Aussagen integriert. Erhellt wird das Gotteshaus durch je sieben Fenster an der Süd- und an der Nordseite. Ebenso zwei mal sieben Kreuzwegstationen zieren die Seitenwände.
Vorne am Altar, an der fensterlosen Ostseite, dominiert das große, schlicht gehaltene Holzkreuz des Bildhauers Josef Hamberger. Es ist das Abschlusswerk seines Studiums an der Akademie der Schönen Künste München.
Im Jahre 1992 wurde an der Wand hinter dem Kreuz ein Mosaik der Künstlerin Elisabeth Wohrizek angebracht.
Vor dieser Ostwand steht auf wenigen Stufen der Altar frei im Raum. Der Altar ist aus einem gewaltigen Steinquader in Kreuzform gefertigt, als Sinnbild für Christus, dem Eckstein.Links vom Altar befindet sich der Tabernakel. Die Standsäule des Tabernakels erinnert laut Bildhauer Josef Hamberger an schützende Hände, laut Pfarrer Haitzmann an betende Hände.
Die Vorderseite bedeutet „sich öffnen“ (Josef Hamberger). Der Ambo ist wie die Tabernakelsäule aus Bronze gefertigt, was zeigt, dass das Wort Gottes von einer zusammengefügten und doch festen Säule des Glaubens getragen wird.
Der Osterkerzenständer stellt eine aufblühende Lotusblüte dar.
Die an den drei Seiten des Altarraumes befindlichen Wandkerzenhalter symbolisieren die zwölf Apostel und tragen an der Unterseite der Tropfteller deren Namen. Am Festtag eines Apostels brennt die jeweilige Kerze; an kirchlichen Hochfesten werden alle Kerzen entzündet.
Unter jedem Wandkerzenhalter befinden sich Kreuzteller, die aus kleinen goldenen und blauen Mosaiksteinchen gefertigt sind.
Ebenso sind rechts und links an der Stirnseite Steinkonsolen befestigt, die links die Statue des Heiligsten Herzen Jesu und rechts die Marienstatue tragen.
Die Glocke neben der Sakristeitüre ist eine ehemalige Schiffsglocke aus Amsterdam und wurde von Kurat Haitzmann in Salzburg erworben.
Die Statue der Hl. Hedwig, Patronin der Kirche, wurde in den neunziger Jahren erworben und geweiht. Sie hat ihren Platz ebenfalls neben der Sakristeitüre. Da viele Heimatvertriebene aus dem Osten stammen, wird die Patronin sehr verehrt.
Die einzelnen Kreuzwegstationen laufen bewusst auf gleicher Höhe wie die Apostelkerzenhalter weiter und verbinden so das Volk mit dem Heiligtum. In dieser Linie wird die Leichtigkeit und Transparenz ausgedrückt (Josef Hamberger).
Unter den Kreuzwegstationen sind kleine Kreuze aus Eichenholz in das Mauerwerk eingearbeitet.
An der Eingangsseite links unter der Treppe befindet sich die Jahreskrippe, die von einer Gruppe Frauen und Männer dem Kirchenjahr entsprechend immer wieder neu gestaltet wird.
In den an der Rückseite der mittleren Bankreihe befindlichen Taufstein, der zugleich als Weihwasserbecken dient, sind die vier Urelemente des Altertums symbolisch eingemeißelt.
Wasser: als sprudelnde Säule mit zwei flankierenden Tauben
Feuer: als schlank nach oben strebende Feuerzungen
Luft: als im Sturm wirbelnd
Erde: als Kletterpflanze mit fast runden Blättern
,
die die vier Elemente im Leben und die
Schöpfung Gottes bedeuten.

Der Weihwasserkessel zwischen Haupteingangstüre und Glasschwingtüren wie auch der Weihwasserkessel neben der Seiteneingangstüre sind Findlinge aus dem Inn. Letzterer ist mit dem Motiv der Armen Seelen versehen und wurde von Josef Hamberger bearbeitet. Das Aushöhlen der Mulden gestaltete sich dabei aufgrund der Härte des Steins als sehr schwierig. Für Prozessionen wurde ein Traghimmel mit rechteckigem Baldachin angefertigt. Die vier Tragstangen enden oben mit je einem Vogel, der mit seinen Schwanzfedern den Baldachin trägt.
Josef Hamberger wurde zudem damit beauftragt, eine Monstranz zu entwerfen. Diese trägt das Allerheiligste an ihrer Spitze, damit die Gläubigen es bei der Prozession sehen können.

Unter der Empore ist die Statue des Hl. Antonius, dessen Sockel wurde aus dem Inn geborgen. Die Konturen des Widderkopfes waren schon erkennbar, sie wurden nur noch von Josef Hamberger etwas nachgearbeitet.
Die Empore selbst wird von massiven Fichtebalken getragen
und von vier Nagelfluhsäulen gestützt. Der Handlauf und das Chorgitter oben mit Türe ist ein Entwurf von Josef Hamberger und gefertigt von Kunstschlossermeister W. Ruedorfer.

Die Orgel selbst steht mittig an der Rückwand der Kirche, ist ein Werk des Ennetachers Lothar Späth und wurde im Jahre 1962 geweiht.
Sie besitzt 19 klingende Register, verteilt auf zwei Manuale und
Pedal
. Ihre Spieltraktur ist mechanisch, die Register werden elektropneumatisch gesteuert.
Der Prospekt besteht aus zwei chromatisch verlaufenden Pfeifenreihen, von denen ein Feld aus geflammten Kupferpfeifen eine rötlich schimmernde Fläche bildet.

Im Glockenstuhl des Turmes sind fünf Glocken, es sind dies:
Die St. Hedwigsglocke in Ton „ f „ mit 720 Kg
Die St. Josefsglocke in Ton „ as „ mit 430 Kg
Die St. Marienglocke in Ton „ b „ mit 270 Kg
Die St. Martinsglocke in Ton „ c „ mit 250 Kg
Die St. Michaelsglocke in Ton „ es „ mit 180 Kg

Eine alte Glockeninschrift:
Ich rufe die Lebenden
Ich betrauere die Toten
Ich breche die Gewalt der Unwetter.


Da die Marienglocke schon vorhanden war, denn sie stammt aus Lucca, mussten die vier neuen Glocken in der Glockengiesserei auf die Marienglocke eingestimmt werden
Monstranz
Monstranz von Josef Hamberger
Orgel
Orgel von Lothar Späth